Metal-CD-Review: ORATORY – Last Prophecy (EP, 1999)

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Alben-Titel: Last Prophecy (EP)
Künstler / Band: Oratory (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 1999
Land: Portugal
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Recital Records

Alben-Lineup:

Rui Santos – Bass
Miguel Gomes – Guitars
António Silva – Keyboards
Ana Lara – Vocals
João Rodrigues – Drums
Marco Alves – Vocals

Track-Liste:

1. The Other Side of the Sea (07:56)
2. Last Prophecy (00:11)
3. Life in Another Star (04:22)
4. Oratory (06:41)

Eine von vielen Daseinsformen von ORATORY.

LAST PROPHECY ist die erste EP der portugiesischen Melodic Power Metal-Formation ORATORY – einer Band mit einer ebenso interessanten wie bewegten Geschichte; vor allem in Bezug auf etwaige Besetzungswechsel. Schließlich hat die 1994 gegründete Band vor dieser Erst-EP bereits zwei Demos veröffentlicht, die man durchaus als rar bezeichnen könnte – und über die es so gut wie keine Informationen gibt. Fakt ist wohl nur, dass diese eher experimenteller Natur waren (wie es beispielsweise auf Youtube zu hören ist); und letztendlich weniger mit LAST PROPHECY gemein haben als es zu vermuten wäre. Die vorliegende EP beschreibt somit – und so gesehen – den bereits zweiten Lebensabschnitt der Band. Einen, der mit dem bald auf die EP folgenden Debütalbum ILLUSION DIMENSIONS (Review) in Stein gemeißelt werden, aber nicht allzu lange anhalten sollte – das zweite Album BEYOND EARTH (Review) sah schon wieder ein etwas anderes Konzept vor. Und selbst das wurde wiederum nicht allzu lange aufrechterhalten, wie man heute weiß – ORATORY haben nach einem letzten Lebenszeichen aus dem Jahre 2005 (die INTERLUDIUM-EP, Review) nichts mehr von sich hören lassen.

Und dazu kann man nur sagen: leider. Denn ausgerechnet jene quasi-Alternativband, die im Laufe der Jahre mit dem ehemaligen ORATORY-Leadsänger Marco Alves aus dem Boden gestampft wurde; konnte sich höchstens als eine der peinlichsten Genre-Bands überhaupt einen Namen machen. Die Rede ist von WATERLAND – eine Band, deren Musik deutliche Parallelen zu der von ORATORY aufweist, sich aber spätestens in Bezug auf die Qualität des Outputs nicht mehr mit dem jeweiligen Original messen kann. Umso wehmütiger stimmt es einen dann auch, eine EP wie LAST PROPHECY zu hören. Eine EP, die noch meilenweit von einer wie auch immer gearteten Perfektion entfernt ist, aber schon locker aufzeigt was die Combo damals alles in Petto hatte – und viele Kollegen (ja, auch die von WATERLAND) verdammt alt aussehen lässt. Letztendlich handelt es sich hier um nicht weniger als den Grundstein der Portugiesen, deren Karriere mit ILLUSION DIMENSION den wohl einzigen und auch letzten Höhepunkt fand.

Und so ist es eine (fast) ebenso wohltuende Angelegenheit, sich diese Debüt-EP zu Gemüte zu führen – von der interessanterweise nur ein Titel auf das Debütalbum übernommen wurde: der Titeltrack LAST PROPHECY. Der klingt auf der vorliegenden EP noch nicht ganz so ausgereift, ist aber dennoch ein bessere der ruhigeren ORATORY-Nummern. Interessant ist nur, dass diese Ur-Version mit zusätzlichen Spinett-Klängen versehen ist – und so noch ein wenig mehr an den Sound der Kollegen von RHAPSODY OF FIRE erinnert. Vermutlich um sich ihre Eigenständigkeit zu wahren wurden diese Elemente auf dem Debütalbum deutlich zurückgefahren – eine gute Entscheidung, wie sich zeigte. Der eigentliche Grund für die Anschaffung dieser EP findet sich rückwirkend betrachtet aber ohnehin in den beiden anderen Titeln, THE OTHER SIDE OF THE SEA und ORATORY. Diese sind beide recht solide – wenn auch kein Vergleich zu den späteren Nummern auf dem Debütalbum, was wohl auch ein Grund dafür ist wieso man sich gegen sie entschieden hat. Dennoch lassen sie sich hören – was besonders an der Interaktion von Leadsänger Marco Alves und seiner Gesangspartnerin Ana Lara liegt; aber auch an den flotten Soli und den ansprechenden Instrumentalpassagen.

Grundsätzlich besteht die EP zwar nur aus drei vollwertigen Titeln, und kommt auf eine Spielzeit von knapp 20 Minuten. Dennoch reicht das hier präsentierte Material locker aus, um den geneigten Genre-Fan zu begeistern – sowohl aus damaliger als auch heutiger Sicht. Allerdings auch nur, und das ist die Einschränkung; als Vorgeschmack auf das Debütalbum ILLUSION DIMENSIONS. Für eine alleinstehende EP ist es dann doch etwas zu wenig Material, zudem ähneln sich die drei hier dargebotenen Nummern relativ stark.

Absolute Anspieltipps: THE OTHER SIDE OF THE SEA, LIFE IN ANOTHER STAR


55button

„Ein alles andere als überwältigender, aber doch zufriedenstellender Vorgeschmack.“

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