Metal-CD-Review: BLIND GUARDIAN – Follow The Blind (1989)

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Alben-Titel: Follow The Blind
Künstler / Band: Blind Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 14. April 1989
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power / Speed Metal
Label: No Remorse Records

Alben-Lineup:

Hansi Kürsch – Bass, Vocals
André Olbrich – Guitars, Vocals (backing)
Marcus Siepen – Guitars, Vocals (backing)
Thomen Stauch – Drums

Track-Liste:

1. Inquisition (00:41)
2. Banish from Sanctuary (05:28)
3. Damned for All Time (05:00)
4. Follow the Blind (07:13)
5. Hall of the King (04:17)
6. Fast to Madness (05:59)
7. Beyond the Ice (03:31)
8. Valhalla (04:57)
9. Barbara Ann – The Regents Cover (01:43)

Speed Metal-Gewitter der allerersten Güteklasse ?

Mit ihrem zweiten Langspieler FOLLOW THE BLIND machten BLIND GUARDIAN im Jahr 1989 da weiter, wo sie mit ihrem furiosen Debütalbum BATTALIONS OF FEAR (Review) angefangen hatten. Im Original als Vinyl mit einer A- und B-Seite veröffentlicht beinhaltet es 7 vollwertige Titel, ein Instrumental und ein Cover – mit einer Gesamtspielzeit von knapp 38 Minuten. 38 Minuten, die auch heute noch wie im Fluge vergehen – und die die frühe musikalische Orientierung der Band hinsichtlich eines kräftigen, beinahe schon dem Trash Metal zuzuordnenden Power- respektive Speed Metal geradezu zelebriert. Im Gegensatz zu den Kollegen von HELLOWEEN und ihren früheren Werken – die für das Genre mindestens ebenso wichtig waren wie nun auch das Schaffen von BLIND GUARDIAN – etabliert FOLLOW THE BLIND somit auch eine etwas andere Atmosphäre. Eine etwas düsterere und wuchtigere möchte man sagen (trotz auch hier vorhandener Selbstironie) – die mindestens ebenso enthusiastisch und glaubwürdig transportiert wird wie frühere Werke anderer Pionier-Bands; BLIND GUARDIAN aber noch einmal zusätzlich von der Masse abhebt.

Und so kannte man auf FOLLOW THE BLIND auch nur eine Marschrichtung – es geht stets nach vorn, und das in einer zumeist relativ rauen Manier. Während das etwas fremdartig klingende Intro mit seinen verzerrten klassischen Gesängen noch zu vernachlässigen ist; zeigt bereits der Opener BANISH FROM SACTUARY auf, womit auf diesem Album zu rechnen ist – mit einer Extraportion Tempo, Kraft und wie auch schon auf dem Debüt hervorragenden handwerklichen Leistungen der einzelnen Mitglieder. Hinzu kommt das gelungene, zielstrebige Songwriting und die von einer gewissen Urkraft gekennzeichnete Performance von Leadsänger Hansi Kürsch. Der bildet eine schiere Einheit mit den Instrumentalkulissen; und wird nur hie und da von schmackigen Männerchören unterstützt – die nicht allzu pompös klingen und sich perfekt in das allgemeine Soundgewand der frühen BLIDN GUARDIAN einfügen. Der einzige Knackpunkt ist, auch wenn es sich zunächst nicht danach anhören mag; dass jene Stärken auf das gesamte Album zu beziehen sind. Das heißt de facto, dass es keine Ausfälle gibt und auch so gut wie nie vom Gaspedal gegangen wird (mit Ausnahme des Titeltracks) – doch gerade das führt einstweilen zu einem etwas gleichförmigen Eindruck. BANISH FROM SANCTUARY, DAMNED FOR ALL TIME, HALL OF THE KING und FAST TO MADNESS sind zwar alles andere als identische Nummern – aber doch solche vom gleichen Schlag.

Hier hätten etwas mehr Variationen sicherlich gut getan – einstweilen scheinen sich die Drumming-Parts und auch die Riffs stark zu ähneln. Umso angenehmer ist es dann auch, eine Nummer wie BEYOND THE ICE zu erreichen – wobei es sich um das einzige Instrumentalstück des Albums handelt. Hier stehen die Leadgitarren klar im Fokus, was sich äußerst gut macht – und einmal mehr aufzeigt, was BLIND GUARDIAN alles auf dem Kasten hatten respektive haben. Mindestens ebenso schön und überraschend ist dann auch VALHALLA – da es sich hier um eine Nummer handelt, bei der der Fokus einmal mehr auf den Refrain gelegt wird. Der fällt entsprechend eingängig und melodisch aus – der Gastauftritt von Kai Hansen rundet die Sache eindeutig in Richtung einer zeitlosen Genre-Hymne ab. Auch DON’T BREAK THE CIRCLE vermag es dann noch einmal für einen frischen Eindruck zu sorgen; ebenso wie das unterhaltsame Cover zu BARBARA ANN.

FOLLOW THE BLIND kann insgesamt zwar nicht mehr mit dem Überraschungs-Bonus des ersten BLIND GUARDIAN-Albums punkten, steckt hinsichtlich seiner Qualität aber kaum etwas hinter dem legendären Debüt zurück. Das einzige Problem könnte der etwas zu gleichförmige Eindruck sein, der sich vor allem durch die erste Alben-Hälfte zieht – wirkliche Highlights sind bis auf den vieles vorwegnehmenden Opner nicht auszumachen. Bis, ja bis es dann hinüber in die zweite Albenhälfte geht – wo sich mit dem Instrumental BEYOND THE ICE und der außergewöhnlichen Hymne VALHALLA mindestens zwei Nummern finden, die man hinsichtlich ihrer zeitlosen Wirkungskraft kaum überbieten kann. Im Endergebnis führt das noch immer zu einem reichlich soliden Album – aber eventuell keinem unantastbaren Meisterwerk. Sicher, die BLIND GUARDIAN-Diskografie ist eine besondere – aber auch hier sollte man zumindest leicht differenzieren.

Absolute Anspieltipps: BANISH FROM SANCTUARY, BEYOND THE ICE, VALHALLA


„Nicht mehr ganz so einschlagend wie das Debüt, aber noch immer verdammt stark. „

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