Metal-CD-Review: ORDEN OGAN – Ravenhead (2015)

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Alben-Titel: Ravenhead
Künstler / Band: Orden Ogan (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. Januar 2015
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Tobi – Guitars
Seeb – Vocals, Guitars, Keyboards
Niels – Bass, Vocals (choirs)
Dirk – Drums

Track-Liste:

1. Orden Ogan (01:26)
2. Ravenhead (06:06)
3. F.E.V.E.R (04:24)
4. The Lake (04:16)
5. Evil Lies in Every Man (05:45)
6. Here at the End of the World (05:02)
7. A Reason to Give (04:32)
8. Deaf Among the Blind (05:06)
9. Sorrow Is Your Tale (05:43)
10. In Grief and Chains (02:13)
11. Too Soon (03:51)

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte…

Es gibt sie immer noch – Bands aus deutschen Landen, die sich im Verlauf der letzten Monate und Jahre wahrlich gemausert haben. Bei manchen verläuft dieser Prozess eher hintergründig und im stillen ab, bei anderen wiederum unter den Augen der Welt – wie sicherlich auch bei ORDEN OGAN und ihrer stetig wachsenden Fangemeinde. Dabei war es zunächst recht still um die Band aus Nordrhein-Westfalen, die im Zeitraum von ihrer Bandgründung im Jahre 1996 bis in das Jahr 2007 nur ein einziges Album (TESTIMONIUM A.D., 2004) veröffentlicht hatte. Mit dem Jahre 2008 kam jedoch der Umschwung, und sei er nur gefühlt – und mit ihm allerhand neues, zumeist verdächtig hochkarätiges Material. So kommt es, dass auf das letztaktuelle und im allgemeinen sehr gut angenommene Studioalbum TO THE END aus dem Jahre 2012 (Review) schon das nächste folgt – das vielversprechende, 11 Titel starke RAVENHEAD. Ein Album, von dem man im besten Fall bereits gehört hat; und sei es in Form der bereits im Dezember 2014 veröffentlichten Singleauskopplung F.E.V.E.R. – ein Titel, zu dem auch ein entsprechendes Musikvideo abgedreht wurde.

Mit dem nun veröffentlichten Album zeigt sich dabei zunächst eines: der vermittelte Ersteindruck der Single und des Videos, sowie den Hörproben scheint in diesem Fall sehr gut mit der Qualität des finalen Produktes zu harmonieren. ORDEN OGAN sind schon längst keine Nischen- oder Spartenband mehr, sie sind eine feste Größe im Bereich des deutschen Power Metal. Eine Größe, bei der nicht nur der immer weiter wachsende Bekanntheitsgrad Bände spricht – sondern glücklicherweise auch das bisher entstandene Material. RAVENHEAD ist dabei insofern eine Überraschung und ein weiterer Meilenstein, als dass man dieses Mal zu keinem Zeitpunkt mehr von potentiellen Schwächen hinsichtlich der Qualität des Materials, der Inszenierung oder etwaigen handwerklichen Leistungen sprechen kann. Das Album schrammt so nah an der theoretischen Perfektion, dass vor allem Freunden des Genres das Herz aufblühen oder ein Licht aufgehen sollte – und das interessanterweise auch ganz ohne einen jeglichen, oftmals fast schon obligatorischen Kitsch-Faktor.

Diese Anleihen scheinen ORDEN OGAN schon lange abgelegt zu haben – sodass die perfekte Symbiose aus härteren und absolut hymnentauglichen Momenten auch auf RAVENHEAD sehr gut zur Geltung kommt. Dabei ist es vor allem der insgesamt eher bodenständige, geerdete Eindruck, der begeistert – wobei es derzeit wohl nur ORDEN OGAN gelingt, dass einem Album trotz eben jener Bodenständigkeit eine gewisse epische Gesamtwirkung ebenfalls nicht abhanden kommt. Das liegt zweifelsohne auch den schmackigen, gut abgemischten Männer-Chören, die das Antlitz so manchen Titels auf RAVENHEAD zieren – warum auch nicht, handelt es sich hier um ein weiteres starkes Alleinstellungsmerkmal. Eines, das einerseits wunderbar markant ist – sich andererseits aber auch nicht allzu schnell abnutzt. Aber auch die Gitarren bekommen ausreichend Raum, sich zu entfalten. Im Zusammenspiel mit dem mehr als soliden Drumming entsteht so schnell eine schön druckvolle Kulisse – die dann auch noch von einem vergleichsweise außergewöhnlichen Sänger wie Sebastian „Seeb“ Levermann aufgegriffen und zusätzlich garniert wird. So vermag man oftmals kaum zu sagen, ob es nun jene gewisse Rauheit und Andersartigkeit ist, die ORDEN OGAN auszeichnet – oder die offerierte Melodiösität. Im wahrscheinlichsten Fall sollte man alle drei Begriffe miteinander kombinieren, und noch das kleine Wörtchen Perfektion mit in den großen Topf werfen – und fertig ist ein überraschend fein abgestimmtes Gesamtprodukt.

Somit bleibe eigentlich nur noch zu klären, in wie weit das sehr gute Album (das ist es in jedem Fall) eine Chance auf die allerhöchsten Etagen bezüglich des Power Metal-Siegertreppchens hat. Das muss wohl ein jeder für sich selbst entscheiden – im Sinne der Vollständigkeit dieses Reviews spräche wohl auch nur eine Sache dagegen. Und zwar die, dass sich ORDEN OGAN auf RAVENHEAD durchgängig von ihrer besten Seite zeigen – diese qualitative Grenze aber zu keinem Zeitpunkt überraschend durchbrechen. Im positiven Sinne, versteht sich – und in Form einer wahren Ausnahme-Nummer, auf die man immer wieder zurückgreifen würde oder wollte.

Fazit: RAVENHEAD ist das vielleicht beste bisherige ORDEN OGAN-Album – schlicht, da die Band weiter an ihrem Sound gefeilt und der theoretischen Perfektion verdächtig nahe gebracht hat. Markant sowohl im Sinne der offerierten Qualität und in Form eines Aushängeschilds sind der allgemein bodenständige Eindruck gepaart mit einem Hang zu einer ungekünstelten Epik, die wuchtigen Männerchorgesänge und die Vollendete Beherrschung der Instrumente in Zusammenhang mit einer perfekten Vor- und Nachbearbeitung (Produktion, Abmischung, Mastering). Das einzige, was dann mitunter auf der Strecke bleiben kann ist das markante Aha-Erlebnis im einzelnen – vielmehr ist es die Gesamtzahl der Titel, das Album als Ganzes welches eine entsprechende Wirkung entfaltet. Eine einstweilen etwas zu gleichförmige vielleicht, hie und da hätte man aus der etablierten Atmosphäre ausbrechen können oder sollen – aber immerhin geht es hier um Kritik auf hohem Niveau. die Scheibe kann allen bedenkenlos ans Herz gelegt werden, die einen Power Metal Made In Germany schon immer etwas abgewinnen konnten, oder einfach mal erleben wollen welche späten Früchte Combos wie HELLOWEEN oder GAMME RAY hervorgebracht haben.

Absolute Anspieltipps: Alle


80button

„Das I steht fest wie ein Fels in der Brandung – wenn überhaupt fehlt nur noch das Tüpfelchen.“

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