Metal-CD-Review: MASTERPIECE – Colors Of Conflict (2006)

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Alben-Titel: Colors Of Conflict
Künstler / Band: Masterpiece (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2006
Land: Japan
Stil / Genre: Power Metal
Label: Majestic Rock

Alben-Lineup:

Leverett Reed – Bass
Yu Takahashi – Drums
Takeshi Tokunaga – Guitars
Hanae Kasamatsu – Keyboards
Agene Broadfield – Vocals

Track-Liste:

1. Destruction for the new Creation (02:30)
2. Loyality (04:44)
3. Eternal Scream (05:37)
4. Footprints in the Hamlet (02:48)
5. One for All the Nations (04:31)
6. The Mind Revolution (05:31)
7. Bring me Back (03:51)
8. Incarnet (05:58)
9. Secluded Region (00:38)
10. Gush Out (05:27)
11. Bright Light (04:37)

Ein Konflikt der etwas… anderen Art.

Es ist immer so eine Sache mit Power Metal-Alben aus dem fernen Osten. Während sich einige Bands längst einen festen Platz in der Szene gesichert haben – vor allem die, die in ihrer Landessprache singen – sieht es in Bezug auf Alben mit englischen Texten nicht immer ganz so rosig aus. Sicher, nicht jeder kann in die Fußstapfen einer bemerkenswerten (und auch auf Englisch perfekt klingenden) Band wie GALNERYUS treten – doch ein wenig ins Zeug legen sollte man sich schon; gerade wenn es darum geht das Liedgut auch auf einer internationalen Ebene schmackhaft zu machen. Denn gerade deshalb entscheidet man sich doch für eine der meist gesprochenen Sprache der Erde – so ist es zumindest zu vermuten. Bands wie BALFLARE gehen dabei noch einen Mittelweg, sind ihre Texte nicht immer leicht zu verstehen und die Aussprache von Leadsänger Eijin Kawazoe weit davon entfernt perfekt zu sein – doch kann die Musik einen Großteil der somit erzielten (und sicher nicht wünschenswerten) Wirkung auffangen. Und nun kommt eine Combo wie MASTERPIECE daher – die mit ihrem Agene Broadfield als Leadsänger nun wahrlich einen… markanten Frontmann am Start haben.

Einen Frontmann, der nicht nur eine relativ quakige Stimme und eine schier unverständliche Aussprache hat – sondern einer, der sich dezent in den Vordergrund drängt und versucht, das Album mit einem gewissen Faktor einer Operette auszustatten (siehe beispielsweise in ONE FOR ALL THE NATIONS oder INCARNET). Dass das Ergebnis in diesem Fall leidig künstlich und gezwungen wird, bekommt man dagegen bereits im Opener LOYALTY mit – in dem er derart aufdringlich agiert, dass es schmerzt. Das überraschende dabei ist, dass MASTERPIECE gar nicht erst versuchen potentielle Probleme zu verstecken – sondern die Abmischung so gestalten, dass vor allem jener Frontmann zu hören ist und die Instrumente verdächtig in den Hintergrund gerückt werden. Fakt ist: so wird die Band keinen Blumentopf gewinnen können, denn selbst wenn man versucht zu den eigentlichen Kompositionen vorzudringen wird man relativ schnell von der Gesangsperformance wieder daran gehindert. Dabei ist das, was sich im Hintergrund versteckt; gar nicht mal so schlecht – oder zumindest hörbar. Aber: der Ausdruck generisch sollte es auch hier relativ genau treffen. Ein ständig wummernder Doublebass, üppige (und nicht selten arg künstliche) Keyboardpassagen und die stark in den Hintergrund gedrängte Gitarren lassen keinen Zweifel daran zu, dass MASTERPIECE das Rad nicht neu erfinden. Rein gesanglich vielleicht schon, aber…

MASTERPIECE haben schlicht einen, beziehungsweise zwei bemerkenswerte Schwachpunkte – ihren Leadsänger, und den diesbezüglichen Faktor der Abmischung. Es wäre wahrlich reichlich spannend, das Album einmal von einem anderen Sänger vorgetragen zu wissen – auch, um überhaupt eine Chance zu erhalten zu den instrumentalen Kompositionen vorzudringen. Die hie und da eingeworfenen Soli (wie in LOYALTY) und einige instrumentale Passagen jedenfalls machen Lust auf mehr – gesetzt dem Fall, man ist einer feucht-fröhlichen Spielart des Power Metal nicht abgeneigt. Letztendlich bleibt es am markanten Rausschmeißer BRIGHT LIGHT, für – im wahrsten Sinne des Wortes – etwas Licht im Dunkel zu sorgen. Eine großartige Melodie und ein fantastischer Refrain lassen zumindest ansatzweise durchblicken, zu was die Band alles imstande wäre – vermutlich aber nur abzüglich des Leadsängers.

Absolute Anspieltipps: GUSH OUT, BRIGHT LIGHT


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„Eine mehr als schwache Gesangsleistung trifft auf generischen Japan-Power-Metal.“

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