Filmkritik: „Weihnachten Mit Dennis“ (2007)

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Originaltitel: A Dennis The Menace Christmas
Regie: Ron Oliver
Mit: Maxwell Perry Cotton, Robert Wagner, Louise Fletcher u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 83 Minuten
FSK: ab 6 freigegeben
Genre: Familienfilm / Komödie
Tags: Dennis | Walter | Lausbub | Weihnachten | Streit | Botschaft | Familie

Wenn ein Franchise allein nicht ausreicht.

Kurzinhalt: Der junge Dennis Mitchell (Maxwell Perry Cotton) ist ein Lausbub, wie er im Buche steht. Er lässt so gut wie keine Chance aus, wenn es darum geht seinen grantigen Nachbar Mr. George Wilson (Robert Wagner) zu ärgern – bis er eine Grenze überschreitet und das Verhältnis der beiden endgültig zerrüttet scheint. Hierbei handelt es sich um eine Situation, die so gar nicht in die nahende Weihnachtszeit passt – sodass etwaige gen Himmel gesandte Wünsche in Form eines Weihnachts-Engels erfüllt werden. Der erscheint den beiden Streithähnen, zeigt insbesondere Mr. Wilson eine erschreckende und auch zutiefst persönliche Vision auf – und sorgt so dafür, dass sich am Ende doch wieder alle zusammenraufen. Bis dahin gilt es jedoch, die ein oder andere Sichtweise zu ändern und sich auch einmal in die Lage des jeweils anderen zu versetzen…

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Wie es der Filmtitel bereits impliziert, ist WEIHNACHTEN MIT DENNIS eine fleischgewordene Fusion aus den bekannten Lausbubengeschichten um den liebenswerten Störenfried Dennis und der guten alten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Gleichzeitig, und unter Einbeziehung des Fakts dass Ron Oliver (der hauptsächlich für US-Amerikanische TV-Produktionen bekannt ist) den Regieposten übernommen hat; sollte man dabei nicht von einem groß angelegten Familien-Blockbuster ausgehen – sondern eher von einer leicht verdaulichen Film-Kost für die Weihnachts-Sasion. Einer, die sich zudem vielmehr auf die jeweiligen Originale beruft als neue Ideen zu servieren – und aufgrund der Qualität der Gags und Botschaften am ehesten für eine deutlich jüngere Zielgruppe zugeschnitten ist. Im Gegensatz zu anderen für die Weihnachtszeit produzierten Spielfilmen, oder beispielsweise auch den klassischen Werken von Disney stellt sich kaum eine Generations-übergreifende Faszination ein – WEIHNACHTEN MIT DENNIS bleibt vergleichsweise platt, uninspiriert und stellenweise leidlich infantil.

Hinzu kommt die Tatsache, dass beide enthaltenen Geschichten nicht nur miteinander kombiniert; sondern auch in die heutige Zeit (das heißt, das Jahr 2007) transferiert wurden. Als Folge entsteht somit nicht nur das Gefühl, als sei die Verfilmung möglichst zeitgemäß und modern inszeniert – auch geht jener potentieller Charme, der sonst aus der schieren Zeitlosigkeit der Geschichten hervorgeht; größtenteils verloren. Nicht zuletzt der eigentliche Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die regelrechte Katharsis von Mr. Wilson verkommt in dieser Version eher zu einer (von schlechten Spezialeffekten gespickten) Nebensache; die insofern keine Bedeutungsschwere offenbart als dass man zuvor erst gar kein Gefühl für die Charaktere hat entwickeln können. Das mag wie so oft am schwachen Drehbuch und den stark vereinfacht dargestellten Charakteren ohne besondere Züge oder einen nennenswerten Wiedererkennnungswert liegen – aber vielleicht auch daran, dass die Hauptrolle des Dennis mit (dem viel zu nett dreinschauenden) Maxwell Perry Cotton nicht optimal besetzt ist. Man merkt ihm seine Unerfahrenheit teils deutlich an – da hatte ein Mason Gamble im Original von 1993 noch deutlich besser abgeschnitten, auch wenn selbst der für eine goldene Himbeere als schlechtester Newcomer nominiert war. Mal abgesehen davon, dass sich dergleichen in Bezug auf gewisse Altersgruppen eigentlich automatisch verbieten sollte.

Fazit: WEIHNACHTEN MIT DENNIS ist ein Filmprojekt, welches zwei grundsätzlich angenehme und zeitlose Geschichten miteinander kombiniert; ebenso wie die enthaltenen kindgerecht verpackten Botschaften – dabei aber eine eher schlechte Figur macht. Schließlich merkt man dem Film jederzeit an, dass er ohne einen größeren Aufwand; ohne die Zugabe neuer Ideen und ohne ein ausreichendes filmisches Geschick produziert wurde – sodass man offenbar versuchte zu retten was zu retten ist. Somit liegt die letztliche Existenzberechtigung des Films darin begründet, dass er gut in die Weihnachtszeit passt – Punkt. Dass das allein aber etwas zu wenig ist – nicht zuletzt in Anbetracht der zahllosen Alternativen – liegt auf der Hand. WEIHNACHTEN MIT DENNIS ist so eher weniger für einen gelungenen Familien-Abend vor dem heimischen Bildschirm zu empfehlen, als vielmehr für eine; wenn man so will nebenbei laufende Berieselung der allerkleinsten. Da dies aber kaum dem entspricht, was man von einem gelungenen Weihnachtsfilm erwarten könnte, hat sich der Film als solches schon disqualifiziert. Auch wenn der Inhalt definitiv als kindgerecht abgestempelt werden kann und es keine bedenklichen Elemente gibt, so sollte man vielleicht auch in diesem Zusammenhang eine Alternative anberaumen und auf ein etwas nachhaltigeres, originelleres Werk zurückgreifen. Vielleicht ja auch eines, dass auch den Rest der Familie gut zu unterhalten vermag – denn wer will schon, dass der Haussegen ausgerechnet an Festtagen wie Weihnachten schief hängt.

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„Da kommt mal so gar keine Weihnachtsstimmung auf.“

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