Metal-CD-Review: DARK MOOR – Dark Moor (2003)

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Alben-Titel: Dark Moor
Künstler / Band: Dark Moor (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 24. November 2003
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Alfred Romero – Vocals
Enrik García – Guitars
José Garrido – Guitars
Anan Kaddouri – Bass
Andy C. – Drums

Track-Liste:

1. A Life for Revenge (05:48)
2. Eternity (04:23)
3. The Bane of Daninsky, the Werewolf (05:30)
4. Philip, the Second (06:45)
5. From Hell (03:51)
6. Cyrano of Bergerac (07:41)
7. Overture (Attila) (02:48)
8. Wind Like Stroke (Attila) (05:16)
9. Return for Love (Attila) (04:19)
10. Amore Venio (Attila) (00:55)
11. The Ghost Sword (Attila) (04:53)
12. The Dark Moor (08:36)

Der Beginn einer neuen Ära.

Bei DARK MOOR’s gleichnamigen vierten Studioalbum handelt es sich wahrlich um ein einschneidendes Werk. Und das aus einem ganz simplen Grund: gleich 3 der Bandmitglieder, die THE GATES OF OBLIVION zu einem wahren Überflieger gemacht hatten; sollten von nun an nicht mehr mit von der Partie sein. Und das macht sich bemerkbar, nicht nur in Bezug auf die wohl auffälligste Neubesetzung in Bezug auf den Leadgesangsposten. Für Elisa C. Martin kam schließlich Alfred Romero – der von nun an die Rolle der Galionsfigur der Band übernehmen und die neue musikalische DARK MOOR-Ära einläuten sollte. Das Ergebnis ist dabei vor allem eines, was in diesem Moment noch eine völlig wertungsfreie Feststellung ist: es ist unglaublich spannend.

Denn: es hatte sich verständlicherweise einiges getan bei DARK MOOR. Dabei bleibt nur zu hoffen, dass man friedlich auseinandergegangen ist und die ’neuen‘ DARK MOOR die ‚alten‘ nicht verleugnen – worauf der Alben-Titel ein dezenter Hinweis sein könnte. Waren DARK MOOR mit DARK MOOR an einem Punkt angekommen, an dem sie endlich die Musik machen konnten die die Band definiert; die ihrem Bandnamen am ehesten entspricht ? Aber selbst wenn dem so war – es muss eine Mammutaufgabe gewesen sein, qualitativ an die beiden grandiosen Vorgänger anknüpfen zu können.

Der Weg, den man auf DARK MOOR einschlägt; weicht dabei zunächst auffällig von der bisherigen Marschrichtung der Band ab. Das allgemeine Soundgewand ist, obwohl noch immer von zahlreichen klassisch-symphonischen Elemente geprägt; ein andersartiges als noch auf THE GATES OF OBLIVION. Beispielsweise scheint das Tempo insgesamt etwas gedrosselt; es kommen weniger Keyboards zum Einsatz, dafür umso mehr Chorpassagen und Streicher – und durch die Performance von Alfred Romero bekommt das Album einen dezent theatralischen Anstrich, der DARK MOOR näher in die Richtung von Bands wie KAMELOT bewegt. Dabei könnten sich gerade an jenem neuartigen Leadgesang die Geister scheiden: das neue Konzept erscheint insgesamt vielversprechend, doch scheint es Alfred Romero hier und da schlicht an der nötigen Ausdruckskraft zu mangeln. Obwohl er vergleichsweise tiefe Stimmlage hat, mit der ein gewisser Druck eigentlich automatisch einhergehen sollte; fühlen sich viele der dargebotenen Nummern vergleichsweise lasch und unspektakulär an. Oder aber einfach nur aufdringlich – wie etwa das unsägliche WIND LIKE STROKE mit seinen reichlich überstrapazierten Sound-Elementen.

Aber auch die orchestralen- und Chor-Einschübe werden nicht jedermann zusagen – klingen sie insgesamt eher dumpf und wenig, wie sollte man es nennen; aus sich herausgehend. Somit wird ein Effekt erzielt, von dem man nicht wirklich weiss ob er so beabsichtigt war: das Album klingt insgesamt eher düster und bedrohlich. Den diesbezüglichen Höhepunkt erreicht man sicher mit dem finalen Rausschmeißer THE DARK MOOR – eine Nummer, die nur schwer zu beschreiben ist und am ehesten einem Theaterstück entsprungen sein könnte. Das Problem: so interessant das Konzept erscheint, durch den relativ peinlichen Refrain und die nervigen mehrstimmigen Gesänge macht man vieles wieder zunichte.

Das 2003 erschienene Album DARK MOOR markiert so eine neue, seitdem aufrecht erhaltene Ära der Band – der frühere Fans der Band mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen könnten. Doch dass sich die Besetzung derart verändert hat, daran ist nun einmal nicht mehr zu drehen – man muss sich mit dem neuen Sound der Band arrangieren. Das positivste Merkmal des Albums ist dabei der Fakt, dass DARK MOOR nun noch ein stückweit unverwechselbarer klingen – so eigenständig, unbeeinflusst und frisch klang die Band noch nie zuvor. Aber besser ? Das sollte ein jeder für sich selbst entscheiden. Die beileibe noch nicht ausgereifte Gesangsperformance von Alfred Romero, die oftmals nervigen klassischen (Chor-)Elemente und die vielen eher zutiefst durchschnittlichen Nummern sprechen hier jedoch eher dagegen. Doch bekanntlich markiert dieses Album lediglich den Beginn einer neuen Ära – es sollten noch einige weitere und auch wesentlich ansprechendere Alben folgen.

Absolute Anspieltipps: A LIFE FOR REVENGE, ETERNITY, CYRANO OF BERGERAC, THE GHOST SWORD


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„Innovativer, aber nicht unbedingt glanzvoller als die früheren DARK MOOR.“

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