Metal-CD-Review: ALPHA TIGER – iDentity (2015)

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Alben-Titel: iDentity
Künstler / Band: Alpha Tiger (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. Januar 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Melodic / Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Dirk Frei – Bass
Stephan Dietrich – Vocals, Piano
Peter Langforth – Guitars, Vocals (backing)
Alexander Backasch – Guitars
David Schleif – Drums

Track-Liste:

1. Intro (00:43)
2. Lady Liberty (04:14)
3. Scripted Reality (06:22)
4. Long Way of Redemption (05:54)
5. Identity (05:52)
6. We Won’t Take It Anymore (04:31)
7. Revolution in Progress (05:05)
8. Closer Than Yesterday (04:55)
9. Shut Up & Think (04:31)
10. This World Will Burn (07:20)

Kann das Alphatier seine Position sichern ?

IDENTITY ist das bereits dritte Studioalbum der 2007 als SATIN BLACK gegründeten Power Metal-Combo aus Freiberg in Sachsen. Interessant ist, dass sich die Band in einem steten Wandel zu befinden scheint – schließlich erfolgte 2011 nicht nur die Umbenennung in ALPHA TIGER, sondern auch eine Neuauslotung der musikalischen Spielart. Einst eher in den Bereichen des Trash Metal unterwegs, ging es nun hinüber zu einer etwas sanfteren, melodischen Form des Power Metal – der nach der Wiederauferstehung der Band erstmals auf MAN OR MACHINE (2011) zelebriert wurde. Nun sind weitere 4 Jahre vergangen – und nach BENEATH THE SURFACE (2013, Review) folgt IDENTITY, ein 10 Titel starkes Album das sich abermals dezent von den bisherigen unterscheidet. Schließlich haben sich ALPHA TIGER, und das konnte man bereits im Vorfeld erahnen; mit ihrem neuen Werk noch ein Stückchen weiter vom ursprünglichen Power Metal-Genre entfernt. Das Ganze geht nun noch eindeutiger in Richtung eines weniger kantigen Melodic Metal, und wären da nicht hie und da noch ein paar knackige Riffs und ein noch immer flottes Tempo; so müsste man fast von einer Zuordnung hinsichtlich des AOR ausgehen.

Im gleichen Atemzug aber scheint sich die Band deutlich verbessert zu haben wenn es um die handwerklichen Leistungen und die Präsentation im Gesamten geht – das Album wirkt in sich geschlossen absolut rund und ist perfekt produziert. Vor allem aber macht es erst einmal vordergründig Laune. Das liegt auch an Frontmann Stephan „Heiko“ Dietrich, seiner soliden Gesangsleistung und den immer wieder eingeworfenen Männerchören – im Zusammenspiel mit den melodischen Frickeleien an den Gitarren spürt man förmlich die investierte Energie und das von ALPHA TIGER an den Tag gelegte Engagement. So findet sich das erste Highlight auch gleich mit dem Opener LADY LIBERTY – einem wunderbar energetischen, Riff-geladenen Einstieg mit wummernden Bässen und einer immens starken Gesangsleistung.

Aber so schön das auch alles klingt – das wohl markanteste Problem des Albums folgt sogleich. Schließlich ist ein Großteil dessen, was ALPHA TIGER hier nach dem Opener und im weiteren Verlauf servieren bestenfalls durchschnittliche Melodic Metal-Kost ohne wirkliche Highlights oder einem größeren Wiedererkennungswert. So kann sich nach dem fulminanten Einstieg schnell ein eher ernüchternder Eindruck einstellen – SCRIPTED REALITY, LONG WAY TO REDEMPTION und der Titeltrack IDENTITY bleiben solide, jedoch auch etwas gleichförmig und bar einer jeden Höhe oder Tiefe. Noch ärger erwischt es dann nur noch WE WON’T TAKE IT ANYMORE, dass trotz der vermeintlich antreibenden Botschaft überhaupt nicht wirken will – Schuld ist das fehlende Tempo, die fehlende Kraft (nur der Leadsänger gibt hier alles – der Instrumentalpart scheint ihn aber kaum zu unterstützen) und die doch etwas eintönigen Riffs. Ausgerechnet diese Nummer wurde dann auch noch als Videosingle auserkoren – unglücklicher kann man es wohl kaum treffen. Mit CLOSER THAN YESTERDAY gelingt ALPHA TIGER dann aber plötzlich doch noch, was sie möglicherweise schon mit anderen Titeln angepeilt haben – sie entwickeln eine gewisse Emotionalität; es kann also durchaus auch mal ruhig und besinnlich zugehen. Danach heißt es dann allerdings wieder: das ist weder Fisch noch Fleisch, was die Band hier bietet.

Fazit: Ein furioser Opener, ein über weite Strecken starker Leadgesang, ein gelungenes (aber: weichgespültes) Songwriting, ein paar gute Soli und knackige Riffs – eigentlich hat IDENTITY alles oder zumindest vieles von dem, was ein gutes Melodic Power Metal-Album braucht. Warum es dennoch, und vor allem in seiner Gesamtheit nicht wirklich zündet bleibt ein kleines Rätsel – klar ist nur, dass so gut wie alle Titel klar hinter dem mit dem starken Opener aufgebauten und indirekt versprochenen Eindruck hintenan stehen müssen. Zu gleichförmig, zu unspektakulär und typisch wirken viele der hier offerierten Nummern – und vielleicht auch etwas zu soft. Letztendlich scheinen ALPHA TIGER irgendwo zwischen einem flott-energetischen Power Metal mit tradtionellen, und einem eher zurückhaltenden Melodic Rock mit eher modernen Elementen festzustecken – mit einem Ergebnis, dass somit dazu neigt keine der jeweiligen Hörerschaften zufriedenstellen zu können. Rund produziert und anständig dargeboten ist das Ganze allemal – doch vielleicht sollten sich ALPHA TIGER noch ein weiteres Mal zusammensetzen und über ihre musikalische Ausrichtung nachdenken. Schließlich scheint es einstweilen, als hätten sie ihre IDENTITÄT noch immer nicht wirklich ergründet…

Absolute Anspieltipps: LADY LIBERTY, CLOSER THAN YESTERDAY


55button

„Nur für Freunde des konventionellen, leider.“

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