Filmkritik: „Peter Pan“ (2003)

peter-pan-2003_500

Originaltitel: Peter Pan
Regie: P.J. Hogan
Mit: Jeremy Sumpter, Jason Isaacs, Ludivine Sagnier u.a.
Land: USA
Laufzeit: ca. 113 Minuten
FSK: ab 12 freigegeben
Genre: Fantasy / Abenteuer
Tags: Peter Pan | Wendy | Kinderbuch | J.M. Barrie | Nimmerland

Auf zum letzten Gefecht in… Nimmerland.

Kurzinhalt: Die junge Wendy (Rachel Hurd-Wood) verbringt die meiste Zeit ihrer Kindheit mit ihren beiden Brüdern Michael (Freddie Popplewell) und John (Harry Newell). Gemeinsam erträumen sie sich fremde Welten und Fabelwesen; erzählen sich Geschichten über Piraten und all jene Dinge, über die man als Kind gerne spricht. Eigentlich leben die drei ein harmonisches Leben im Kreise ihrer Familie – doch Wendy’s Eltern (Jason Isaacs, Olivia Williams) befürchten, dass es alsbald an der Zeit wäre sie auf die nahende Pubertät vorzubereiten und sie zu einer echten Dame zu erziehen. Eine, die sich auch im Kreise des englischen Adels zu benehmen wüsste; und die andere Interessen entwickeln würde als mit ihren jüngeren Brüdern zu spielen. Wendy jedoch will davon nichts wissen – sie fühlt sich wohl so wie es ist, und sträubt sich davor den von ihren Eltern erwünschten Schritt hin zur Welt der Erwachsenen zu machen. Eines Nachts dann erscheint den drei Kindern plötzlich ein seltsamer Junge – der sich als PETER PAN vorstellt und nicht viel Zeit verstreichen lässt, wenn es um seine Vorhaben geht. Prompt nimmt er die drei mit auf eine unglaubliche Reise in das ferne Nimmerland, in dem Wendy und ihre Geschwister so akzeptiert werden wie sie sind. Doch bei allem was es hier zu entdecken gibt lauern auch Gefahren – wie etwa durch den düsteren Piraten Hook, der von Wendy’s Ankunft erfährt und sie offenbar für sich gewinnen will…

peter-pan-2003_00

Kritik: Achtung, Spoiler ! Man soll es kaum glauben, aber P.J. Hogan’s PETER PAN ist neben HOOK die erst zweite Realverfilmung des beliebten Fantasy-Stoffes aus der Feder von J.M. Barrie. Und das, obwohl er mit seiner Erzählung über den niemals Erwachsen-werdenden Peter aus Nimmerland eine wahre Legende erschuf, die bis heute ein generationsübergreifendes Publikum begeistert. Zahlreiche Verfilmungen hätten sich also durchaus angeboten – wobei es gut ist, dass es letztendlich nie so weit gekommen ist. Die 2003’er Version von PETER PAN nimmt somit eine relativ besondere Position ein: grundsätzlich handelt es sich sogar um den ersten richtigen Realfilm von PETER PAN, zumal man in HOOK ein etwas anderes Konzept vorsah – und dennoch wird so gut wie jeder Zuschauer die hier behandelte Geschichte kennen. Anders gesagt: mit der Realverfilmung von PETER PAN leistet man einerseits historische Pionierarbeit, geht andererseits aber dennoch keine gänzlich neuen Wege; zumindest nicht inhaltlich. Die Aufgabe, die P. J. Hogan und alle Beteiligten hier zu stemmen hatten, war dementsprechend keine leichte.

Und doch wurde sie perfekt gemeistert; insbesondere für die sonst eher nachteiligen Hollywood-Verhältnisse. Wichtig erscheint nur festzuhalten, dass dieser PETER PAN nicht unbedingt für die jüngsten geeignet ist – die empfohlene Freigabe ab 12 und die stellenweise etwas düstere Aufmachung weisen dezent darauf hin. Und dennoch, oder gerade deshalb ist die hier entstandene Version von PETER PAN eine, die wohl auch J.M. Barrie selbst zufriedengestellt; ja wenn nicht gar begeistert hätte. Das liegt hauptsächlich daran, dass man dem Film kaum etwas negatives abgewinnen kann – man hat sich weder in inhaltlicher noch handwerklicher Hinsicht vergriffen. Somit kann die Verfilmung von PETER PAN zu dem werden, was sie werden sollte: einem zeitlosen Fantasy-Film für die ganze Familie. Einem, der nicht nur gut gemacht ist und eine gleichermaßen spannende wie anrührende und sicher auch lehrreiche Geschichte erzählt – sondern einem, der wie kein zweiter von einer Art filmischer Magie gespickt ist die man sonst eigentlich nur früheren Disney-Werken nachsagt. Die allgemein farbenfrohe aber niemals zu kitschige Aufmachung, die Leistungen aller beteiligten Darsteller (wobei vor allem die Kinderdarsteller um die Titelrolle von Jeremy Sumpter ihre Sache gut machen) und der betriebene Aufwand in Form der Kulissen und der hübschen Flugszenen runden die magische Reise wunderbar ab – ebenso wie der herausragende Soundtrack von James Newton Howard, der auch unabhängig vom Film allemal eine Empfehlung wert ist.

Fazit: Hollywood beweist dass es auch anders geht, denn: für PETER PAN darf grünes Licht gegeben werden, sowohl für die inhaltlichen als auch die handwerklichen Aspekte. Der treffend gecastete Hauptdarsteller Jeremy Sumpter spielt sich mindestens ebenso schnell in die Herzen der Zuschauer, wie sich die spezielle und ur-eigene Magie der Geschichte auf jung und alt zu übertragen vermag. Und auch wenn ein jeder etwas anderes für sich aus dem Film gewinnen wird – zumindest das diesbezügliche Angebot ist reichhaltig und lädt zum Träumen ein. Wer also auf der Suche nach einem in jeder Hinsicht abenteuerlichen und für die ganze Familie geeigneten Filmerlebnis aus ist, ist hier perfekt beraten.

border_01
100button

„Gleichermaßen unterhaltsam wie anrührend – und dabei wunderbar zeitlos.“

filmkritikborder

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.