Metal-CD-Review: DREAMTALE – Ocean’s Heart (2003)

dreamtale-oceans-heart_500

Alben-Titel: Ocean’s Heart
Künstler / Band: Dreamtale (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2003
Land: Finnland
Stil / Genre: Melodic Power Metal
Label: Spinefarm Records

Alben-Lineup:

Tomi Viiltola – Vocals
Turkka Vuorinen – Keyboards
Petteri Rosenbom – Drums
Pasi Ristolainen – Bass
Esa Orjatsalo – Guitars
Rami Keränen – Guitars, Vocals (backing)

Track-Liste:

1. Ocean’s Heart (01:18)
2. Chosen One (03:37)
3. Angel Eyes (05:10)
4. Fool’s Gold (03:52)
5. Two Hundred Men (05:32)
6. The Awakening (03:28)
7. Tears (05:18)
8. Garden of Eternity (04:15)
9. My Only Wish (04:49)
10. If You Will Go (05:22)
11. Rising Wind (05:34)
12. Return to the Sea (07:29)
13. Whisper (01:51)

Was das Herz des Ozeans so alles hervorbringt.

Nach dem schier sensationellen Debütalbum BEYOND REALITY (Review), welches den aus Finnland stammenden Jungs von DREAMTALE endgültig zu ihrem viele Jahre währenden Aufstieg innerhalb der Melodic Power Metal-Szene verhelfen sollte; war es ein gutes Jahr später schon wieder an der Zeit für ein neues Werk. Dieses schimpft sich OCEAN’S HEART, und kam sogleich mit einem Besetzungswechsel daher mit dem eher nicht gerechnet hätte: der einstige Leadsänger Rami Keränen wurde durch Tomi Viiltola ersetzt, und für Alois Weimer am Bass kam Pasi Ristolainen. Eine einschneidende Entwicklung möchte man meinen – doch letztendlich, und das ist eine Form der Entwarnung; wirkt sich diese nicht allzu sehr auf das vorliegende Album aus. Im Gegenteil: DREAMTALE haben nichts von ihrer schon auf dem Debüt vorgelegten Ausdrucksstärke eingebüßt, sondern sich sogar weitestgehend noch verbessert.

Das mag auch daran liegen, dass der ehemalige Leadsänger nicht völlig von der Bildfläche verschwunden ist – sondern weiterhin als Backgroundsänger und Gitarrist der Band fungiert. Und auch wenn er seine klaren Stärken hatte, war es vermutlich der richtige Schritt einen Mann wie Tomi Viiltola einzusetzen – der noch einmal ein stückweit einzigartigeres, kräftigeres Organ besitzt (das am ehesten mit dem von OLAF HAYER zu vergleichen ist) und OCEAN’S HEART so zu einer unvergesslichen Reise macht. Bei DREAMTALE scheinen es aber ohnehin hauptsächlich die instrumentalen Kompositionen zu sein, die für ihren unverkennbaren Sound sorgen: an satten und auch gerne mal etwas kitschigen Keyboard-Arrangements wird beileibe nicht gespart, weibliche Gastgesänge und Melodien die schon fast zu schön sind um wahr zu sein führen zu einem melodischen Festmahl für alle Genrefans, die nichts gegen eher weiche Elemente wie diese einzuwenden haben.

Aber: so bunt, verträumt und einstweilen auch kitschig so manche Komposition der Band auch anmuten mag – billig oder plump wirkt das hier dargebotene Material zu keinem Zeitpunkt. DREAMTALE verkörpern das, was sie da machen recht glaubwürdig – und scheinen keine Probleme damit zu haben als (musikalische) Softies bezeichnet zu werden. Nur bei den regelrecht expliziten Herzschmerz-Nummern wie IF YOU WILL GO oder MY ONLY WISH scheint man dann doch so manch imaginäre Grenze zu überschreiten. Immerhin kann hier ausnahmsweise mal der Part das Bassisten für Aufsehen sorgen, was vor allem durch die relative Zurückhaltung des Keyboards ermöglicht wird. Aber: so richtig fulminant wird es ohnehin erst, wenn DREAMTALE ihr Tempo deutlich anziehen, Leadsänger Tomi Viiltola vollends aus sich herausgehen kann und so manche Genre-Hymne erschaffen wird. Sei es der Auftakt in Form von CHOSEN ONE, das gleichermaßen verträumte wie voranpreschende THE AWAKENING oder der wunderbare Rausschmeißer RETURN TO THE SEA – hier sprüht die Band nur so vor Energie und Spielfreude und wird vermutlich selbst die überzeugen können; die zuvor bekundet haben dass ihr der allgemeine DREAMTALE-Sound etwas zu soft daherkommt.

Noch interessanter wird es allerdings – und das kommt leicht überraschend – wenn DREAMTALE eine stampfende Nummer wie ANGEL EYES präsentieren. Hier handelt es sich um den wohl stärksten und markantesten Titel des gesamten Albums – zusammen mit FOOLS GOLD, bei dem man das Tempo auch eher drosselt und dabei mindestens ebenso energetisch klingt wie in den Uptempo-Nummern; wenn auch auf eine etwas andere Art und Weise. Das Zeug um wirkungsvolle Hymnen mit einem Spannungsbogen, starken Refrains und allerlei instrumentalen Überraschungen zu zaubern haben DREAMTALE jedenfalls. So fallen selbst die nicht ganz so guten Nummern wenig ins Gewicht, und können den super-soliden Gesamteindruck des Albums kaum schmälern.

OCEAN’S HEART ist damit allemal ein würdiger Nachfolger zum sensationellen, ein Jahr älteren Debütalbum von DREAMTALE geworden. Der Wechsel bezüglich des Leadgesangspostens ging der Band offenbar leicht von der Hand; das Ergebnis ist noch ein stückweit beeindruckender als zuvor – und auch wenn DREAMTALE nicht selten an so mancher Grenze zum schier unerträglichen Kitsch schrammen, ist OCEAN’S HEART ein Genuss für alle Genre-Fans und solche die es werden wollen. Ein rund produziertes noch dazu.

Absolute Anspieltipps: CHOSEN ONE, ANGEL EYES, THE AWAKENING, GARDEN OF ETERNITY, RETURN TO THE SEA


85button

„Teilweise im Schatten des Debütalbums stehend, doch allemal eine Empfehlung wert.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.