Metal-CD-Review: SKYLARK – Divine Gates Part 1 – Gate Of Hell (1999)

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Alben-Titel: Divine Gates Part 1 – Gate Of Hell
Künstler / Band: Skylark (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1999
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Underground Symphony

Alben-Lineup:

Fabio Dozzo – Vocals
Federico Ria – Drums, Percussion
Eddy Antonini – Piano, Keyboards, Harpsichord
Roberto Potenti – Bass
Fabrizio Romani – Guitars

Track-Liste:

1. Intro (00:44)
2. Welcome (07:00)
3. The Triumph (09:08)
4. Belzebú (08:11)
5. The Last Question (03:51)
6. Earthquake (01:42)
7. I Can’t Find Love Tonight (02:15)
8. Satan Arise (02:43)
9. Why Did You Kill the Princess (06:02)
10. Lift for the Sky (01:06)
11. Dance of Stars (06:51)

Dieser Prinzessin ist nicht mehr zu helfen… oder ?

Es ist schon so eine Sache mit den Italienern von SKYLARK. Schließlich handelt es sich nicht umsonst um eine der wohl am meisten polarisierenden Acts des Genres – mit der Folge, dass die zahlreichen Studioalben der Italiener entweder hoch gelobt, oder aber gnadenlos in den hintersten Ecken der CD-Regale versenkt werden. Der potentielle Grund dafür lässt sich auf so gut wie jedem einzelnen Album der bereits seit 1994 aktiven Band ausfindig machen – und so auch auf DIVINE GATES Part 1. SKYLARK präsentieren hier einen eingängigen, melodischen Symphonic Power Metal, der ohne überhaupt näher auf die Titel einzugehen mit einem riesengroßen Problem behaftet ist. Das gesamte Album wirkt vergleichsweise schlampig produziert, was im Detail bedeutet: die Gitarren klingen so als stammten sie aus der Konserve, die vermeintlich symphonischen Elemente klingen am ehesten nach dem Sound-Output diverser Kinderspielzeuge, der Bass ist kaum herauszuhören; der Gesang klingt verdächtig kraftlos und ist einstweilen sogar hörbar nachbearbeitet. Das mag zwar noch kein Ausschlusskriterium im Sinne eines Debüt-Albums oder eines Independent-Release sein – doch handelt es sich beim vorliegenden Werk immerhin schon um das dritte Studioalbum der Band; was einen doch etwas nachdenklich stimmt.

Versucht man, jene erste (und wahrlich schwerwiegende) Hürde einmal komplett außen vor zu lassen und sich auf das eigentlich enthaltene Liedgut zu konzentrieren; so schimmert es zumindest einstweilen durch – das Talent der beteiligten Musiker. So ist vor allem die Darbietung von Gitarrist Fabrizio „Pota“ Romani eine vergleichsweise angenehme, und vor allem in den Soli-Parts beeindruckende – und auch das Drumming von Federico Ria kann sich durchaus hören lassen. Doch eigentlich gibt es nur einen Frontmann der Band, und das ist nicht der Leadsänger Fabio Dozzo – sondern Strippenzieher Eddy Antonini. Der ist folglich nicht nur für das Songwriting, sondern auch alle Aspekte die die einzelnen Titel jeweils ausschmücken; zuständig. Das ist in erster Linie auf den nicht gerade sparsamen Einsatz des Keyboards zu beziehen – ab und an sind sogar klassische Instrumente zu hören. Viele sagen, dass es sich hierbei um den zweiten LUCA TURILLI handelt – mit entsprechenden Abstrichen hinsichtlich der Qualität des jeweiligen Outputs. Tatsächlich scheint das etwas hoch gegriffen – denn bis auf ein paar einzelne Sound-Elemente und inhaltliche Fetzen hat ein SKYLARK-Output a’la DIVINE GATES Part 1 kaum etwas mit den zeitgleichen Kompositionen eines Turilli gemein.

Dennoch könnte man sich durchaus vorstellen, dass einige der hier enthaltenen Nummern durchaus als zünftige Power Metal-Hymnen zünden könnten – wären sie entsprechend ansprechender präsentiert. Sei es der Opener WELCOME, das längere THE TRIUMPH oder das flotte BELZEBU – hier versprühen SKYLARK tatsächlich einen gewissen Charme. Der wird durch den dilettantischen Soundeindruck zwar wieder dezent zerstört – doch das Potential ist definitiv da. Deutlich schlechter sieht es dann in Bezug auf ein hektisches Interlude wie EARTHQUAKE aus, in dem man offenbar allzu sehr aus dem Vollen schöpfte (das Ergebnis klingt entsprechend durcheinander und verwaschen); oder aber in Bezug auf I CAN’T FIND LOVE TONIGHT. Hier handelt es sich um eine jener Herzschmerz-Balladen, für die SKYLARK später berühmt und berüchtigt werden sollten – eine Ballade, die man selbst als Anti-Metaller für außerordentlich misslungen, wenn nicht gar peinlich halten muss. Die alternative Ballade THE LAST QUESTION macht es zwar etwas besser – doch auch hier kann man sich kaum auf eine wie auch immer geartete Emotionalität einlassen. Eher merkwürdige Titel wie SATAN ARISE machen es dann ebenfalls nicht unbedingt besser – zumal hier recht anschaulich aufgezeigt wird, dass Fabio Dozzo nicht unbedingt in allen Gesangslagen als stilsicher bezeichnet werden kann.

Fazit: Im Falle von DIVINE GATES Part 1 ist zwar eine dezente Verbesserung zum Debütwerk der Italiener auszumachen – doch schon das darauf folgende, ebenfalls mittelprächtige DRAGON’S SECRETS kann mit diesem schlecht inszenierten Power Metal-Freudenfest nicht überboten werden. Der allgemeine Klangeindruck ist viel zu verwaschen, die Produktion ist plump – und die symphonischen Elemente werden nicht gerade gekonnt; sondern vielmehr verdammt kitschig in Szene gesetzt. Hinzu kommt ein bestenfalls solider, wenig spektakulärer Leadgesang – und das merkwürdige Gefühl, dass all das vielleicht doch eine Parodie sein könnte. Das ist es definitiv nicht – aber dennoch. Ob man SKYLARK respektive Eddi Antonini nun mit LUCA TURILLI vergleichen würde oder nicht – das hier dargebotene Material wirkt einfach viel zu halbgar und schlampig in Szene gesetzt.

Absolute Anspieltipps: WELCOME, THE TRIUMPH, DANCE OF STARS


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„Die Präsentation ist unterirdisch, die Leistungen der Mitglieder sind durchwachsen – hie und da blitzt aber etwas Potential durch, und die Soli sind nett.“

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