Metal-CD-Review: SONATA ARCTICA – Ecliptica Revisited (2014)

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Alben-Titel: Ecliptica – Revisited
Künstler / Band: Sonata Arctica (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. Oktober 2014
Land: Finnland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Tommy Portimo – Drums
Tony Kakko – Vocals, Keyboards
Henrik Klingenberg – Keyboards
Elias Viljanen – Guitars
Pasi Kauppinen – Bass

Track-Liste:

1. Blank File (04:09)
2. My Land (04:48)
3. 8th Commandment (03:46)
4. Replica (05:04)
5. Kingdom for a Heart (03:47)
6. Fullmoon (05:12)
7. Letter to Dana (06:23)
8. UnOpened (03:13)
9. Picturing the Past (03:35)
10. Destruction Preventer (07:45)
11. Bonus Track: I Can’t Dance (Genesis cover)

Gib’s mir noch einmal… oder eher nicht.

Die Welle der Neuveröffentlichungen früherer Alben scheint nicht mehr abzureissen. Nach den eher kläglichen Ambitionen von MANOWAR ziehen nun auch SONATA ARCTICA als einer der wichtigsten Vertreter des Power Metals nach – und servieren ihren Fans eine Neuaufnahme ihres Debütalbums ECLIPTICA, welches vor nunmehr 15 Jahren erschienen ist (Review). Sicher erscheint das in gewisser Weise gerechtfertigt – SONATA ARCTICA haben die musikalische Szene entsprechend geprägt, und sind nicht von ungefähr zu einem der bekanntesten Genrevertreter geworden. Auch wenn man mit den letzten Studioalben nicht mehr an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen konnte, blieb die Band eine Institution mit der man rechnen musste – und eine, bei der es sich immer gelohnt hat ihre frühere Diskografie zu entdecken. Ein Rückblick lohnt sich also definitiv – doch ob man einen solchen wirklich mit einem Album wie ECLIPTICA REVISITED vollziehen muss, ist eine ganz andere Frage.

Dabei haben SONATA ARCTICA – wie MANOWAR übrigens auch – schon einmal eines richtig gemacht: die Neuaufnahme hat sich in diesem Fall durchaus gelohnt. Jedoch ausschließlich, und das ist die unvermeidbare Abschwächung jener Formulierung; in Bezug auf die hörbaren Unterschiede zwischen dem Original und der Neuauflage. Eine Neuauflage ist schließlich immer dann relativ nutzlos, wenn man das Original eins zu eins kopiert – und sich die Frage stellt, warum man überhaupt noch einmal ins Studio gegangen ist. Glücklicherweise vermeiden viele Bands diesen Schritt, und tendieren bei Jubiläums-Anlässen eher zu etwaigen Compilations, Best-Of’s, Boxsets und Aufnahmen; die lediglich einem frischen Mastering-Prozess unterworfen sind. Nicht jedoch SONATA ARCTICA – die dem nicht grandiosen, aber sehr guten ECLIPTICA einen völlig neuen Anstrich verpassten.

Und, das bleibt nicht lange ein Geheimnis: einen, auf den man locker hätte verzichten können. Es ist merkwürdig, aber: die ganz spezielle Kraft und Ausdrucksstärke die dem Debüt innewohnte, scheint komplett verflogen. Stattdessen schleicht sich eine verdächtige Eintönig- oder auch Gleichförmigkeit ein – die selbst ehemalige Brecher wie 8TH COMMANDMENT geradezu handzahm erscheinen lässt. Markant: selbst der sonst so stimmkräftige und emotionale Leadsänger Tony Kakko scheint hier (und in allen Titeln) weit hinter seinen Möglichkeiten zurückzubleiben. Fraglich ist, ob es tatsächlich an einer schwindenden Leistungsbereitschaft liegt, was unwahrscheinlich ist – oder ob es schlicht auf eine gewisse Lustlosigkeit zurückzuführen ist. Denn genau danach klingt seine Darbietung – wie auch die von allen anderen Mitgliedern, die sich scheinbar müde hinter ihre Instrumente gesetzt und eine ihnen unwillkommene Arbeit verrichtet haben.

Doch nicht nur die sich offenbar zurückhaltenden Bandmitglieder sind es, die den Genuss der Neuaufnahme reichlich zu schmälern wissen – noch vor ihnen steht die klägliche Abmischungs- und Produktionsqualität; die einmal mehr als generisch, glattgeschliffen und kraftlos bezeichnet werden kann. Hinzu kommen dann auch noch allgemeine Qualitätsdefizite, die ECLIPTICA REVISITED eher mit dem Anstrich einer alten Demo-CD denn dem einer fulminanten Neuaufnahme versehen. Wo sind die kräftigen Leadgesänge aus BLANK FILE abgeblieben, wo die Emotionalität einer Nummer wie REPLICA ? Dass man dann ausgerechnet noch einen Coversong von GENESIS Kult-Titel I CANT DANCE hinzufügt (als einigen vielleicht unbekannten Titel), macht es nicht besser. Im Gegenteil, vermutlich handelt es sich um eine der schlechtesten Metal-Coverversionen überhaupt – so lachhaft wie der fehlgeleitete Leadgesang ist in diesem Fall auch die instrumentale Ausstaffierung durch Trompeten.

Wohin also soll die Reise gehen ? Es bleibt zu hoffen, dass SONATA ARCTICA eine passende Antwort darauf haben. Mit dieser Neuaufnahme jedenfalls haben sie sich keinen Gefallen getan. Auch das Argument, dass man so vielleicht neue Hörer an das Schaffen der Band heranführen kann; zieht hier nicht – ein Best-Of hätte es hier ebenso gut getan wie ein Verweis auf die alten, wirklich guten Alben der Band. Mit ECLIPTICA REVISITED haben SONATA ARCTICA sogar die alten Recken von MANOWAR noch unterboten; geht es um eine größtmögliche, man nenne es Kastration eigentlich guter und zeitloser Werke die man besser unangetastet gelassen hätte.

Absolute Anspieltipps: /


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„Das vermutlich überflüssigste Metal-Album des Jahres 2014.“

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