Metal-CD-Review: CARDIANT – Man Behind The Smile (EP, 2008)

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Alben-Titel: Man Behind The Smile (EP)
Künstler / Band: Cardiant (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 4. september 2008
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Mikko Mänttäri – Bass, Vocals (backing)
Jarkko Mikkola – Vocals
Marko Lindroos – Keyboards, Vocals (backing)
Antti Hänninen – Guitars
Lauri Hänninen – Drums

Track-Liste:

1. Man Behind the Smile (03:55)
2. Frozen Fire (04:17)
3. Somehow (04:01)
4. Tools and Weapons (05:06)

Schon der zweite Anlauf innerhalb eines Jahres.

In der bunten Diskografie der finnischen Power Metaller von CARDIANT gibt es neben einigen Highlights vor allem immer wieder eines zu entdecken: Aktivität. Selbst da, wo sie rückblickend nicht zu vermuten gewesen wäre – wie im Falle der zweiten Band-EP des Jahres 2008, MAN BEHIND THE SMILE. Ungewöhnlich ist das Release nicht nur, da es die zweite und beinahe ebenso kurze EP der Band innerhalb eines Veröffentlichungsjahres ist; sondern auch, da plötzlich nun doch nicht der kurz zuvor angeheuerte neue Leadsänger Erik Karhatsu am Mikrofon stand, sondern ein gewisser Jarkko Mikkola. Der war zuvor nur marginal in der Band eingebunden, und feiert hier sozusagen sein Gesangs-Debüt – nach seinen nicht immer leicht überschaubaren Vorgängern sollte er zu diesem Zeitpunkt also schon der vierte CARDIANT-Leadsänger gewesen sein. Wenn auch nur ein temporärer, der später wieder von Erik Karhatsu abgelöst werden sollte. Zum Glück, sollte man sagen – irgendwann war es wohl auch der Band zu viel; ein fester Leadsänger musste definitiv her.

Immerhin führte dies zu jener mehr als interessanten Diskografie wie sie heute vorliegt; mit zahlreichen unterschiedlichen Veröffentlichungen und unterschiedlichen Gesangseindrücken. Wo genau man die Leistung des auf der MAN BEHIND THE SMILE auftretenden Jarkko Mikkola einordnen sollte, ist dann allerdings auch recht schnell klar: keinesfalls unter einer imaginären Qualitätsgrenze, aber doch dezent hinter Janne Saksa und Erik Karhatsu. Vielmehr scheint sich Jarkko Mikkola auf einer Ebene mit dem früheren Leadsänger Tuomas Helander zu befinden; zumindest was die Wirkungskraft ihrer Performances angeht. Beide sind keine schlechten Sänger, doch fehlt ihnen eventuell das gewisse Etwas – das, was Janne Saksa und Erik Karhatsu definitiv mitbringen. Und so wirkt auch das bereits auf der RADIANT-EP enthaltene FROZEN FIRE hier nicht mehr ganz so stark, auch wenn es in instrumenteller Hinsicht identisch ausfällt – doch der nunmehr leicht angestrengte, manchmal zu aggressive Leadgesang kann kaum mit der Wirkung der vorherigen EP mithalten. Leicht kurios ist auch, dass Jarkko Mikkola ausnahmsweise mal keine Probleme in den höheren Lagen hat (wie viele andere) – sondern eher in den tiefen und gemäßigten. Hie und da entsteht so ein etwas unsicher anmutender, austauschbarer Eindruck.

Ein stückweit interessanter sollten aber ohnehin die drei anderen, erstmals veröffentlichten Nummern sein – die gut sind, aber auch nicht wirklich mit den wenigen Tracks der Vorgänger-EP mithalten können. Das liegt schlicht am nun noch etwas weichgespülteren Eindruck und den einstweilen übertriebenen Keyboard-Spielereien. Die Riffs sind nach wie vor knackig, die Komposition im Gesamten ansprechend; selbst Jarkko Mikkola liefert vor allem im Titeltrack eine vergleichsweise gute Performance ab – aber so richtig will der Funke nicht überspringen. Zumindest nicht auf jener Ebene, die man bisher von CARDIANT gewohnt war. Anders gesagt: auf der MAN BEHIND THE SMILE-EP bringt man keine wirklichen Innovationen mehr, sondern probiert etwas neues aus. Etwas, dass für die Band neu ist; aber nicht unbedingt für den im besten Fall auch über den Rand des Power Metal-Genres hinausschauenden Hörer. Die Folge sind etwas zu generische Kompositionen und ein nicht mehr ganz so prägnanter Wiedererkennungswert. Da das Ganze aber ohnehin eher als Experiment zu sehen war und ist; sollte man darüber hinwegsehen können. Vielleicht auch über den mit SOMEHOW etablierten, nicht wirklich starken Eindruck in Form diverser elektronischer Klänge und einem Refrain, der stark an den von RADIANT erinnert – nur in einer deutlich schwächeren Form.

Auf der MAN BEHIND THE SMILE-EP weicht der typische, unverwechselbare CARDAINT-Sound damit einem anderen Eindruck – einem rockigeren, etwas weniger kantigen. Das ist in erster Linie interessant, und zeigt eine weitere potentiell unbekannte Seite der Band auf – doch im direkten Vergleich mit starken Releases wie MIDDAY MOON oder auch der RADIANT-EP muss dieses ebenfalls nur sehr kurze Werk klar hintenan stehen. Vor allem aufgrund des Leadgesangs, der nur noch als solide bezeichnet werden kann – und aufgrund der weichgespülteren, merkwürdig elektronisch angehauchten Kompositionen a’la SOMEHOW. Die lassen das Ganze eher in Richtung eines eingängigen Melodic Metal ohne große Schnörkel (aber dafür mit starken Instrumental-Parts) driften – was nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sogar recht gut funktioniert. Dennoch… ein wenig mehr Feuer und Eigenständigkeit steht der Band einfach besser zu Gesicht.

Absolute Anspieltipps: MAN BEHIND THE SMILE


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„Mehr Melodic Metal, mehr Retro. Eine weitere zwar nicht mehr ganz so unverwechselbare; aber gerade noch solide musikalische Seite von CARDIANT.“

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