Filmkritik: „Die Coopers – Schlimmer Geht Immer“ (2014)

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Originaltitel: Alexander and the Terrible, Horrible, No Good…
Regie: Miguel Arteta
Mit: Steve Carell, Jennifer Garner, Ed Oxenbould u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 81 Minuten
FSK: ab 0 freigegeben
Genre: Komödie
Tags: Familie | Kinder | Chaos | Alltag | Geburtstag | Zusammenhalt

Wenn die Coopers einladen, sollte man sich schon überlegen zu kommen. Oder ?

Kurzinhalt: Ausgerechnet am Tag vor seinem zwölften Geburtstag ist Alexander (Ed Oxenbould) nicht besonders glücklich. Nicht nur, dass er im allgemeinen eher als Pechvogel gilt; an seinem Ehrentag sind all seine Schulfreunde zur Party eines anderen, beliebteren Jungen eingeladen. Selbst das Mädchen, auf das er ein Auge geworfen hat bestätigt ihm lieber zur Feier des anderen zu gehen – da dort entsprechend spektakuläres geboten wird. Zuhause sieht es dagegen auch nicht wirklich besser aus: während alle anderen Familienglieder ein problemloses Leben zu führen scheinen, trifft es wenn etwas schief geht immer Alexander. Beim Auspusten seiner Geburtstagskerzen wittert er indes eine Chance… er wünscht sich, dass alle anderen auch mal einen Tag wie er erleben sollen. Und so kommt es dann auch: die gesamte Familie scheint mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein, und von einem Fettnäpfchen in das nächste zu treten… die Geschwister in der Schule, die Eltern beruflich.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Aus dem Hause DISNEY kommt die neue Familien-Komödie DIE COOPERS – ein Film für jung und alt, welcher sich mit einem wahren Chaos-Tag im Leben des 11-jährigen Alexander befasst. Und auch wenn es einen speziellen Moment gibt, der dezent auf einen höheren Fantasy-Kontext anspielt – in Form eines Geburtstagswunsches nämlich – bleibt es in diesem Fall bei einer recht bodenständigen Produktion. Das bedeutet, dass man keinesfalls jene spezielle Disney-Magie erwarten sollte, die vor allem die früheren Werke des Studios auszeichnete – stattdessen aber ein realitätsnahes und kindgerechtes Porträt einer Familie serviert bekommt, welches direkt aus dem Leben gegriffen scheint. Eines, das demnach nicht mit allerlei Fabel-Wesen oder unglaublichen Kräften glänzt – sondern vielmehr mit einem lockeren Witz, vergleichsweise charmanten Charakteren und wenn man so will auch einer vereinfachten Form von Gesellschaftskritik. Schließlich sollten besonders Menschen mit Familie und / oder Kindern Probleme wie die auch bei den COOPERS auftretenden bekannt vorkommen: das moderne Leben ist stressig, der Alltag verlangt es sowohl Beruf als auch Familie und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Dass das nicht immer klappt, beziehungsweise man im besten Fall sogar positives aus einem komplett aus dem Ruder gelaufenen Tag ziehen kann – das zeigt DIE COOPERS relativ ungekünstelt auf.

