Kurz Reingeschaut: SCHLAG DEN RAAB (Pro Sieben)

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Logo der Show auf Pro Sieben, (c) ProSiebenSat.1 Digital GmbH, Link

Von Wettbewerbsgedanken und Problemen.

Die Chancen, schon einmal auf das ProSieben-Format SCHLAG DEN RAAB gestoßen zu sein, sind vergleichsweise groß – schließlich handelt es sich um eine im wahrsten Sinne des Wortes abendfüllende Unterhaltungssendung. Eine, die im Vorfeld entsprechend beworben und groß angekündigt wird, sodass auch diesen Samstag (den 10. Januar 2015) wieder ca. 2 Millionen Zuschauer eingeschaltet haben. Auch ohne den eigentlichen Inhalt der Show zu besehen, fällt dabei vor allem eines auf: die Sendezeit sprengt oftmals den eigentlich anberaumten Rahmen, sodass es auch schon mal 5 oder mehr Stunden dauern kann, bis der Gewinner des Abends feststeht. Das liegt indes am speziellen Punkte-System der Sendung, das Spannung generieren soll und auf einen möglichst offenen Ausgang ausgelegt ist.

Sicher könnte man über den Sinn oder Unsinn dieser Form der Punktevergabe streiten – wie auch in Bezug auf die Tatsache, dass die Sendung fest in der Hand von Stefan Raab ist. Tatsächlich aber ist genau das einer der Pluspunkte des Formats, was einen einfachen Grund hat: Stefan Raab besitzt im Gegensatz zu den meisten Kandidaten auch den Ehrgeiz und den Willen, zu gewinnen. Eben diese Tatsache führt einen allerdings auch ebenso schnell zum eigentlichen Problem der Sendung. Ein Problem, dass wider erwarten nichts mit dem eigentlichen (und sicherlich strittigen) Unterhaltungsfaktor oder dem teils aufdringlichen Werbe-Charakter zu tun hat. Aber: im Gegensatz zu anderen groß inszenierten Sendungen mit Stefan Raab (wie etwa das TV TOTAL-Turmspringen) setzt man in SCHLAG DEN RAAB auf echte Kandidaten, die per Telefonvoting von den Zuschauern gewählt werden – oder auch nicht.

Dies offenbart auch das mitunter gravierendste Problem: so fair es auch erscheint irgendwelchen Menschen eine Chance auf einen Geldgewinn wie diesen einzuräumen; es scheint als hätten diejenigen die hier antreten das Geld nicht wirklich nötig. Mehr noch: es handelt sich dabei vordergründig um Menschen, die bereits gewisse Erfolge in ihren Leben haben verzeichnen können, und die neben ihren Berufen gerne auch noch zahlreichen Sportarten oder gar ehrenamtlichen Betätigungen nachgehen. Anders gesagt, und um den eigentlichen Bogen zur Überschrift zu schlagen: die hier vorgestellten Kandidaten stehen mitten im Leben, und könnten – auch wenn sicherlich ein jeder eine Summe wie die hier postulierten gebrauchen könnte – eine Niederlage problemlos verschmerzen. Wobei auch das zusätzlich und im Vorfeld abgeklärt werden wird – aber wie genau TV-Sender wie Pro Sieben hier vorgehen, das wird eben oftmals nur unter der Ägide einer Schweigepflicht an die direkt Beteiligten geäußert.

Das wirkt sich dann natürlich auch auf die Sendung aus – bei der man nicht selten erlebt hat, dass die Kandidaten wenig motiviert vorzugehen scheinen und in den Spielen katastrophal abschneiden… eine nicht wirklich spannende und sicher auch leicht ärgerliche Angelegenheit, nicht zuletzt für den Zuschauer. Natürlich sollte man Faktoren wie den der Aufregung oder die Scheu vor der Kamera / vor Live-Publikum mit einbeziehen; doch liefert das noch nicht wirkliche eine Erklärung für die sonst so standfesten Kandidaten. Fraglich bleibt, ob dies auch anders zu lösen wäre – denn würde man tatsächlich Kandidaten wählen die das Geld bitter nötig hätten bekäme das Ganze einen ganz anderen, dezent voyeuristischen bis perversen Beigeschmack; wie immer wenn Menschen im übertragenen Sinne um ihr Leben kämpfen und dabei gefilmt werden. Aber vielleicht schafft man es zumindest, Menschen zu wählen die nicht wie aus einem Katalog für perfekte Bürger daherbestellt wirken… ein Mittelweg wäre eventuell eine (unterhaltsamere) Option. Man mache sich selbst ein Bild von der Sendung und entscheide dann – Chancen dafür wird es Zukunft sicher noch reichlich geben.

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