Metal-CD-Review: DRAGON GUARDIAN – 輪廻のウロボロス / Rin’ne No Uroborosu (2015)

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Alben-Titel: 輪廻のウロボロス / Rin’ne No Uroborosu
Künstler / Band: Dragon Guardian (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1999
Land: Portugal
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Recital Records

Alben-Lineup:

Kouta – Guitars
Teru – Guitars
Arthur Brave – Lyricist, Composer, Arranger, Programming, Guitars
Leo Figaro – Vocals
Spetsnaz – Vocals
Haruka – Vocals
Yazin – Vocals

Track-Liste:

1. Side A:Last (01:09)
2. 第二次宇宙戦争 (04:37)
3. 魔法の薬 (05:01)
4. 碧狼の暗殺者 (03:29)
5. 千ノ矢ニ打タレテモ (03:51)
6. 贖罪の聖女 (04:23)
7. 聖杯物語 (03:40)
8. 太陽が昇らない丘で (04:40)
9. Fates of Tragedy (03:33)
10. Side B:First (03:34)

Nichts neues aus dem Hause DRAGON GUARDIAN ?

Eines muss man den Jungs (und Mädels) von DRAGON GUARDIAN ja lassen. Seit der noch recht frischen Bandgründung im Jahre 2006 feuerten sie immer wieder mit neuen Material um sich – und dass so sehr, dass selbst die Frequenz von einem Album pro Jahr nicht mehr wirklich ausreicht. Fans der ungewöhnlichen Combo um Mastermind Arthur Brave können sich also durchaus glücklich schätzen – sofern sie denn japanischer Herkunft oder zumindest der entsprechenden Sprache mächtig sind, versteht sich. Denn eines hat sich im Falle von DRAGON GUARDIAN leider noch immer nicht geändert, was sicher dezent im Gegensatz zur allgemeinen aufstrebenden Position der Combo steht: nach wie vor scheint man nicht sonderlich daran interessiert, dass auch internationaler Hörer auf die Band aufmerksam werden. Der offizielle Web-Auftritt besteht aus der westlichen Sicht und trotz .com-Adresse komplett aus Hieroglyphen, selbst die auf Youtube veröffentlichten Promo-Clips lassen sich nur entsprechend schwer finden. Was entsprechend interessierte dennoch nicht daran hindern sollte, eines Releases wie RIN’NE NO UROBOROSU (wobei es sich lediglich um den Versuch einer Umschrift handelt) habhaft zu werden – aber dennoch ist es schade.

Schließlich verfolgt man bei DRAGON GUARDIAN eine mitunter recht angenehme, sicher auch außerhalb von Japan funktionierende Spielart des Power Metal – was ein besonderer Verdienst von Arthur Brave ist, der mit seinen Kompositionen eher Geschichten erzählt als plumpe Haudrauf-Nummern zu inszenieren. Daher finden sich seit jeher auch allerlei gesprochene Parts innerhalb der Titel, die bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich von Frauen eingesungen werden. Die Namen der jeweils beteiligten Künstler herauszufinden ist nicht immer leicht – Fakt ist wohl nur, dass die ehemalige Galionsfigur der Band, eine gewisse Fuki; schon länger nicht mehr mit von der Partie ist. Auch wenn sie eine besonders außergewöhnliche Stimme hatte, ist das noch lange kein Totalausfall – denn Arthur Brave schafft es noch immer, stets die talentiertesten Sängerinnen um sich zu scharen. Wie auch in diesem Fall – wobei er zusätzlich Unterstützungen von der Partner-Band KNIGHTS OF ROUND bekommt, die zuletzt ein Album mit dem sperrigen Titel A FALLING BLOSSOM WILL BLOOM AGAIN (Review) veröffentlicht hatten.

Aber noch etwas zeichnete die Zusammenarbeit der beiden japanischen Combos des öfteren aus: ein gewisser Hang zum experimentellen. Einer, der jedoch nicht immer zu zufriedenstellenden Ergebnissen führte – wie es besonders gut an der auf einen 8-Bit-Sound getrimmten EP POLYPHONY (Review) erkennbar war und ist. Und nun kommt nach dem bestenfalls mittelprächtigen Studioalbum CYUSHINGURAKITODEN (Review) aus dem Jahre 2014 schon RIN’NE NO UROBOROSU daher. Ein Album, auf dem glücklicherweise nicht mehr ganz so viel experimentiert wird – dem aber dennoch etwas abhanden kommt. Was genau das ist, ist nur schwer zu eruieren – klar ist nur, dass sich das Album trotz der geringen Spielzeit von unter 40 Minuten stets so anfühlt, als würde es kein Ende nehmen. Und das ist schonmal ein schlechtes Zeichen, ob hier oder in Japan – irgendwie haben es DRAGON GUARDIAN verlernt, wirklich gute und aussagekräftige Nummern zu schreiben; eben solche die auch auf einer internationalen Ebene funktionieren. Dabei hat man es mit dem doch sehr guten Studioalbum SEIMAKEN VALKYRIAS (Review) entsprechend vorgemacht, trotz auch hier greifender Sprachbarrieren – wo die musikalische Wucht auf der einen, und die schiere Verspieltheit der Band auf der anderen Seite geblieben sind, bleibt fraglich.

Und so klingt RIN’NE NO UROBOROSU vor allem nach einem: nach einem eher belanglosen Gedudel (bereits der Opener ist mit seinem verwaschenen Eindruck und Elementen aus dem Modern Metal eine Qual); das auf der Haben-Seite zumindest einige annehmbare Riffs und einen schmackhaften handwerklichen Part für sich verbuchen kann. Von der Handhabung der Instrumente, den gesanglichen Leistungen und der Produktion her scheint tatsächlich alles zu stimmen – doch hilft das nicht viel, wenn die Titel einfach keine wie auch immer geartete Wirkung entfalten können. Zudem wissen allerlei elektronische Elemente den Gesamteindruck zu stören – sowie auch die verqueren Gesangs- bzw. Sprechstrukturen, die man kaum auseinander halten kann. Dass DRAGON GUARDIAN mitunter auch als symphonische Power Metal Combo bezeichnet werden, macht es nicht viel besser – wenn überhaupt handelt es sich hier um die wohl am künstlichsten klingende symphonische Band aller Zeiten. Zumindest aktuell – früher einmal traf diese Bezeichnung schon eher zu. Das Fass zu macht dann ausgerechnet jener hoch angepriesene Titel FATES OF TRAGEDY, für den man sich den japanischen Sänger bzw. Shouter Spetsnaz ins Boot holte. Hier handelt es sich um den wohl ärgerlichsten Titel des Albums. Nicht unbedingt, weil das Liedgut nicht solide dargeboten wird – sondern schlicht, da jene Form des aggressiven Leadgesangs nicht wirklich zum sonstigen Outfit von DRAGON GUARDIAN passt.

So werden DRAGON GUARDIAN a uch mit ihrem neuesten Output keinen Blumentopf gewinnen können, was schade ist – zeigt ihre Diskografie auf, dass sie durchaus in der Lage sind für den ein oder anderen exotischen Geheimtipp zu sorgen. Immerhin wirkt es somit nicht mehr ganz so schwer, dass die Band nicht wirklich in der Lage ist geschweige denn interessiert daran zu sein scheint, sich auch international zu präsentieren. Mit diesem Album jedenfalls verpasst man hier im Westen nichts.

Absolute Anspieltipps: 贖罪の聖女 (Track 6)


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„Ein schlechtes Omen für 2015 ? Es wird jedenfalls nicht lange dauern, bis DRAGON GUARDIAN nachlegen.“

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