Metal-CD-Review: AQUARIA – Shambala (2007)

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Alben-Titel: Shambala
Künstler / Band: Aquaria (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 21. September 2007
Land: Brasilien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Avalon Online

Alben-Lineup:

Fernando Giovannetti – Bass
Alberto Kury – Keyboards
Vitor Veiga – Vocals
Gustavo Di Pádua – Guitars
Bruno W. Agra – Drums
Rob Scrip – Guitars

Track-Liste:

1. Hope (01:28)
2. Heart of the Gods (04:07)
3. Expedition (05:51)
4. Into the Forest (09:48)
5. Lost (06:59)
6. Iara (05:15)
7. Shambala (05:08)
8. Child of the Universe (07:45)
9. Firewings (05:35)
10. Skies of Amazonia (06:50)
11. Liberty (07:37)

Das brasilianische Feuer einmal anders interpretiert.

Gute 2 Jahre nach LUX AETERNA, dem Debütalbum der brasilianischen Power Metal-Combo AQUARIA, erschien dessen offizieller Nachfolger SHAMBALA. Die Überraschung für etwaige Fans der Band folgte sogleich: das auf SHAMBALA dargebotene Material war kaum noch mit dem explizit symphonisch angehauchten, früheren Sound der Band vergleichbar – zumindest auf den ersten Blick. Für den direkt zündenden Bombast-Sound und eine Thematik, die sich mit nicht weniger beschäftigte als die Entstehung der Welt; kam nun ein etwas anderer Sound – ein indogener, brasilianisch-traditioneller und insgesamt deutlich progressiverer. Was auf der einen Seite für einen etwas erschwerten Einstieg in den musikalischen Kosmos des Albums sorgt, führt auf der anderen zu einem recht interessanten, durchaus intensiven Höreindruck – sofern man SHAMBLA eine entspreche Vorlaufzeit gewährt und dem Album auch eine Chance gibt, richtig zünden zu können.

Gut ist, dass AQUARIA mit dem Opener HEART OF THE GODS noch am ehesten die Marschrichtung verfolgen, die sie auf dem Vorgänger eingeschlagen hatten – sodass man sich recht schnell zuhause fühlt in den musikalischen Welten von SHAMBALA. Alles was darauf folgt, klingt dann schon etwas fremdartiger – aber interessanterweise nicht unbedingt experimenteller. Es scheint schließlich, als wüssten AQUARIA ganz genau was sie da tun – die Folge ist ein durchweg ehrlich wirkendes musikalisches Werk mit allerlei traditionellen Bezügen, die einen sofort an altehrwürdige Geschichten früherer indogener Völker wie die Mayas oder die Azteken denken lässt. Das führt zu einigen recht erfrischenden musikalischen Eindrücken, die immer dann am besten wirken wenn AQUARIA eine gewisse musikalische Härte nicht vollständig abgeht – reine, gesanglich etwas lasch vorgetragene Balladen wie IARA wirken eher fade, und können mit vergleichsweise epischen (da äußerst variablen und vielschichtigen) Eindrücken aus längeren Nummern wie INTO THE FOREST einfach nicht mithalten.

Immer mit von der Partie sind dabei aber der mal mehr, mal weniger aufdringliche Keyboardsound, sowie allerlei Elemente die doch noch auf den symphonischen Ursprung der Band hinweisen. Das ist nur gut und richtig, haben AQUARIA hier allerlei Stärken anzubieten. Die Arbeit an den Instrumenten ist nach wie vor phänomenal, der Leadgesang von Vitor Veiga stark, der Faktor der Abwechslung und atmosphärischen Stimmungsschwankungen enorm. In Anbetracht des vorgestellten Konzeptes muss man lediglich mit etwas weniger Wumms rechnen – viele Titel bewegen sich im Midtempo oder sogar noch darunter; alle Beteiligten scheinen sich absichtlich etwas zurückzuhalten und deutlich gefühlvoller zu agieren. Das ist das eine, je nach persönlicher Facón durchaus positiv zu beurteilende – das andere ist, dass man auch hinsichtlich der Produktion entsprechend nachzog. Und das wohl nicht mehr ganz so freiwillig – der Vorgänger klang hier noch ein stückweit klarer und differenzierter.

Mit SHAMBALA können AQUARIA also durchaus an den rundum gelungenen Eindruck des Vorgängers anknüpfen – wenn auch auf eine etwas andere Art und Weise als eventuell erwartet. Wer über die ein oder andere Durststrecke vor allem in den eher balladesken Momenten des Albums hinwegsehen kann, der bekommt hier eine ebenso vielseitige wie interessante musikalische Kost angeboten – die einen jeden experimentierfreudigen Power-Metaller aller Wahrscheinlichkeit nach überzeugen wird. Wer es lieber etwas straighter, bombastischer und prunkvoller haben möchte; der sollte dagegen eher zum Vorgänger LUX AETERNA greifen.

Absolute Anspieltipps: HEART OF THE GODS, EXPEDITION, INTO THE FOREST, FIREWINGS, LIBERTY


75button

„Ein geradezu exotisches Album mit vielen frischen Höreindrücken, das insgesamt aber leicht hinter dem Vorgänger zurückbleibt.“

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