Metal-CD-Review: DARK MOOR – Beyond The Sea (2005)

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Alben-Titel: Beyond The Sea
Künstler / Band: Dark Moor (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 28. Februar 2005
Land: Spanien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Alfred Romero – Vocals
Enrik García – Guitars, Orchestral Arrangements
Daniel Fernández – Bass
Andy C. – Drums

Track-Liste:

1. Before the Duel (03:50)
2. Miracles (06:12)
3. Houdini’s Great Escapade (04:59)
4. Through the Gates of the Silver Key (00:54)
5. The Silver Key (06:16)
6. Green Eyes (04:36)
7. Going On (04:42)
8. Beyond the Sea (03:59)
9. Julius Caesar (02:26)
10. Alea Jacta (05:01)
11. Vivaldi’s Winter (07:40)

Der Auftakt zu einer glorreichen Wiedergeburt ?

Für die spanischen Power Metaller von DARK MOOR war die Zeit zwischen 2002 und 2003 sicher keine leichte. Dass diverse interne Probleme und die daraus folgenden Besetzungswechsel eine tiefe Furche hinterlassen hatten, steht wohl außer Frage – sodass vor allem das erste Album ohne die ehemalige Leadsängerin Elisa C. Martin (DARK MOOR von 2003, Review) sicher nicht zum Besten gehörte, was die Spanier bisher von sich hören ließen. Und das nicht nur, da man sich zunächst an den neuen Ladesänger Alfred Romero gewöhnen musste – sondern auch, da DARK MOOR offenbar einige für sie neuartige musikalische Experimente wagten. Die Richtung ging eindeutig weg vom ehemals straighten und gleichermaßen hymnischen wie bombastischen Power Metal (siehe THE GATES OF OBLIVION von 2002, Review) – hin zu einem etwas komplexeren, reichhaltigeren akustischen Gesamtbild. Gerade dieses – welches sich unter anderem durch eine deutlich düsterere Stimmung, klassische Chorgesänge und auch ganz allgemein einem expliziten Hang zur Klassik auszeichnete – schien aber noch nicht vollständig ausgereift. Das Ergebnis war ein Album welches eben nicht nur ungewohnt experimentell, sondern mitunter deutlich zu plump und beliebig klang; und grundsätzlich keine markanten Höhepunkte servierte.

Nun aber – und mit BEOND THE SEA – scheinen DARK MOOR zu ihren alten Stärken zurückgefunden zu haben. Dennoch, und das ist das besondere; machen sie einen gewaltigen Schritt nach vorne – und vermengen die Vorzüge ihrer musikalischen Vergangenheit mit endlich vollständig ausgereift wirkenden neuen Elementen. Und das sind in erster Linie solcher der Klassik – sodass man nicht erst zum Bonustrack VIVALDIS WINTER kommen muss, um dies zu erkennen. Auch wenn hier vieles – oder gar alles – aus der Konserve stammt, schmälert dies nicht den Gesamteindruck des Albums, das zu keinem Zeitpunkt künstlich oder unnötig aufgeblasen klingt. Im Gegenteil, DARK MOOR geben sich hier eher geerdet – und dank einem Multitalent wie Enrik García (Gitarren, Keyboard und orchestrale Arrangements) bekommt BEYOND THE SEA eine ganz eigene, unverwechselbare und zutiefst angenehme Note. Somit klingt das Album mindestens ebenso vielfältig und variabel wie der eher schwache Vorgänger, doch entfaltet aufgrund des wesentlich ausgefeilteren Sounds eine ganz andere Wirkung. Das Gesamtpaket DARRK MOOR klingt hier nun wesentlich druckvoller, energischer und zielstrebiger – was sicher auch an der rundum gelungenen Produktion und Abmischung liegt, aber nicht zuletzt am Einsatz aller beteiligten Musiker.

Analog zu den nun kaum noch Wünsche offen lassenden Instrumetalkulissen scheint sich auch Alfred Romero gefangen zu haben – der auf BEYOND THE SEA nun endlich nicht mehr so klingt, als sei er nicht wirklich ein Teil der Band. Der sehr bodenständige, vergleichsweise tiefe Leadgesang und die Instrumentierungen ergänzen sich nunmehr perfekt. Interessant dabei ist, dass das Album eher als Ganzes betrachtet werden muss – einzelne Nummern herauszupicken bietet sich in diesem Fall nicht wirklich an. Zum einen, da DARK MOOR hier nicht mehr auf sofort wirksame und auch alleinstehend funktionierende Genre-Hymnen setzen; die Nummern vergleichsweise komplex sind – und zum anderen, da es jener ganz spezielle rote Faden ist der das Album erst so kraftvoll wirken lässt. Demnach können hier nicht mehr einzelne Titel als Brett bezeichnet werden; sondern eher das Album in seiner Gänze. Dafür sorgen nicht zuletzt die hier dargebotenen Geschichten, die dem Album auch inhaltlich einen ganz besonderen Schliff verpassen. Doch ob DARK MOOR nun dem berühmten Houdini oder gar Julius Ceaser einen Titel widmen – man hört ihnen einfach gerne zu.

Anders gesagt: nicht DARK MOOR’S gleichnamiges Album aus dem Jahre 2003 sollte als Nachfolger zum legendären THE GATES OF OBLIVION angsehen werden, sondern eher BEYOND THE SEA. Der zeitliche Zusammenhang mag dagegen sprechen, und auch die Tatsache dass es die Band nun wesentlich ruhiger, man will nicht sagen langatmiger angehen lässt – jedoch nicht die offerierte Qualität. Einzig und allein der Opener (der merkwürdigerweise auch als Videosingle ausgekoppelt wurde) und der Rausschmiss in Form der doch etwas gewöhnungsbedürftigen Tributzollung an Antonio Vivaldi stehen hier leicht hintenan – doch lohnt es sich (fast) alles zu entdecken, was sich dazwischen befindet. Hätte das Album noch etwas mehr Pepp und wäre nicht ganz so gleichförmig ausgefallen.. dann wäre auch eine noch höhere Wertung dringewesen.

Absolute Anspieltipps: HOUDINIS GREAT ESCAPE, THE SILVER KEY,  GOING ON, ALEA JACTA


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„Dark Moor im Jahre 2005, oder: der Phönix aus der Asche.“

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