Metal-CD-Review: BLIND GUARDIAN – Battalions Of Fear (1988)

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Alben-Titel: Battalions Of Fear
Künstler / Band: Blind Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Februar 1988
Land: Deutschland
Stil / Genre: Speed Metal
Label: No Remorse Records

Alben-Lineup:

Hansi Kürsch – Bass, Vocals
André Olbrich – Guitars, Vocals (backing)
Marcus Siepen – Guitars, Vocals (backing)
Thomen Stauch – Drums

Track-Liste:

1. Majesty (07:31)
2. Guardian of the Blind (05:12)
3. Trial by the Archon (01:45)
4. Wizard’s Crown (03:50)
5. Run for the Night (03:36)
6. The Martyr (06:18)
7. Battalions of Fear (06:09)
8. By the Gates of Moria (02:53)

Die Geburt einer Legende.

Kurz nachdem eine neuartige Spielart des Metal erstmals über den deutschen Musikmarkt fegte und mit HELLOWEEN’s ersten Studiowerken salonfähig gemacht wurde, folgten zahlreiche Bands die auf den Zug der immer größeren Power Metal-Bewegung aufgesprungen sind. Die ersten wichtigen Kandidaten, die den deutschen Urgesteinen dabei in nichts nachstanden waren BLIND GUARDIAN – die auf eine ganz ähnliche Spielart im Bereich des Speed Metals setzten. Und, die ihre Fähigkeiten erstmals mit BATTALIONS OF FEAR unter Beweis stellen konnten. Das bereits zu Beginn des Jahres 1988 veröffentlichte Album genießt dabei bei vielen Hörern einen legendären Status – was leicht dahergesagt erscheint; sich aber spätestens dann bestätigt wenn man den Silberling einmal einlegt und komplett durchhört. Dass fällt nicht nur in Anbetracht der kurzen Spieldauer von knapp unter 40 Minuten leicht – sondern auch, da BLIND GUARDIAN hier eine besondere Form der Energie versprühen, die es so gut wie unmöglich macht sich der Wirkungskraft dieses Release zu entziehen.

Das mag mitunter auch daran liegen, dass das Album auf mindestens zweierlei Art und Weise charmant erscheint: zum einen klingt BATTALIONS OF FEAR schlicht nach einem besonders zeitlosen, aber eben doch in den 80er-Jahren zu verortenden Musikwerk; und zum anderen sorgen das allgemeine Tempo und die alles andere als glatt geschliffene Produktion für einen schön rauen und ungekünstelten Eindruck. Wie auch die Tatsache, dass mit André Olbrich und Marcus Siepen zwar enorm starke Gitarristen am werkeln sind – und man erst gar keine anderen Spielereien braucht, um das Album schön gehaltvoll (in Bezug auf die Instrumentalkulisse) klingen zu lassen. Das selbe gilt dann wohl auch für den eigentlichen Inhalt und die Aussagekraft des Albums; wobei es letztendlich gar keine so große Rolle spielt was hier besungen wird. Wenn ein Album derart ehrlich und, man nenne es straightforward klingt; so hat es zu Recht die Geschichte des Power Metals beeinflusst respektive gar maßgeblich geprägt.

Entsprechend schwer wird es auch, sich einzelne Nummern herauszupicken – man kann und sollte sie alle genießen; selbst das Interludium TRIAL BY ARCHON – welches ebenfalls und trotz seiner Kürze kongenial ausfällt. Die volle Ladung ungekünstelter und sich direkt in das Gedächtnis brennender Riffs, Soli und einen Leadgesang der sich gewaschen hat; findet sich dann an allen anderen Stellen – mit dem wahrlich heftigen MAJESTY als Vorbote. Überhaupt verdient die Leistung von Hansi Kürsch alle nur erdenklichen Lobpreisungen – er scheint geradezu vor Kraft zu explodieren, bleibt aber dennoch stets im Rhythmus und klingt trotz der anberaumten Aggressivität auf seine ganz eigene Art und Weise emotional. Gänsehaut ist dann auch bei einem Refrain wie GUARDIAN OF THE BLIND garantiert – einer zweifelsohne sehr gut zur passenden Hymne. Refrain ist überhaupt ein gutes Stichwort – wer auf besonders eingängige (aber eben nicht zu süßlich klingende) aus ist, kommt um eine Scheibe wie diese kaum herum. Lediglich der einstweilen noch etwas ungestüme Eindruck des Albums und die fehlende Diversität (tatsächlich sind die Nummern alle recht ähnlich aufgemacht) könnten den ein oder anderen stören.

Aber: BATTALIONS OF FEAR ist ein absolutes Muss für alle, die sich auch nur ansatzweise für den Power Metal und seine Geschichte interessieren – und sicherlich auch all jene, die einfach nur einen rundum gelungenen Silberling in den Händen halten wollen. Ob damals oder heute, das Debütalbum von BLIND GUARDIAN verfehlt kaum seinen Zweck und beweist, dass die Jungs heute zu Recht als eine der erfolgreichsten deutschen Metal-Combos das Antlitz unzähliger Bestenlisten zieren. Später klangen sie natürlich noch professioneller und vielleicht auch majestätischer; doch auch dieser energetische und raue Beginn der Karriere lässt sich sehr gut zelebrieren. Vielleicht; und wenn man so will sogar noch ein stückweit mehr…

Absolute Anspieltipps: MAJESTY, GUARDIAN OF THE BLIND, BATTALIONS OF FEAR


„Ein Klassiker für (fast) alle Fälle.“

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