Metal-CD-Review: ALPHA TIGER – Man Or Machine (2011)

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Alben-Titel: Man Or Machine
Künstler / Band: Alpha Tiger (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 29. April 2011
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Sonic Attack Records

Alben-Lineup:

Stephan „Heiko“ Dietrich – Vocals
Peter Langforth – Guitars
Alexander Backasch – Guitars
Dirk Frei – Bass
Axel Pätzold – Drums

Track-Liste:

1. Starrider (06:36)
2. Martyr’s Paradise (04:42)
3. Crimson Desert (06:24)
4. When Autumn Leaves Fall (05:16)
5. Against the Time (06:33)
6. Men or Machines (07:35)
7. Karma (04:31)
8. Exit: Night (06:06)
9. Black Star Pariah (07:12)

Die wollen doch nur spielen !

MAN OR MACHINE ist das erste Studioalbum der melodischen Power Metaller von ALPHA TIGER – oder auch das zweite; bezieht man jene früheren Zeiten mit ein, in denen die Band noch als SATIN BLACK unterwegs war. Um der musikalischen Neuausrichtung gerecht zu werden (zuvor widmete man sich eher der Spielart des Trash Metal) sollte man das Ganze aber dennoch als Erstwerk einstufen – ein Werk; dass zweifelsfrei dem Genre des Power Metal zuzuordnen ist, aber dennoch ein klein wenig anders klingt als das Material unzähliger Genre-Kollegen. Das liegt hauptsächlich am ganz eigenen, eher retrospektiv ausgerichtetem Charme der Band – der auf den Geist der Anfangszeiten des Genres Bezug nimmt und den auf MAN OR MACHINE enthaltenen Kompositionen einen schön rockigen, Riff-geladenen Anstrich ohne große Schnörkel verleiht. Dementsprechend ist auch kein Keyboard-Posten im Lineup vorgesehen – ein großes Augenmerk gilt den Spielereien der beiden Gitarristen Peter Langforth und Alexander Backasch, die einen mehr als guten Eindruck hinterlassen. Den Leadgesang von Stephan „Heiko“ Dietrich könnte man dagegen mit gemischten Gefühlen betrachten – wofür entweder die ungewöhnliche Abmischung oder aber sein etwas nasaler Stil verantwortlich sein könnten.

Wie immer handelt es sich um eine reine Geschmacksfrage – denn davon abgesehen macht er seine Sache sehr gut, und geht eine innige Verbindung mit den flotten Instrumentierungen ein. Besonders die öfter anberaumten hohen Töne scheinen es ihm dabei angetan zu haben – was gut ist, wird ein jeder Genre-Fan sofort darauf anspringen und sich in diesem Fall auch nicht mit nervlichen Problemen auseinandersetzen müssen. Anders gesagt: was bei anderen angestrengt oder überstrapaziert klingen würde, klingt bei Stephan „Heiko“ Dietrich stets verdächtig angenehm. Somit ergibt sich ein insgesamt höchst ansprechender Gesamteindruck, der sich irgendwo zwischen den früheren HELLOWEEN und IRON MAIDEN ansiedeln lässt; dabei aber auch nicht die nötige Portion Eigeninitiative vermissen lässt. Es fühlt sich einfach so an, als würden sich ALPHA TIGER entsprechend verausgaben und es absolut ernst meinen – was zwar ein Muss für ein Album wie dieses ist; aber leider Gottes nicht immer vorkommt. So gesehen gibt es auf dem Album auch keinerlei Ausfälle – nur verschiedene Ansichten einer offensichtlich talentierten Band. Selbst der stampfende Opener ist mit seinem längerem Intro-Part eine höchst atmosphärische Angelegenheit. In WHEN AUTUM LEAVES FALL zeigt Leadsänger Stephan „Heiko“ Dietrich dann noch eine etwas andere Seite von sich auf, während das Ganze insgesamt als angenehme und gar nicht mal so kitschige Power-Ballade zu bezeichnen ist. Ein Großteil der Nummern aber kennt nur die Marschrichtung nach vorn; und ist neben dem perfekten Riffing auch stets mit passenden Refrains und Soli-Parts ausgestattet.

Sich in dieser Hinsicht (s)einen Favoriten herauszupicken, fällt entsprechend schwer – grundsätzlich haben alle der etwas flotteren Nummern des Albums ein absolutes Hymnen-Potential. AGAINST THE TIME wäre e3ventuell so ein Kandidat, der keine großen Anstalten macht sich irgendwie verbiegen zu müssen – sondern direkt als gradlinige Power Metal-Kost mit leicht klassischem und an frühere Genre-Zeiten erinnernden Touch durchzustarten vermag. Sehr interessant ist sicher auch ein Titel wie BLACK STAR PARIAH, der noch einmal explizit in der großen Melodie-Kiste gräbt und dabei weniger verbraucht klingt als man es vielleicht vermuten würde.

Fazit: Warum auch immer sich ALPHA TIGER dazu entschlossen haben, ihre Vergangenheit als SATIN BLACK ad acta zu legen – höchstwahrscheinlich war es die richtige Entscheidung. MAN OR MACHINE ist schlicht ein rundum zufriedenstellendes Debütalbum geworden, dass die Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder perfekt in Szene setzt und vor allem Freunde eines etwas klassischeren Power Metal ohne großartige Spielereien oder Schnörkel ansprechen sollte. Dass das Ganze dabei stets absolut bodenständig und ehrlich klingt, ist ein weiterer Zugewinn – das Album ist schon ein starkes Stück, von dem sich manche eine dicke Scheibe abschneiden könnten. Nur nicht ASCENSION; die mit ihrem ein Jahr später erschienenen Album FAR BEYOND THE STARS (Review) ein ganz ähnlich aufgemachtes, vielleicht noch ein stückweit spektakuläreres Debütwerk abgeliefert haben.

Absolute Anspieltipps: CRIMSON DESERT, MEN OR MACHINES, AGAINST THE TIME, BLACK STAR PARIAH


80button

„Ein rundum gelungenes Genre-Album einer hoffnungsvollen Newcomer-Band.“

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