Metal-CD-Review: TIMELESS MIRACLE – The Enchanted Chamber (Demo, 2004)

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Alben-Titel: The Enchanted Chamber (Demo)
Künstler / Band: Timeless Miracle (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2004
Land: Schweden
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Kim Widfors – Drums
Fredrik Nilsson – Keyboards, Guitars
Mikael Holst – Vocals, Bass
Sten Möller – Guitars

Track-Liste:

1. The Gathering (00:58)
2. The Curse Pt.II : Return of the Werewolf (04:54)
3. Red Rose Pt. II (05:44)
4. Last Hour Pt.III : The Gates of Hell (04:25)
5. The Curse Pt.I : Curse of the Werewolf (07:12)
6. Witches of Black Magic (04:14)

Die Rückkehr der Helden – und ein Rückblick.

Die Nachricht, dass die schwedische Power Metal-Combo TIMELESS MIRACLE nach jahrelanger Abstinenz nun doch bald mit dem lange geplanten Album UNDER THE MOONLIGHT um die Ecke kommen könnte (siehe beispielsweise hier); sorgte bei vielen langjährigen Fans für eine längst vergessene Form des Wohlgefühls. Zumindest bei denen, die in den letzten Jahren konsequent nach jeder verfügbaren Information Ausschau hielten und somit auch erst von der frohen Botschaft (z.B. über das Band-Profil auf Facebook) erfahren haben. Wie viele noch folgen, oder beim zweiten Album sogar zufällig mit auf den Zug springen wird sich zeigen – doch man kann davon ausgehen, dass die Zahl der zu Recht begeisterten Fans noch weiter ansteigen wird. Das mittlerweile legendäre Debüt-Album der Band hat schließlich nicht von ungefähr eine 10/10-Wertung von diesem Blog hier erhalten (Link), und garniert nach wie vor die Spitzenposition der hiesigen Alltime-Metal-Charts (Link)…

Um die Wartezeit in Bezug auf das kommende, hoffentlich ebenso gute Material zu überbrücken, folgt an dieser Stelle nun ein weiteres TIMELESS MIRACLE-Review. Eines, welches zudem dringend nachzuholen ist respektive war. Richtig – es geht um nicht weniger als das einzige neben dem Debütalbum überhaupt noch verfügbare Material der Band, die THE ENCHANTED CHAMBER-Demo aus dem Jahre 2004. Obwohl es noch mehr Demo-Material gibt (Siehe z.B. die Auflistung in den Metal-Archives) wird es nach der Aussage eines Bandmitgliedes allein bei der Verfügbarkeit dieser Demo hier bleiben.

Dass die immerhin 6 Titel starke Demo vor allem für Fans der Band interessant sein sollte, liegt auf der Hand. Vor allem kann man sie jenen ans Herz legen, die das Debütalbum der Band lieb gewonnen und schätzen gelernt haben – und schon immer nach mehr Material gelechzt haben. Dieses ‚mehr‘ bedeutet in diesem Falle zwar nicht, dass es sich (rückwirkend betrachtet) um gänzlich neues Material handelt – aber dennoch lohnt es sich, die Demo für sich und als Fan zu entdecken. Sofern das nicht schon längst, oder vielleicht sogar schon damals und zu den Anfangszeiten der Band geschehen ist, versteht sich. So beinhaltet THE ENCHANTED CHAMBER 6 markante Titel, die alle auf das spätere Debütalbum übernommen wurden. Der eigentliche Clou liegt indes darin begründet, dass die Titel in dieser Form noch einmal ganz anders klingen als auf dem Debüt – und das obwohl sie hinsichtlich ihrer Strukturen quasi deckungsgleich geblieben sind.

Und doch sorgen verschiedene Elemente dafür, dass eine mitunter ganz neue Hörerfahrung entsteht. Zum einen wäre hier sicherlich der reine Sound-Faktor einer Demo-Produktion zu nennen. Der lässt das Ganze noch nicht ganz so sauber, druckvoll und professionell klingen wie später – sondern vielmehr etwas roher und ungeschliffener. Das ist allerdings und beileibe kein Nachteil; da die Urfassungen der Titel mindestens ebenso kraftvoll klingen wie die späteren Versionen, nur eben auf eine etwas andere Art und Weise. Die liegt wiederum in der doch merklich differente Performance von Leadsänger Mikael Holst begründet, der auf der Demo noch deutlich schroffer klingt – auch die Abmischung der Vocals und die noch nicht ganz so ausgeprägten Hintergrundchöre unterstützen diesen Eindruck eines ungeschliffenen Rohdiamanten.

Rein instrumentell regiert schon auf der Demo jene Versiert- und melodische Erhabenheit, die auch das Debütalbum auszeichnete. Auch hier gilt: noch kommt das Ganze nicht ganz so gut zum Vorschein, was kaum auf die Mitglieder; als vielmehr die allgemeine Soundqualität zurückzuführen ist. Dennoch lassen sie sich bereits hier erhaschen, jene wunderbaren Melodiebögen, jene handwerkliche Raffinesse, jene musikalische Abwechslung, jene Atmosphäre die vor allem die beiden WEREWOLF-Titel äußerst ungewöhnlich, intensiv und bemerkenswert ausfallen lässt. Doch wie heißt es so schön, und das besonders in Bezug auf eine vielseitig talentierte Band wie TIMELESS MIRACLE – die Abwechslung macht’s. So kommt die temporeiche Ur-Version von THE RED ROSE fast ebenso schmackig daher wie die Finalfassung, und der gemäßigte Midtempo-Stampfer THE GATES OF HELL fast ebenso majestätisch. Richtig Laune macht dann WITCHES OF BLACK MAGIC – ein Titel, dem der etwas rohere Soundeindruck der Demo sogar zusätzlich zugute kommt.

Insbesondere als eingefleischter TIMELESS MIRACLE-Anhänger sollte man sich diese Demo – sofern noch nicht geschehen – also besser nicht entgehen lassen. Allein die Tatsache, dass sich die bereits bekannten Nummern hier noch einmal deutlich anders wirken und einen etwas raueren Gesamteindruck entstehen lassen, macht die Sache mehr als lohnenswert. So bekommt man in diesem Fall keine perfekte Produktion und hie und da vielleicht ein paar noch nicht ganz passig erscheinende Sound-Elemente serviert – dafür aber eine ungekünstelte Spielfreude und ein Talent, dass im Bereich des Melodic Power Metals seinesgleichen sucht.

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Vermutlich eine der stärksten Demos aller Zeiten. Trotz oder gerade wegen des verbesserungswürdigen Sounds und der geringen Spielzeit, die einen nach MEHR gieren lässt.“

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