Metal-CD-Review: THE STORYTELLER – Sacred Fire (2015)

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Alben-Titel: Sacred Fire
Künstler / Band: The Storyteller (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 27. Februar 2015
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Black Lodge Records

Alben-Lineup:

L.G. Persson – Vocals
Martin Hjerpe – Drums
Jacob Wennerqvist – Guitars
Marcus Backlund – Guitars
Henke Branneryd – Bass

Track-Liste:

1. As I Die (04:15)
2. One Last Stand (04:05)
3. Sacred Fire (04:27)
4. Ferryman (03:29)
5. Serpent Eyes (04:10)
6. Sons of the North (05:43)
7. In Search for Treasures, Stones and Gold (04:02)
8. Coming Home (04:15)
9. The Army of Southerfell (04:00)
10. Curse of the Seven Seas (03:55)
11. Let Your Spirit Fly (04:06)
12. God of War (04:08)

Aufgepasst und zugehört – die STORYTELLER sind zurück.

Und sie gehen doch weiter – die Geschichten aus der Feder von THE STORYTELLER. Hierbei handelt es sich um eine vergleichsweise bekannte schwedische Power Metal-Combo, die vor allem nach der Jahrtausendwende einige typische Genre-Alben auf den Markt brachte. Dabei existiert die Band schon seit 1995, wobei man ihr mindestens eines zugute halten muss: sie beweist eine extreme Standhaftigkeit. Schließlich war nach dem vierten Studioalbum aus dem Jahre 2005 plötzlich Schluss – die Band ließ nur noch wenig von sich hören. Und doch blieb sie erhalten, bis es zur Rückkehr im Jahre 2013 (mit DARK LEGACY, siehe Review) kam. Einer nicht unbedingt glanzvollen zwar – doch schien es besonders bemerkenswert, dass Leadsänger L.G. Persson nach wie vor die Fahne hoch hielt und dem Projekt entsprechendes Leben einhauchte. Jener Frontmann ist nun schon seit immerhin 20 Jahren ein angestammtes Mitglied der Band – was eher eine Seltenheit ist und durchaus Respekt verdient. Und so starten THE STORYTELLER im Jahre 2015 abermals durch – mit ihrem neuen Studioalbum SACRED FIRE. Dieses beinhaltet satte 12 vollwertige Titel, mit keinerlei wirklichen Ausbrüchen hinsichtlich einer längeren Spieldauer – die längste Nummer des Albums beläuft sich auf exakt 5 Minuten und 43 Sekunden. Das impliziert, dass SACRED FIRE ein Album mit einer Ansammlung von 12 gleichermaßen zündenden Power Metal-Nummern sein könnte – oder aber, dass sich eine gewisse Gleichförmigkeit eingeschlichen haben könnte.

Dafür spräche sicherlich auch das zuletzt veröffentlichte Album DARK LEGACY – das vor allem nach TALES OF A HOLY QUEST und UNDERWORLD eine herbe Enttäuschung war; zumindest für viele langjährige Fans der Band. Tatsächlich scheint auch die erste Single-Auskopplung des Albums, ONE LAST STAND; nicht gerade für ein erneutes Erstarken der Band zu sprechen. Zwar kommt der THE STORYTELLER-Sound noch immer schön Riff-orientiert und ohne große Schnörkel daher – doch scheint vor allem jener potentiellen Hit-Single schnell der Saft auszugehen. Das Riffing wirkt schnell repetitiv, besonders der Refrain klingt eher ernüchternd. So bleibt es hauptsächlich an Frontmann L.G. Persson für den nötigen Schwung zu sorgen. Einem Sänger, der zwar nicht unbedingt als einer der besten des Genres bezeichnet werden kann; aber zumindest als einer der nur schwerlich verwechselbaren, wenn nicht gar einzigartigen. Steigt man dann aber näher in den Alben-Kosmos ein, bestätigt sich auch was man mit der Single bereits angedeutet hat. THE STORYTELLER haben zwar noch immer allerlei spannende Geschichten im Gepäck, doch können diese unter Umständen auch dezent ermüdend daherkommen.

Und noch ein weiterer Anfang eingeräumter Verdacht bestätigt sich: viele der auf SACRED FIRE enthaltenen Nummern sind zwar nicht identisch; fühlen sich aber zumindest so an als würden sie relativ ähnlich klingen. Das liegt auch an den wenig atemberaubenden Songstrukturen, die kaum spektakuläres zu Tage fördern. Man hangelt sich schlicht von Refrain zu Refrain, und das zumeist auf eine ganz ähnliche Art und Weise. Wirkliche Highlights sind so nur schwerlich auszumachen. Das verschwörerische FERRYMAN erinnert noch am ehesten an die früheren THE STORYTELLER-Zeiten, SERPENT EYES weiß als deutlich kräftigere Uptempo-Nummer mit einem etwas aggressiverem Gesang hervorzustechen; COMING HOME markiert die Position der obligatorischen Ballade die für etwas Abwechslung sorgt – doch davon abgesehen bedient man am ehesten die alten Genre-Klischees. Die Folge ist leicht zu verwechselndes, alles andere als innovatives Material – das wohl nur dafür geeignet ist, beinharte und eher konservativ eingestellte Genre-Fans zufriedenzustellen.

Anders gesagt: SACRED FIRE erfindet das Rad des Power Metal-Genres beileibe nicht neu – und enttäuscht damit vor allem all jene, die sich nach der langen Band-Auszeit und nach dem Vorgänger DARK LEGACY etwas frischeren Wind erhofft hätten. Somit funktioniert das Album bestenfalls als rundum typisches Genre-Album mit einem Hang zu den eher klassischen Ansätzen des Genres. Eingängige Melodien, zünftige Hintergrundgesänge, zwei Gitarristen und das Ausbleiben von kitschigen Keyboard-Elementen führen immerhin noch zu einem soliden Eindruck – der vielleicht noch etwas stärker ausfallen würde, hätte man nicht das Gefühl derlei Material schon zigmal gehört zu haben. Hätte man die besten Titel dieses Albums auf einer schmucken EP verpackt, wäre das Ergebnis eventuell ein ansprechenderes geworden – doch so reicht es einfach nicht. Das Album offenbart zu viele Durststrecken, zu viele ähnlich klingende Passagen und zu wenig des einstigen Potentials der Band, die Hörer mit auf eine abenteuerliche reise in unbekannte Gefilde zu nehmen. Eine weitaus innovativere und ausdrucksstärkere Band, die sich Sound-technisch recht gut mit den Erzeugnissen von THE STORYTELLER vergleichen lässt; ist übrigens SALAMANDRA (zum Beispiel mit IMPERATUS, Link) – zumindest bei diesem Vergleich müssen THE STORYTELLER eindeutig hintenan stehen.

Absolute Anspieltipps: FERRYMAN, SERPENT EYES, LET YOUR SPIRIT FLY


65button

„Irgendwie ist die Luft raus; auch weil die Konkurrenz bekanntlich niemals schläft.“

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