Ob man letztendlich auch von einem wertvollen Film sprechen kann, ist eine andere Angelegenheit – aber offenbar war das Projekt aus der Feder von Drehbuchautor Rob Lieber (beziehungsweise Judith Viorst, die das Original lieferte) gar nicht explizit darauf ausgelegt. Im Vordergrund steht die Unterhaltung, der Spaß für jung und alt – die sich in so manch absurder Situation des Films wiederfinden könnten und schnell entsprechende Empathien entwickeln. Dass das so gut funktioniert, liegt aber sicher auch an den guten Darstellern – die ihre Rollen allesamt sympathisch verkörpern. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei vornehmlich dem jungen Ed Oxenbould gelten, der die Hauptrolle des Alexander innehat – und diese Position mit einem gewissen Witz und Charme perfekt auszufüllen scheint. Auch wenn sie nicht unbedingt zu den schwierigeren zählt; was er sicher mit seiner Mitwirkung an einem Film wie PAPER PLANES (der auf der diesjährigen Berlinale aufgeführt wurde) wieder ausgleichen kann. Gleichermaßen sympathisch, wenn auch mit einer deutlich geringeren Screentime behaftet sind dann seine Film-Geschwister Dylan Minnette und Kerris Dorsey – die sicherlich noch mehr in Petto gehabt hätten, aber immerhin in den ihnen jeweils zugewiesenen Haupt-Szenen (die Vorbereitungen zum großen Schul-Ball und die Aufführung einer Schultheater-Version von Peter Pan) positiv überraschen. Dann wäre da noch das Elternpaar, welches von den vergleichsweise alten Hasen Steve Carell und Jennifer Garner  verkörpert wird. Auch hier gilt: gerade von Steve Carell hätte man unter Umständen peinlicheres erwarten können – doch in diesem Fall hält er sich entsprechend zurück und macht seine Sache vergleichsweise gut; wenn auch eventuell etwas zu schablonenhaft.

Was bleibt, sind vor allen zwei Elemente die über den Aufstieg oder Fall des Films entscheiden könnten: die gesamte technische Aufmachung und die Qualität der Gags, die immerhin am laufenden Band serviert werden. Und auch wenn man das hier gezeigte nicht als herausragend oder gar kultverdächtig einstufen kann; so kann zumindest eine Entwarnung gegeben werden: weder sind DIE COOPERS von einer allzu bunt-kitschigen Gesamtaufmachung gekennzeichnet, noch von allerlei modernen (das heißt: hektischen) Maßnahmen hinsichtlich der Kameraführung oder des Schnitts. Die Qualität der Gags bleibt auf einem annehmbaren Niveau – wirkliche Überraschungen bleiben aus, doch zumindest eine handvoll Lacher sind garantiert; und das ganz ohne Fremdschämen. Dazu sollte man anmerken, dass der Film eine FSK-Freigabe ab 0 erhielt – und auf eine entsprechend universale Zuschauergruppe ausgerichtet ist. In Anbetracht der Vorstellung einer gelungenen Familienkomödie mit Elementen für alle Altersklassen sind DIE COOPERS also zweifelsohne geeignet. Nur wer ein Herausbrechen aus gängigen Film-Konventionen der Marke Disney oder generell neuartiges erwartet, wird eher enttäuscht werden.

Fazit: DIE COOPERS ist kein herausragender oder gar revolutionärer Film – aber immerhin eine annehmbare Familienkomödie mit einem nicht ganz so flachen Witz-Potential und allerlei charmanten Charakteren. Wie so oft stellt sich die Frage, was man hätte besser oder anders machen können – in diesem Fall fällt die Entscheidung schwer, erst Recht wenn man sich an der Freigabe ab 0 Jahren orientiert. In Anbetracht dessen ist sogar verdächtig wenig plumper Klamauk enthalten, die einzelnen Erlebnisse und Sichtweisen der Charaktere sorgen zudem für die nötige Abwechslung und verschiedene Identifikationsfiguren. Somit bleibt wohl nur die Frage, ob man sich nicht doch noch intensiver mit dem eigentlichen Hauptcharakter hätte befassen sollen. Doch da es sich hier um seinen zwölften Geburtstag handelt (er also noch nicht wirklich in einer zündstoffhaltigeren Phase der Pubertät ist) und das Ganze eher als Porträt einer Familie im Gesamten – und nicht als Coming-Of-Age-Komödie – gesehen werden soll; so wurde vermutlich doch vieles richtig gemacht.

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„Kein wirklich aufregender oder andersartiger; aber doch grundsolider Familienfilm für alle Altersklassen.“

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