Metal-CD-Review: DRAKKAR – Gemini (2000)

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Alben-Titel: Gemini
Künstler / Band: Drakkar (mehr)
Veröffentlichungsdatum: März 2000
Land: Italien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Dragonheart Records

Alben-Lineup:

Luca Cappellari – Vocals
Eleonora Ceretti – Keyboards
Alessandro Ferraris – Bass
Christian Fiorani – Drums
Dario Beretta – Guitars

Track-Liste:

1. Beginning (intro) (01:34)
2. Eridan Falls (05:49)
3. Pure of Heart (04:30)
4. Soldiers of Death (06:09)
5. The Climb (05:29)
6. The Voice of the Wind (06:39)
7. Dragonship (05:13)
8. The Secret (05:19)
9. Until The End (10:57)
10. Death of Slayn (01:12)
11. The Price of Victory (04:37)

Die ‚Quest‘ hat ein Ende – DRAKKAR sind angekommen.

GEMINI ist das zweite offizielle Studioalbum der italienischen Power Metal-Formation DRAKKAR – die erst kurz zuvor mit ihrem Debütwerk QUEST FOR GLORY (Review) für Aufsehen gesorgt hatte. Nun also würde sich zeigen, ob die Band über ausreichend Ideen verfügt um mit der aufstrebenden italienischen Konkurrenz (auch der Label-internen, siehe z.B. DOMINE) mithalten können. Das Ergebnis ist dabei nicht wirklich überraschend; was vermutlich bereits ein Blick auf das herrlich kitschige Artwork des Albums aufzeigt – doch zeigt sich, dass sich DRAKKAR im Vergleich zu ihrem Vorgänger durchaus weiterentwickelt haben. Ob zum guten oder schlechten; daran werden sich indes die Geister scheiden.

Aber: wo sich zuvor die besonders markanten Stärken und Schwächen der Band oftmals gegeneinander ausgespielt haben, präsentiert sich nun – und immerhin – ein etwas stimmigeres und vor allem auch stilsicheres Ganzes. Selbst der Leadsänger Luca Cappellari scheint noch einmal an sich gearbeitet zu haben, und präsentiert sich nun ein stückweit treffsicherer – auch wenn er sich noch immer in schwindelerregende Höhen vorwagt und das Album so beinahe automatisch zu einem Problemkind für all jene macht, die allgemein weniger mit einem Power Metal der typisch italienischen Spielart anfangen können.

Doch gibt es noch immer ausreichend interessierte, dich sich nur allzu gern von einem leicht kitschigen, in vielerlei Hinsicht typischen Sound wie dem von DRAKKAR mitreißen lassen – und warum das so ist oder sein könnte, zeigt bereits der Opener ERIDAN FALLS auf. Der folgt gleich nach dem eher zu vernachlässigenden, da viel zu künstlich klingenden symphonischen Intro – und ist eine Power Metal-Hymne, wie sie im Buche steht. Sicher geht es rein textlich nicht allzu anspruchsvoll zu – doch die geballte Kraft der Instrumentierung und der kongeniale Refrain werden dafür sorgen; dass niemand still auf seinem Sitzplatz verharren wird. Ganz anders sieht es dagegen mit einer Nummer wie PURE OF HEART aus – die aufzeigt, dass die Musik von DRAKKAR noch immer mittelschweren Qualitätsschwankungen ausgesetzt ist. Denn wann immer es etwas langsamer, ruhiger und vielleicht auch balladesker zugeht machen sie sich wieder bemerkbar, die schon auf dem Debüt vorhanden Schwächen – die sich vor allem im Leadgesang niederschlagen. Der wird in solchen Fällen eben nicht mehr von einer bombastischen Soundkulisse aufgefangen, sondern steht an vorderster Front – was sich eher nachteilig auswirkt.

Glücklicherweise aber besteht GEMINI vor allem aus regelrechten Haudrauf-Nummern mit einem stark nach vorn preschenden Anspruch. Seien es das von einer kurzen Akustik-Passage eingeleitete THE VOICE OF THE WIND, das mächtige DRAGONHSIP oder das kleine Epos UNTIL THE END – DRAKKAR geben sich hier stets schön stampfend und mit einem Fokus auf ihre Stärken, die klar im Bereich des Drummings und der Gitarren liegen. Keyboard-technisch geht es dieses Mal schon wesentlich bunter zu als noch auf dem Debüt – was man mit gemischten Gefühlen betrachten wird. Zwar werden die hier und da eingeworfenen Elemente die allgemeine Soundkulisse auf, doch oftmals klingen sie einfach nicht gut – das heißt viel zu plump oder künstlich, wie eben auch des öfteren in UNTIL THE END.

Fazit: DRAKKAR haben sich mit ihrem GEMINI durchaus weiterentwickelt – was sich vor allem in der Tatsache widerspiegelt; dass ihnen wesentlich schmackigere, Genre-Fans direkt ansprechende Nummern mit einer erhöhten Hymnen-Tauglichkeit gelungen sind. Allein das starke ERIDAN FALLS steht hier stellvertretend für den kämpferischen Anspruch des Albums. Doch hinsichtlich der offensichtlichen Schwächen der Band hat sich nicht allzu viel getan: der Leadgesang erweist sich nach wie vor als das störendste Element, ein wie auch immer gearteten Originalitäts-Faktor muss man mit der Lupe suchen.

Absolute Anspieltipps: ERDIDAN FALLS, SOLDIERS OF DEATH, THE VOICE OF THE WIND


70button

„Kitschiger als das Debüt – aber trotz offensichtlicher Schwächen immer wieder beeindruckend.“

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