Metal-CD-Review: LOST HORIZON – A Flame To The Ground Beneath (2003)

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Alben-Titel: A Flame To The Ground Beneath
Künstler / Band: Lost Horizon (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. Februar 2003
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Music For Nations

Alben-Lineup:

Ethereal Magnanimus – Vocals
Perspicacious Protector – Keyboards
Preternatural Transmogrifier – Drums
Cosmic Antagonist – Bass
Equilibrian Epicurius – Guitars
Transcendental Protagonist – Guitars

Track-Liste:

1. Transdimensional Revelation (02:14)
2. Pure (06:25)
3. Lost in the Depths of Me (08:45)
4. Again Will the Fire Burn (04:08)
5. The Song of Earth (01:20)
6. Cry of a Restless Soul (08:22)
7. Think Not Forever (05:58)
8. Highlander (The One) (11:56)
9. Deliverance (03:27)

Da ging einiges an Energie verloren.

A FLAME TO THE GROUND BENEATH ist das zweite Studioalbum der schwedischen Power Metaller von LOST HORIZON – die mit ihrem gut 2 Jahre älteren Debüt AWAKENING THE WORLD (Link zum Review) durchaus für Furore und mitunter sogar einen kleinen Hype gesorgt haben. Denn: viele schätzten das spür- und hörbare Engagement der Band, welches sich vor allem in enorm Riff-lastigen Kompositionen und dem markant-starken Leadgesang von Daniel Heiman niedergeschlagen hat. Moment, Daniel Heiman ? In der Tat erdachte man sich für ihn und auch die anderen Bandmitglieder geradezu heldenhaft anmutende Fantasie-Namen wie beispielsweise Ethereal Magnanimus (Heiman) oder Transcendental Protagonist (Wojetek Lisicki, Gitarrist der Band) – was einerseits leicht lächerlich und klischeehaft erschien, aber irgendwie auch zum vermittelten Eindruck der Musik passte. Zumindest aber änderte es nichts an der eigentlichen Qualität – bei der, so waren sich viele einig; kaum Abstriche zu machen waren.

Und nun kommt das zweite Studioalbum daher – welches, wie es das Cover bereits dezent verrät; eine kleine Veränderung im Line-Up vorsieht. Statt der ursprünglichen vier Mitglieder schmücken nun gleich sechs Gestalten in voller (Metal-)Kriegsbemalung das Artwork – welches nebenbei bemerkt auf einen ganz ähnlichen Effekt abzielt wie das des vorherigen Albums. Irgendwie weiß man nicht so recht ob man das Motiv tatsächlich ernst nehmen kann – und in wie weit LOST HORIZON das Ganze selbst mit einem Augenzwinkern betrachteten. Doch ob sie nun tatsächlich ein Wirbelsturm hervorgebracht hat oder nicht, der heimliche Bandkopf Wojetek Lisicki hat sich einen weiteren Unterstützter an der Gitarre ins Boot geholt – und einen, der ihm seine ehemalige Rolle als Keyboarder der Band abnimmt. Eine Maßnahme, die das Lineup so gesehen vervollständigt – sich aber kaum auf den Höreindruck auswirkt. Denn: wirkliche Unterscheidungsmerkmale im Vergleich zum Debütalbum finden sich nicht. Auch A FLAME TO THE GROUND BENATH ist ein flottes Power Metal-Album, welches sich gleichermaßen an Einflüssen der Amerikanischen und Europäischen Spielart bedient – und dabei vor allem auf satte Riffs setzt. Das gelingt dem neuen Sextett mindestens ebenso gut wie dem ehemaligen Quartett – rein handwerklich gibt es an einem Album wie diesem nichts zu mäkeln. Hinzu kommt eine mehr als ordentliche Produktion, die den Sound schön druckvoll und differenziert aus den Boxen rauschen lässt. Gepaart mit den offensichtlichen, bereits zur Schau gestellten Fähigkeiten der einzelnen Mitglieder sollte dem Hörgenuss eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Sollte – denn im Gegensatz zum sehr guten Vorgänger weist A FLAME TO THE GROUND BENATH schon wesentlich mehr Ecken und Kanten – und wenn man so will auch potentielle Kritikpunkte – auf. Dabei könnte man bereits mit einem Merkmal beginnen, welches auch schon den Vorgänger in gewisser Weise auszeichnete: man sollte meinen, dass offenbar nur das erlesenste Material für den fertigen Silberling auserwählt wurde – 3 der gerade einmal 9 Titel sind eigentlich keine. Jenes Intro, Interludium und das Outro sind dabei wiederum keine im klassischen Sinne: LOST HORIZON setzten dieses Mal eher auf eine futuristisch anmutende akustische Geräuschkulisse denn auf sich entwickelnde, musikalisch wirklich nennenswerte Stücke. Es mag der Atmosphäre dienlich sein – doch nähert sich die eigentliche Spielzeit des Albums damit ebenfalls stark der vom Vorgänger vorgelegten 40-Minuten-Marke. So ist es an den verbleibenden 6 Nummern, den Fans zu bieten auf was sie aus sind: schön schmackige, zeitlich und geografisch kaum zuzuordnende und somit bestenfalls zeitlose Power Metal-Kost. Das Unterfangen geht dieses Mal; das heißt in der zweiten Runde aber nur noch bedingt auf – die Wirkung ist bei weitem nicht mehr so spektakulär wie beim Vorgänger. Und das wird vor allem an den insgesamt merkwürdig unspektakulären Instrumentalkulissen liegen. Merkwürdig ist das, da nüchtern betrachtet doch so einiges passiert, die Nummern sich entwickeln und alle mit bestem Wissen und Gewissen zu Werke gingen – aber irgendwie will der Funke nicht so richtig überspringen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist auch das Songprojekt HIGHLANDER (THE ONE) – irgendwo angesiedelt zwischen witziger Hommage und epischer Genre-Hymne verliert man sich in einem schier endlosen Gefrickel ohne Höhepunkte und zahlreichen Durststrecken.

Schlussendlich: LOST HORIZON’s Zweitwerk A FLAME TO THE GROUND BENEATH kann sich nicht mehr wirklich mit dem Vorgänger messen – auch wenn offenbar ausreichend Ideen vorhanden waren. Gut ist, dass die Bühne auch dieses Mal den Gitarren und somit auch den schmackigen Riffs und Soli gehört – doch betrachtet man die Kompositionen in ihrer Gänze, entsteht des öfteren ein viel zu langatmiger Eindruck. Und das ist etwas, was bei einer doch recht knapp bemessenen Spielzeit wie dieser nicht passieren darf. Das Album bietet einfach von allem ein bisschen weniger: etwas weniger Kraft, etwas weniger Tempo, etwas weniger Glanz – heraus kommt ein noch immer solider, aber letztendlich reichlich unspektakulärer Nachfolger.

Absolute Anspieltipps: PURE, THINK NOT FOREVER


60button

„Leicht schwächelnder Nachfolger eines legendären Debüt-Albums.“

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