Metal-CD-Review: DARK MOOR – The Fall Of Melnibone (EP, 2001)

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Alben-Titel: The Fall Of Melnibone (EP)
Künstler / Band: Dark Moor (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 2001
Land: Spanien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Elisa C. Martín – Vocals
Enrik García – Guitars, Vocals (backing)
Albert Maroto – Guitars, Vocals (backing)
Anan Kaddouri – Bass
Jorge Sáez – Drums
Roberto P.C. – Keyboards

Track-Liste:

1. The Fall of Melnibone (10:31)
2. Silver Lake (05:18)
3. Wood’s Song (03:09)
4. Halloween (Helloween cover) (13:24)
5. Cuentos de ayer y de hoy (Ñu cover) (03:41)

Eine Lücke ist da, um gefüllt zu werden.

Fans von DARK MOOR werden sie sicher bereits in ihren Regalen stehen haben – die erste offizielle EP der Band, betitelt THE FALL OF MELNIBONE. Dabei erscheint es zunächst wichtig, diese zeitlich einzuordnen – sie erschien ein Jahr nach dem legendären zweiten Album der Band, THE HALL OF OLDEN DREAMS (Review) – und ein Jahr vor dem vielleicht noch legendäreren THE GATES OF OBLIVION (Review). Beide haben dabei eines gemeinsam: es war noch Elisa C. Martin die den Leadgesangsposten von DARK MOOR innehatte und der Band zu einem entsprechenden Aufstieg verholfen hat. Das trifft glücklicherweise auch auf die vorliegende EP zu – die mit ihren gerade einmal 5 enthaltenen Titeln noch immer auf eine Spielzeit von knapp 36 Minuten kommt. Das wiederum liegt an zwei überlangen Titeln, die den Weg auf die EP gefunden haben: der Titeltrack THE FALL OF MELNIBONE und das Cover von HELLOWEEN’S Klassiker HALLOWEEN.

Doch so schön es auch ist, an weiteres Material aus der Blütezeit von DARK MOOR zu kommen – die THE FALL OF MELNIBONE-EP gehört nicht unbedingt zu dem Besten, was die Band jemals veröffentlicht hat. Gerade der Fakt, dass die EP zwischen zwei wahren Ausnahme-Alben erschienen ist, macht es zusätzlich schwierig. Doch offenbar waren sich auch DARK MOOR dieser Tatsache bewusst, weshalb man die EP eher als Appetithäppchen inszenierte – mit einer Nummer, die man erst gar nicht mit in die Wertungsvergabe einbeziehen kann da sie bereits genau so auf dem Vorgänger enthaltenen war (SILVER LAKE). Doch auch der Titeltrack und vermutlich der eigentliche Grund für die EP, THE FALL OF MELNIBONE wirkt insgesamt eher verhalten. Das muss nicht unbedingt daran liegen, dass sich DARK MOOR hier deutlich düsterer geben als allgemein gewohnt – es scheint schlicht, als würde die Band hier eine abgespecktere Version ihrer eigentlich Musik spielen. Das heißt im Detail, dass man in jeder Hinsicht einige Abstriche machen muss: die Instrumentalkulisse wirkt wenig mitreißend (was besonders am vergleichsweise schwachen Riffing liegt), die Chor-Elemente klingen etwas zu plump und aufdringlich, das Keyboard zu vordergründig. Selbst die Tatsache, dass man sich um Abwechslung bemüht hat macht es hier nicht unbedingt besser: die Akustik-Passagen klingen viel zu schwachbrüstig und langatmig. Nur Elisa C. Martin kann hier retten, was zu retten ist.

Wie auch in WOOD’S SONG, der ebenfalls eine eher akustisch inspirierte, sehr ruhige Nummer ist. Auch wenn die Abmischung etwas unvorteilhaft geraten ist, ist es einmal mehr Elisa C. Martin die hier gesanglich brilliert. Deutlicher kritischer wird es dann schon mit den beiden Cover-Versionen, die immerhin einen Vorteil haben: wenn DARK MOOR etwaiges Liedgut covert, dann lohnt es sich auch gewissermaßen. Will heißen: das jeweilige Original ist noch zweifelsfrei zu erkennen, doch lassen es sich DARK MOOR nicht nehmen ihre ganz eigene musikalische Note mit in die Komposition einfließen zu lassen. Das macht die Sache zumindest potentiell spannend – doch wenn das Ergebnis einfach nicht gut klingt, hat man eben doch nur die halbem Miete bezahlt.

Sicher ist es schade, dass es sich somit kaum lohnt die FALL OF MELNIBONE-EP für sich zu entdecken. Erst recht nicht, wenn man bereits mit entsprechenden (Bonustrack-)Versionen der jeweiligen Studioalben eingedeckt ist und so neben SILVER LAKE auch noch ein oder zwei der anderen enthaltenen Nummern kennen wird. Kurios ist schließlich, dass neben SILVER LAKE selbst der Titeltrack THE FALL OF MELNIBONE schon so manch geneigten Hörer bekannt vorkommen dürfte. Der Titel war bereits auf einer speziellen Japan-Edition von THE HALL OF OLDEN DREAMS enthalten – was die EP zusätzlich in einem dezent fragwürdigen Licht erstrahlen lässt. Doch wie man es auch dreht und wendet, bei den hier vertretenen Nummern handelt es sich nicht um die besten DARK MOOR-Titel – vielmehr fühlt es sich an, als wollte man die Zeit zwischen den beiden Ausnahme-Alben der Band nur irgendmöglich mit einem weiteren Release füllen.

Absolute Anspieltipps: THE FALL OF MELNIBONE, WOOD’S SONG


50button

„Nicht mehr als ein Lückenfüller zwischen zwei großartigen Alben.“

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