Metal-CD-Review: SALAMANDRA – Time To Change (2010)

salamandra-timetochange_500

Alben-Titel: Time To Change
Künstler / Band: Salamandra (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Juli 2007
Land: Tschechien
Stil / Genre: Power Metal
Label: Leviathan Records

Alben-Lineup:

Jaroslav Sedláček – Bass
Ivan Borovský – Vocals
Karel Řepecký – Guitars
Hanka Šlachtová – Keyboards, Vocals
Pavel Slíva – Guitars
Dan „Baalberith“ Jureček – Drums

Track-Liste:

1. Time to Change (05:25)
2. Eternal Moon (04:38)
3. Crusader (04:53)
4. Underworld Tale (04:16)
5. Leaving Me (05:29)
6. Dark Matter (05:35)
7. Lost Life (04:10)
8. Masters of Rock (05:40)
9. Factor Zero (04:14)
10. The Piano Time (00:43)

Veränderungen bringen nicht immer nur gutes mit sich.

TIME TO CHANGE ist das fünfte Studioalbum der tschechischen Power Metaller von SALAMANDRA – einer gerne unterschätzen und vernachlässigten Band, die bereits seit 1998 existiert und mit Alben wie SKARREMAR (Link zum Review) zumindest in kleinen Kreisen für Furore gesorgt hat. Und nun kommt ein Album wie TIME TO CHANGE daher – eines mit einem Titel, der durchaus auch hält was er verspricht. Denn: die Tschechen haben erneut eifrig an ihrem Sound geschraubt, und präsentieren sich erstmals deutlich düsterer als jemals und auf den vier anderen Studioalben zuvor.

Dabei hatten SALAMANDRA ihre eigentliche Zeit der Veränderung bereits hinter sich – der Wechsel vom damaligen Leadsänger Dalibor „Panther“ Halamiček hin zum neuen Frontmann Ivan Borovský sollte sich zumindest teilweise auf die Wirkung des letztaktuellen Albums FACES OF CHIMERA (Review) auswirken. Tatsächlich aber waren jene neuen, damit einhergehenden Eindrücke nicht so einschneidend und interessant wie die aktuelle Wandlung – die sich hauptsächlich auf die instrumentellen Strukturen und die Atmosphäre im Gesamten bezieht. So sind bereits die ersten drei Nummern des Albums vergleichsweise düstere Stampfer – die noch immer mit einigen der typischen SALAMANDRA-Trademarks daherkommen, grundsätzlich aber eine etwas andere, für die Band ungewohnte Marschrichtung vorgeben.

Analog zur etwas düstereren Soundkulisse hat man indes weitere Änderungen vorgenommen – und sich vom Aufbau der Nummern wieder eher den früheren Alben genähert, als den Kurs des leicht experimentellen und vielleicht auch anspruchsvolleren FACES OF CHIMERA weiter zu verfolgen. Der Folgen sind es dementsprechend mindestens drei. Positiv hervorzuheben ist, dass die Nummern wieder schneller zünden und die Kompositionen nicht mehr ganz so überladen wirken – doch scheint es problematisch, dass man einstweilen zu simpel vorgeht. Das wird spätestens mit den ersten der wieder etwas lockereren Nummern wie UNDERWORLD TALE oder auch FACTOR ZERO klar – Refrains wie die hier präsentierten wirken selbst für SALAMANDRA-Verhältnisse reichlich plump, und entfalten kaum noch eine nennenswerte Wirkung. Wirklich besser wird es aber auch mit den ruhigeren Nummern nicht: CRUSADER enttäuscht mit einer erstaunlich unausgereiften (und leidlich von Backgroundgesängen unterstützten) Gesangsleistung, LEAVING ME ist eine der wohl missglücktesten Power Metal-Balladen überhaupt.

Hinzu kommt, dass man ein oder zwei theoretische Probleme des Vorgängers doch noch mit auf TIME TO CHANGE transportiert hat. Die Rede ist von den des öfteren arg künstlich und leicht deplatziert klingenden Keyboard-Elementen – und den Chören. Gerade die klingen wie schiere Fremdkörper in der Gesamtkomposition – und wollen oftmals so gar nicht zum vermittelten Eindruck der restlichen Elemente passen. So gesehen sieht es nicht wirklich gut aus für TIME TO CHANGE – die Nummern mögen etwas düsterer und erwachsener wirken, doch der Schein trügt. Das Songwriting ist in diesem Fall so simpel wie noch nie ausgefallen, das Riffing und Drumming werden vom oftmals dezent aufgeblasenen Keyboardsound und den choralen Elementen in den Hintergrund gedrängt. Letztendlich bleibt so vieles an Sänger Ivan Borovský hängen – doch auch der kann nicht mehr viel reißen. Die Qualität seiner Leistung ist sogar auffälligen Schwankungen ausgesetzt, in nicht wenigen Nummern scheint er sich geradezu zu quälen. Die Lockerheit, Leichtigkeit und auch Stilsicherheit von dereinst – sie ist verschwunden.

Vielleicht war es nach einem Album wie FACES OF CHIMERA also tatsächlich an der Zeit für eine Veränderung – doch der hiermit eingeschlagene Weg hat es wohl auch nicht sein sollen. TIME TO CHANGE mag sinnige Ansätze anbieten, doch im Endeffekt wirkt das Album viel zu unausgereift. Und vor allem: viel zu simpel, was sowohl die inhaltlichen, hauptsächlich aber die musikalischen Faktoren betrifft. Dort, wo eine gewisse Zugänglichkeit und schlicht auch Einfachheit früheren Kompositionen der Band den nötigen Bumms gegeben haben (siehe TWILIGHT OF LEGENDS oder SKARREMAR), leidet TIME TO CHANGE unter einer fehlenden Kraft und Ausdrucksstärke. Zahlreiche sich negativ auswirkende Faktoren (wie die Keyboards, der Chorgesang, die viel zu minimalistische Gitarrenarbeit) sorgen dafür, dass das Album sich im besten noch einen Platz im Mittelfeld sichern kann. Wer sich für die Band interessiert oder einfach wissen möchte, was die Tschechen tatsächlich draufhaben – der sollte dringend nach ihren früheren Werken Ausschau halten.

Absolute Anspieltipps: TIME TO CHANGE


45button

„Das mit Abstand enttäuschendste SALAMANDRA-Album.“

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.