Metal-CD-Review: LABYRINTH – Return To Heaven Denied Part II (2010)

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Alben-Titel: Return To Heaven Denied Pt. II – A Midnight Autumns Dream
Künstler / Band: Labyrinth (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. Juni 2010
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Scarlet Records

Alben-Lineup:

Roberto Tiranti – Vocals, Bass
Andrea Cantarelli – Guitars
Olaf Thörsen – Guitars
Andrea de Paoli – Keyboards, Piano

Track-Liste:

1. The Shooting Star (07:55)
2. A Chance (05:52)
3. Like Shadows in the Dark (05:35)
4. Princess of the Night (05:51)
5. Sailors of Time (04:30)
6. To Where We Belong (04:46)
7. A Midnight Autumn’s Dream (06:48)
8. The Morning’s Call (06:42)
9. In This Void (04:29)
10. A Painting on the Wall (05:01)

Ein Sequel, das selbst über das Original triumphiert.

Das Album mit dem schier überlangen Titel RETURN TO HEAVEN DENIED PT. II – A MIDNIGHT AUTUMS DREAM ist das bis heute letztaktuelle Studioalbum der italienischen Power Metal-Formation LABYRINTH. Es stammt aus dem Jahre 2010 und ist, wie es der Titel bereits impliziert – der offizielle Nachfolger zum mittlerweile legendären ersten RETURN TO HEAVEN DENIED von 1998 (Review). Dieses erhielt nicht von ungefähr allerlei Höchstwertungen und wurde mit Lobeshymnen geradezu überhäuft – während es danach nicht mehr ganz so gut lief für die einst wegbereitende Band; die auf ihrem ersten Album NO LIMITS (1996) noch gemeinsam mit Fabio Lione unterwegs war. Gerade deshalb – und nach einigen bei vielen nicht besonders gut angekommen Sound-Experimenten wie auf FREEMAN – versuchte man sich 2010 noch einmal auf seine alten Stärken zu konzentrieren. Und tatsächlich: mit RETURN TO HEAVEN PT. II konnten LABYRINTH durchaus an die alten Glanzzeiten der Band anknüpfen.

Und das liegt in erster Linie weniger an einzelnen, potentiell besonders hochkarätigen Titeln (auch wenn es die beileibe gibt); sondern vielmehr an einer ganz speziellen Atmosphäre, die das Album schnell zu entfalten weiß und die sich durch die gesamte Spieldauer zieht. Schon der Vorgänger hatte eine mitunter unverkennbare Note, die damals hauptsächlich aus den markanten Keyboard-Elemente generiert wurde – nun aber sind es die Gitarren respektive deren spezieller Sound, die auch RETURN TO HEAVEN PT. II zu einer besonders unvergesslichen Reise machen. Dabei fällt es einstweilen schwer, genau zu beschreiben warum LABYRINTH hier so gut und auch mit Sicherheit auch anders als viele Gernevertreter klingen. Sind es wirklich nur die crunchy Gitarren; ist es die Symbiose aus eher sanften, manchmal balladesken und wesentlich druckvolleren Elementen ? Aber wie man es auch dreht und wendet, dieses Sequel ist vor allem eines: äußert angenehm.

Das mag auch daran liegen, dass LABYRINTH größtenteils auf einen mitreißenden Uptempo-Soundkulisse mitsamt allerlei beliebten Elementen wie hymnische Refrains setzen; wie viele andere Kollegen auch – mit dem Unterschied, dass das Ergebnis bei LABYRINTH wesentlich weniger kitschig und / oder verbraucht klingt. So nimmt man ihnen selbst etwaige höchst emotionale Passagen wie zum Beginn von A CHANCE ab – ein Auftakt, der bei anderen Bands sicher für den ein oder anderen Lacher oder zumindest einige Fremdschäm-Momente geführt hätte. Überhaupt scheinen LABYRINTH die perfekte Dosierung der einzelnen Elemente ihres Sounds gefunden zu haben – es gibt viele eher ruhige und andächtige Momente, doch bevor überhaupt nur die Chance entsteht dass man derer überdrüssig wird; folgt auch schon das nächste Brett. Davon gibt es dementsprechend gleich mehrere – sei es der Opener SHOOTING STAR, das sehr Refrain-starke TO WHERE WE BELONG oder das furiose THE MORNINGS CALL – hier werden sich Freunde einer etwas aggressiveren, aber dennoch niemals wirklich rauen Spielart des Power Metals kaum satthören können. Schließlich stehen dem mitreißenden Tempo, den schön schroffen Gitarren und dem überraschend variablen Drumming stets allerlei Komponente gegenüber, die für die nötige Melodiösität sorgen – wie etwa das wohl dosierte Keyboard mit seinen dezent elektronischen Klängen oder der Leadgesang von Roberto Tiranti.

Dass der eine Stimme hat, die zu den vielleicht größten aller italienischen Power Metal-Combos zählt; hat er bereits zur Genüge bewiesen – im Bereich des Power Metals, und kurioserweise auch bei seinen Ausflügen in die Bereiche des Eurobeats (unter dem Pseudonym POWERFUL T). Und so gerät auch seine hier offerierte Darbietung zu einer nachhaltigen – ob nun eher zurückhaltend, sanft-emotional oder geradezu explodierend agiert (wie in IN THIS VOID) oder eine kontinuierlich hochtrabende Schiene fährt (wie in allen Uptempo-Nummern) – man hört ihm einfach gerne zu, kauft ihm ab was er von sich gibt; und findet einfach keine Anhaltspunkte bezüglich dessen was er eventuell noch hätte besser machen können. Das gleiche gilt im übrigen auch für den gesamten instrumentalen Part – RETURN TO HEAVEN DENIED PT. II ist ein kleines Kraftpaket geworden, dass sich mit so gut wie allen Produkten der Konkurrenz messen kann. Die kleineren Zwischenspiele und Ausflüge in balladeske (A MIDNIGHT AUTUMS DREAM) oder progressive (IN THIS VOID) Bereiche führen zu keinem diesbezüglichen Abbruch; im Gegenteil. Sie vervollständigen das Album, gestalten es gerade so abwechslungsreich wie nötig und tragen zum insgesamt reichlich beeindruckenden Sound der Band bei.

Ob man mit einem Album wie diesem hier also noch gerechnet hat oder nicht – es ist da, und lässt keine Zweifel an seiner Existenzberechtigung zu. Tatsächlich könnte es sich sogar um eines der besten, man nenne sie Sequelalben überhaupt handeln. Noch nie war ein zweiter Teil eines Alben-Konzeptes derart intensiv, ansprechend instrumentiert und voller Ideen – und das nach immerhin 12 zwischen den beiden Teilen liegenden Jahren. LABYRINTH haben nichts von ihrer Ausdrucksstärke, Spielfreude und schieren Wirkungskraft verloren, sodass RETURN TO HEAVEN DENIED PT. II nur jedem wärmsten empfohlen werden kann – ob man nun den entsprechenden Vorgänger besitzt oder nicht. Ein geniales Drumming, ein unverkennbarer Gitarrensound, ein mehr als starker Leadgesang und eine kultverdächtige Produktion – hier bleiben wahrlich keine Wünsche offen.

Absolute Anspieltipps: Alle


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„Hier stimmt einfach alles.“

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