Metal-CD-Review: ORATORY – Interludium (EP, 2005)

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Alben-Titel: Interludium (EP)
Künstler / Band: Oratory (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. Juli 2005
Land: Portugal
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Recital Records

Alben-Lineup:

Rui Santos – Bass
Miguel Gomes – Guitars
António Silva – Keyboards
Ana Lara – Vocals
Pedro Cabral – Drums

Track-Liste:

1. As One (03:19)
2. Free of Secrets (03:51
3. Song of Lust (Live in S.Pedro do Sul – 2004) 0(3:44)
4. Fight for the Light (Live in S.Pedro do Sul – 2004) (04:13)
5. Rising Land (Live in Paradise Garage – 2000) (04:18)
6. Still Waiting for the King (unreleased track) (02:40)
7. Lusitania (Tarantula cover) (04:50)
8. Eternal Flame (Bangles cover) (03:29)
9. Beyond Earth (remix) (04:02)

Durchatmen – es ist Zeit für ein Interludium.

Der Fall ORATORY ist schon ein interessanter. Während die portugiesische Band schon früh begonnen hat (das heißt, im Jahr 1994) und es im Laufe der Jahre zu drei markanten Demo-Veröffentlichungen gebracht hat; sollte das Debütalbum noch bis zum Jahr 2000 auf sich warten lassen. Dieses war insgesamt betrachtet grundsolide, hatte jedoch mit leichten Schwächen in Bezug auf den Sound zu kämpfen (siehe Link zum Komplett-Review). Ein noch größerer Streitpunkt eröffnete sich dann allerdings erst mit dem Nachfolger BEYOND EARTH aus dem Jahre 2002 (Review), auf dem nun nicht mehr das ansprechende Gesangsduett aus Marco Alves und Ana Lara zu hören war – sondern nur noch der weibliche Gesangspart. Der hatte zwar auch einiges zu bieten, doch letztendlich ging das auf dem Debüt überraschende Alleinstellungsmerkmal des zweistimmigen Leadgesangs verloren; und somit auch eine Besonderheit von ORATORY. Eine, die trotz kleinerer Schwächen irgendwie doch recht gut zum melodiösen und einstweilen etwas kitschig anmutenden Sound der Band passte.

Als Wink mit dem Zaunpfahl könnte sich daher INTERLUDIUM erweisen – die ORATORY-EP aus dem Jahre 2005. Die scheint die Position der nunmehr allein agierenden Leadsängerin Ana Lara erneut festigen zu wollen, und offeriert neben einem kleinen Rückblick in Form von Live-Aufnahmen auch eine handvoll neuer Titel. Genauer gesagt splittet es sich wie folgt (und mitunter etwas kompliziert) auf: drei der Titel sind Live-Aufnahmen, zwei sind Cover-Versionen, einer ein Remix einer alten Nummer, einer ein bisher unveröffentlichter Titel; und drei sind gänzlich neu. Abwechslungsreich, und vor allem für Fans der beiden Vorgängeralben lohnenswert ist das Ganze also allemal ausgefallen.

Bleibt die Frage nach dem eigentlichen Wert der enthaltenen Titel – ein Aspekt, über den man streiten könnte. Denn insbesondere die Live-Aufnahmen schneiden eher schlecht ab. Schlicht, weil sie einfach nicht gut klingen, vor allem nicht gesanglich – und von einer wie auch immer gearteten Stimmung bei einem Live-Konzert kommt nur wenig rüber. Fatal: gerade bei einer Nummer wie FIGHT FOR THE LIGHT schneidet Ana Lara alles andere als glorreich ab, sodass man den Gedanken an eine Live-Version die von Marco Alves präsentiert werden würde; kaum ablegen kann. Interessanter- und glücklicherweise kann man ihn aber in RISING LAND hören – da die Aufnahme nicht wie die anderen aus 2004, sondern aus dem Jahre 2000 stammt. Das klingt dann schon etwas interessanter, da das alte Gesangs-Duett seine Wirkung nicht verfehlt – aber leider handelt es sich nicht unbedingt um einen der stärksten damaligen ORATORY-Titel.

Während der Remix von BEYOND EARTH und der alte, unveröffentlichte Titel STILL WAITIN FOR THE KING recht unspektakulär und eher zu vernachlässigen daherkommen, sind es dann ausgerechnet die Cover-Versionen, die einen aufhorchen lassen – und wie. In diesem Falle sind beide gelungen, wobei besonders das vielen bekannte ETERNAL FLAME einen wunderbaren Metal-Anstrich bekommt – und trotz der nicht ganz unproblematischen Rhythmik verdächtig gut klingt. Schade ist nur, dass die Aufnahme offenbar etwas älter ist oder unter ungünstigen Umständen aufgenommen wurde – die Tonqualität ist hier merklich schlechter als bei den anderen Nummern oder dem Cover von TARANTULA’s LUSITANIA; welches mit einer ungewöhnlich starken Gesangsdarbietung aufwartet. Bleiben nur noch die beiden gänzlich neuen Titel – die nicht wirklich stark, aber auch kein Reinfall sind. Sie entsprechen in etwa der bereits auf BEYOND EARTH etablierten Qualität, klingen jedoch nicht mehr ganz so… künstlich, wenn man so will.

Für Fans von ORATORY ist die INTERLUDIUM-EP damit allemal eine lohnenswerte Investition – da man entsprechend viel für sein Geld bekommt. Vor allem der Faktor der Abwechslung macht in diesem Fall vieles aus; denn wann bekommt man sonst schon eine EP, die gleich 5 verschiedene Typen von Titeln (neue, unveröffentlichte, Live-Aufnahmen, Cover, Remixe) präsentiert ? Über alles andere kann oder sollte man vielleicht sogar streiten – da davon sicher auch die Zukunft der Band abhängt. ORATORY machen grundsätzlich gute, aber keineswegs spektakuläre Musik – die aufgrund des recht hohen Kitsch-Faktors und dem nicht unbedingt auf Härte ausgelegten Sounds nicht jedem Gefallen wird.

Absolute Anspieltipps: AS ONE, LUSITANIA, ETERNAL FLAME


70button

„Eine kurze, aber dennoch gut bestückte EP für Fans der Band.“

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