Metal-CD-Review: VEXILLUM – Unum (2015)

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Alben-Titel: Unum
Künstler / Band: Vexillum (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 16. Januar 2015
Land: Italien
Stil / Genre: Power Folk Metal
Label: Limb Music GmbH

Alben-Lineup:

Michele Gasparri – Guitars
Francesco Caprina – Guitars
Efisio Pregio – Drums
Francesco Ferraro – Bass
Dario Vallesi – Vocals

Track-Liste:

1. The Departure: Blow Away the Ashes (06:47)
2. The Jester: Over the Clouds (04:59)
3. The Sentenced: Fire and Blood (05:41)
4. Lady Thief: What We Are (04:49)
5. The Hermit: Through the Mirror (05:27)
6. The Way Back: The Clash Within (05:02)
7. The True Beginning: Standing as One (05:55)
8. Spunta la Luna dal Monte (Tazenda cover) (04:54)
9. Run Runaway (Slade cover) (03:08)

Unumomento, por favor…

Zeit – sie vergeht wie im Fluge. Gefühlt war es noch gar nicht allzu lange her, dass die italienische Bandcombo VEXILLUM etwaige Power Metal-Konsumenten mit ihrem Zweitwerk THE BIVOUAC (Review) beglückten – und nun steht der entsprechenden Gemeinde mit UNUM schon das nächste Werk der findigen Musiker ins Haus. VEXILLUM, das ist eine Band die eigentlich noch gar nicht so lange existiert – zieht man die Anfangszeiten der Band (als sie noch unter dem Namen SHADOW VEXILLUM unterwegs war) ab, so existiert sie erst seit 2007. Dennoch hat es bereits für drei Studio-Alben gereicht – und nicht nur das, schließlich scheinen VEXILLUM auch darauf aus zu sein einen möglichst eigenständigen Sound zu kreieren. Das geschieht in diesem Falle vor allem dadurch, dass Elemente des Power Metals mit denen des Folk Metals verknüpft werden – und eine stimmige Symbiose entsteht. Eine, die man am ehesten mit der von FALCONER vergleichen könnte – nur das VEXILLUM dann eher die Spaßvögel wären. Die musikalischen, versteht sich – ihre Musik geht ihnen offenbar recht locker von der Hand, fröhliche Melodien und allerlei Elemente die einen an altertümliche Jahrmärkte oder Darbietungen von Hofnarren denken lassen sorgen dafür, dass auch UNUM zu einer feucht-fröhlichen Angelegenheit avancieren kann.

Dennoch gibt es eine – wenn auch dezente Form – der Diskrepanz, die je nach Facón mehr oder weniger gravierend ausfallen könnte. Die Rede ist vom allgemein sehr gelungenen Instrumentalpart – und dem diesem nicht ganz das Wasser reichen könnenden Leadgesang von Dario Vallesi. Wie schon auf den Vorgängern klingt er nicht selten etwas angestrengt und bemüht – und nicht immer so kraftvoll, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Immerhin hat das Ganze einen Vorteil – seine Stimme, respektive seine Darbietung ist relativ unverkennbar und einzigartig. Aber ob es sich um eine der besseren Stimmen des Power Metals handelt – das muss ein jeder wohl für sich selbst beantworten. Fakt ist nur, dass es so vor allem die instrumentalen Kompositionen sind die sofort ins Ohr gehen werden – VEXILLUM klingen auf UNUM so lebendig wie eh und je. Oder sollte man eher sagen: so lebendig wie schon lange nicht mehr ?

Schließlich macht sich durchaus bemerkbar, dass es einiges an Entwicklung gegeben hat. UNUM klingt insgesamt etwas handfester als das etwas spielerische THE BIVOUAC, und macht sowohl in den eher druckvollen und den folkig-beschwingten Momenten einen Heidenspaß. Interessant ist dann auch die Tatsache, dass VEXILLUM erstmals eine Art zusammenhängendes Konzeptalbum präsentieren – auf dem zahlreiche Gastsänger zu hören sind. Das bereichert das allgemeine Klangbild des Albums um einen weiteren Faktor; wobei vor allem das Gesamtprodukt eines Titels wie THE SENTENCED verdammt gelungen ausgefallen ist – nicht zuletzt dank Hansi Kürsch. Aber auch eine Nummer wie THE WAY BACK kann für ein markantes Aufhorchen sorgen – eine Nummer, die komplett ohne einen Gastbeitrag auskommt und aufzeigt, was VEXILLUM alles in Petto haben. Eine schön flotte Gangart, rhythmisch-beschwingte Elemente an den richtigen Stellen, wuchtige Chorgesänge – sicher ist das hier dargebotene nicht wirklich neu, wird aber durchaus erfrischend und energetisch dargeboten.

Die Kehrseite der Medaille offenbart dann aber vor allem eines: UNUM fällt trotz der handwerklichen Verbesserungen nicht mehr ganz so atmosphärisch, einzigartig und sicher auch nicht mehr ganz so abwechslungsreich aus wie der Vorgänger. Im Gegenteil, viele der hier dargebotenen Nummern nutzen sich sogar verdächtig schnell ab. Sie gehen zwar schnell ins Ohr – rauschen aber auch ebenso schnell wieder heraus und erzeugen noch lange keinen nachhaltig wirkenden Eindruck. Das mag mit dem allgemeinen Spaß-Faktor des Albums zusammenhängen – welcher es eher zu einem quirligen Werk für Zwischendurch macht, und nicht unbedingt zu einem, dass einen  zu einer unvergesslichen Reise einlädt. Die etwas merkwürdigen Cover-Versionen unterstützen diesen Eindruck noch. Auch wenn sie handwerklich abermals kaum kritisch anzufassen sind, ist die entstehende Stimmung eine dezent abschreckende – trotz, oder gerade wegen des enormen Frohsinn-Faktors.

Sicher; VEXILLUM können ihre aufstrebende Position mit UNUM weiter untermauern, fallen hinsichtlich des Gesamteindrucks aber dezent hinter den Vorgänger zurück. Und das trotz der Aufmachung als inhaltlich zusammenhängendes Konzeptalbum, den Gastbeiträgen und der im allgemeinen doch recht gut umgesetzte Symbiose aus Power- und Folk Metal. Die einstweilen etwas gewöhnungsbedürftige gesangliche Darbietung sowie die Tatsache, dass sich die Nummern im Endeffekt doch sehr schnell abnutzen wird dieses Album jedenfalls zu keinem Dauerbrenner machen – sondern die Stimmung nur punktuell anheizen.

Absolute Anspieltipps: THE JESTER, THE SENTENCED, THE WAY BACK


65button

„Ein solides Genrealbum ohne Aha-Effekt.“

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