Metal-CD-Review: MORAVIUS – King’s Grave (2007)

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Alben-Titel: King’s Grave
Künstler / Band: Moravius (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. Januar 2007
Land: Tschechien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Leviathan Records

Alben-Lineup:

Petr Štrauch – Guitars, Keyboards, Drum Programming
Dalibor „Panther“ Halamíček – Lead & Backing Vocals

Track-Liste:

1. Back Again (05:45)
2. Drop the Crown (03:14)
3. King’s Grave pt. 1 – The Curse (04:42)
4. Without You (06:10)
5. On the Run (03:14)
6. Calling for Help (05:03)
7. King’s Grave pt. 2 – The Fight (04:47)
8. Strayed Sheep (04:07)
9. King’s Grave pt. 3 – The Deal (04:01)
10. Bless You (03:57)
11. The End (04:47)
12. Alea Iacta Est (01:38)

Aus dem Grabe des Königs entstiegen.

Wenn man zumindest ansatzweise mit der Musik der tschechischen Geheimtipp-Combo SALAMANDRa vertraut ist, könnte man früher oder später auch auf MORAVIUS stoßen – einer jener Kultband gar nicht mal so unähnlichen Band, die als Frontmann den einstigen SALAMANDRA-Leadsänger Dalibor „Panther“ Halamíček an den Start bringt. Respektive brachte – schließlich scheint die erst 2005 gegründete Band schon wieder aufgelöst worden zu sein. Somit bleibt auch die Diskografie jener potentiellen Alternativband für alle SALAMANDRA-Fans und Anhänger des tschechischen Power Metal relativ übersichtlich – neben einer EP kam es nur zu einem einzigen Album; dem vorliegenden KING’S GRAVE aus dem Jahre 2007. Dieses beinhaltet 12 Titel, die alle grob unter dem Oberbegriff des Power Metals einzuordnen sind – und dem Sound von SALAMANDRA gar nicht mal so unähnlich sind.

Dennoch bekommt man auf KING’S GRAVE eine etwas andere Seite des tchechischen Frontmanns zu hören – eine wenn man so will erwachsenere, vielseitigere und sicher auch stilsicherere als beispielsweise noch auf SALAMANDRA’s GREAT MORAVIAN ELEGIES. Stichwort MORAVIAN oder nun auch MORAVIUS: beide Bands haben sich mit dieser Bezeichnung auf eine geschichtsträchtige Region in Tschechien (die man hierzulande eher als Mähren kennt) bezogen; und nutzen diese offenbar als reichhaltige Inspirationsquelle. Eine Form der historischen Tributzollung, die zweifelsohne nicht allzu häufig stattfindet und entsprechend erfrischend wirkt – und sich offensichtlich positiv auf das musikalische schaffen sowohl von SALAMANDRA als auch MORAVIUS auswirkt respektive auswirkte.

Denn auch auf KING’S GRAVE wird man eine ähnlich episch aufgemachte, den Hörer direkt ansprechende Alben-Struktur vorfinden – die bei MORAVIUS zwar mit deutlich weniger Interludien oder Zwischenspielen auskommt; aber dennoch für reichlich Abwechslung und eine Riesenportion Atmosphäre sorgt. Eine Atmosphäre, die zum Schneiden dicht ist; besonders im Vergleich mit den Outputs zahlreicher eher westeuropäischer Genrekollegen. Doch bleibt es nicht allein bei einer vergleichsweise positiven Gesamtwirkung – auch im einzelnen lassen sich an allen Ecken und Enden markante Stärken entdecken. Während der Leadgesangs ausnahmslos stark ist, und dabei immer wieder durch seine schiere Variabilität überrascht; sind auch die instrumentalen Strukturen überaus angenehm ausgefallen. Vor allem sind sie wie bereits angesprochen enorm abwechslungsreich – sodass die Palette hier von eher getragenen, dezent düsteren Melodic Metal-Nummern (BACK AGAIN) über fetzige Uptempo-Krachern mit verdächtig starken Refrains (DROP THE CROWN) bis hin zu etwas epischeren Konzepten wie dem des KINGS-GRAVE Dreierpaketes reicht.

Dabei fällt immer wieder das enorme Engagement der beiden Haupt-Mitglieder Dalibor Halamíček und dem Multitalent Petr Štrauch auf – die zumindest gefühlt eine solch große Portion Herzblut in das Projekt gesteckt haben, dass selbst die programmierten Drums (einen Drummer sah das Lineup schließlich nicht vor) kaum ins Gewicht fallen. Dennoch scheint es einstweilen etwas makaber, wieso man sich nicht doch einen entsprechenden Kollegen mit ins Boot geholt hat – bei den zahlreichen anderen Gastauftritten hat es doch auch geklappt. So ist gleich ein ganzes Ensemble von männlichen und weiblichen Gastsängern vertreten, die Dalibor Halamíček entsprechend unterstützen – und unter anderem für die angenehm wuchtig klingenden Chorpassagen verantwortlich sind. Die negativen Aspekte des Albums halten sich in entsprechenden Grenzen. Wenn es nicht der trotz mächtiger Riffs eher schläfrige Gesamteindruck von BACK AGAIN ist, könnten es vielleicht die repetitiven Elemente oder die nervigen Backing-Stimmenn KINGS GRAVE PART 2 sein, die den ein oder anderen stören.

Fazit: Zweifelsohne kann KING’S GRAVE als waschechter Geheimtipp einer alles andere als bekannten Power Metal-Combo gesehen werden. Zwar sind die Ähnlichkeiten zum Sound und den thematischen Inhalten von SALAMANDRA einstweilen frappierend – doch da selbst jene Partner-Band noch immer nicht die Aufmerksamkeit bekommt die sie möglicherweise verdient; wird man wohl kaum das Gefühl entwickeln Elemente von MORAVIUS‘ Erstwerk schon einmal irgendwo anders gehört zu haben. KING’S GRAVE ist atmosphärisch dicht, enorm abwechslungsreich, verdammt gesangsstark und rundum solide produziert – und hat bis auf ein oder zwei etwas schwergängigere Nummern keine Ausfälle zu verzeichnen.

Absolute Anspieltipps: DROP THE CROWN, ON THE RUN, CALLING FOR HELP


90button

„Ein Muss nicht nur für Fans von SALAMANDRA.“

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2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: MORAVIUS – King’s Grave (2007)

    1. Wow ! Certainly some good news there !
      I will be looking forward to it, and who knows; maybe even the 9/10 can be topped 😉
      And if you’re not too busy, keep us informed if you have an exact date; would appreciate it !
      Greetings, Oliverdsw

      Gefällt mir

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