Metal-CD-Review: WATERLAND – Waterland (2008)

Alben-Titel: Waterland (Demo)
Künstler / Band: Waterland (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2008
Land: Portugal
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label:
Keins / Independent

Alben-Lineup:

Miguel Gomes – Guitars
Bruno Gomes – Vocals
Marco Alves – Vocals

Track-Liste:

1. Destiny (04:14)
2. Paradise (05:43)
3. Shinning World (03:12)
4. The Sign Of Mankind (04:32)
5. The Kingdom (07:03)
6. My Dark Light (04:30)
7. The Key (04:26)
8. The Man Who Wants To Be Free (04:21)
9. Tell Me (07:17)
10. In Nomine (03:08)
11. The King Of Fantasy (04:29)
12. Memories (05:11)
13. Waterland (03:49)
14. Guardians Of Night (10:22)
15. History (03:43)

Neue Bands braucht das Land… ?

In einem beliebten und von festen Größen dominierten Genre wie dem des Power Metal ist es doch immer wieder interessant, auch mal etwaigen Newcomern zu lauschen respektive ihnen eine Chance zu geben. So wie eventuell auch WATERLAND – einer melodischen Power Metal-Combo aus Portugal. Ihr erstes zur Verfügung stehendes Werk lauscht ebenfalls auf den Namen WATERLAND – und ist eine Demo-CD mit Titeln und einer Spielzeit von satten 76 Minuten. Die Demo ist dabei ausschließlich in einem digitalen Format verfügbar, und wird von der Band selbst vermarktet – sodass sich im besten Fall ein entsprechendes Label findet und die Jungs für die Zukunft einspannt. Aber ob sich das wirklich lohnen könnte ? Immerhin scheint die Band über ausreichend Ideen zu verfügen, sonst hätte es wohl kaum zu einer derart randvollen Demo gereicht. Oder ?

Leider zeigt sich, dass man die Gewichtung eben doch stark auf jenes oder legen sollte. Denn: WATERLAND’s Demo-CD ist in gewisser Weise schon ein starkes Stück. Stark in der Hinsicht, dass man zum einen eine extreme Vorliebe für einen durch und durch verkitschten Power- oder vielleicht eher Flower Metal mitbringen sollte – wenn das nur reicht. Schließlich lassen die hier dargebotenen Leistungen noch reichlich Luft nach oben, wobei diese Formulierung eigentlich noch untertrieben ist. Vieles innerhalb der 15 Titel wirkt tatsächlich derart unausgegoren, dass es einem eiskalt den Rücken runterlaufen lässt. Und das beginnt bereits – und fatalerweise – mit der Darbietung des Leadgesangs. Dieser ist nicht nur als recht unspektakulär einzustufen, sondern auch als verdächtig kraft- und emotionslos. Ganz schlimm allerdings wird es spätestens dann, wenn der Sänger mal etwas emotionaler klingen oder ruhigere Töne anschlagen möchte – oder man auf eine merkwürdige Form des vermeintlich unterstützenden Hintergrundgesangs (in diesem Falle ist das wohl eher ein Murmeln) setzt. Überhaupt erscheint es geradezu kurios, dass es ausgerechnet Marco Alvez sein soll, der hier als Gastsänger auftritt – der ehemalige ORATORY-Sänger ist kaum wiederzuerkennen. Da man die Umstände der Aufnahme nur schwerlich abschätzen kann, könnte man hier sicherlich noch eine Art Bonus gelten lassen – wenn zumindest die instrumentalen Leistungen diese Schwäche markant auszugleichen wüssten.

Doch leider gilt auch hier nur ein Stichwort: Fehlanzeige. Während ein Titel wie der Opener einfach nur unspektakulär daherkommt (da der Bass, die computergesteuerten Drums und das Riffing generisch, uninspiriert und viel zu kraftlos klingen), wird es in Anbetracht von Nummern wie PARADISE oder GUARDIANS OF THE NIGHT schon richtiggehend peinlich. Für eine derartige Form der… man nenne es Ausgelassenheit waren sich bisher selbst Bands wie FREEDOM CALL zu schade. Erst Recht in Anbetracht der hier offerierten Klang-Qualität und den katastrophalen handwerklichen Leistungen kann man eigentlich nur den Kopf schütteln. Die vermeintlich symphonische Aufmachung inklusive schrecklicher Sprechpassagen von GUARDIANS OF THE NIGHT unterstützt diesen Eindruck nur nochmals, sodass man sich fragen muss ob das hier dargebotene tatsächlich ernst gemeint war – und ist.

Es bleibt ein Blick auf alle dazwischenliegenden Nummern, die mal ganz ähnliche Peinlichkeiten zur Schau stellen oder so unspektakulär ausfallen, dass man nur lauthals gähnen wird. Es stellt sich eigentlich nur die Frage, ob man sich lieber fremdschämen (wie bei unterirdischen Nummern a’la MEMORIES) oder aber langweilen sollte – andere Wirkungen können WATERLAND in diesem Fall leider kaum erzielen. Daher gibt es auch keine expliziten Lichtblicke – nur Titel, die im Endeffekt dezent besser abschneiden als die anderen. Eventuell wäre hier das handwerklich schon etwas sicherer erscheinende SHINING WORLD zu nennen.

Fazit: Über den Faktor der schlechten Klang-Qualität und der noch markant verbesserungswürdigen Produktion könnte man vielleicht noch hinwegsehen – ließen WATERLAND zumindest im Anschein durchblicken, dass es lohnenswert wäre sie auch weiterhin im Auge zu behalten. Doch ist leider Gottes nicht der Fall. Zu plump, uninspiriert und kitschig klingt die Demo; die zu allen Überfluss auch noch viel zu lang ausgefallen ist. Denn wie sich zeigt ist der Grund dafür nicht ein im üppigen Maße vorhandenes Material, dass hinsichtlich seiner Qualität einfach präsentiert werden musste – sondern irgendein anderer, leider nur wenig nachvollziehbarer. Im Gedächtnis bleiben wird in Anbetracht dieser Veröffentlichung eher wenig – mit Ausnahme der katastrophalen Leistungen des Leadsängers, der fatal inszenierten Hintergrundchöre, des nervigen Drum-Computers und den sich stets nur wiederholenden, kraftlos-billigen Basis-Riffs. Oha… man darf nicht nur entsetzt sein, sondern in Anbetracht einer der niedrigsten Wertungen aller Zeiten auch eine Schweigeminute einlegen. Auf dass das Genre ein stückweit besser wird und aus Fehlern wie diesen lernt…

Absolute Anspieltipps: /


„Das mit Abstand ärgste, was das Genre des Power Metal zu bieten hat.“

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