Metal-CD-Review: LOST HORIZON – Awakening The World (2001)

lost-horizon-awakening-the-world_500

Alben-Titel: Awakening The World
Künstler / Band: Lost Horizon (mehr)
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2013
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Music For Nations

Alben-Lineup:

Cosmic Antagonist – Bass
Ethereal Magnanimus – Vocals
Transcendental Protagonist – Guitars, Keyboards
Preternatural Transmogrifier – Drums

Track-Liste:

1. The Quickening (01:06)
2. Heart of Storm (06:16)
3. Sworn in the Metal Wind (05:44)
4. The Song of Air (00:59)
5. World Through My Fateless Eyes (05:09)
6. Perfect Warrior (03:56)
7. Denial of Fate (03:39)
8. Welcome Back (05:41)
9. The Kingdom of My Will (09:15)
10. The Redintegration (01:42)

Was für ein spektakulärer Auftritt.

Wer auf der Suche nach waschechten, teilweise vielleicht schon vergessenen Perlen des Power Metal-Genres ist, der wird früher oder später auf LOST HORIZON’s Debütalbum AWAKENING THE WORLD stoßen. Im besten Fall versteht sich, denn was die mittlerweile auseinandergegangenen Schweden hier abgeliefert haben, ist schon ein starkes Stück – und auch noch nach mehr als 10 Jahren eine Entdeckung wert. Von daher kann man es auch verkraften bzw. wirkt es nicht mehr ganz so lächerlich, wenn man sich einmal die von der Band eigens kreierten Künstlernamen der einzelnen Mitglieder ansieht (siehe Besetzungsliste oben) – denn wenn man so will könnte man die hier dargebotene Musik tatsächlich als dezent übernatürlich einstufen. Das allerdings nur aus einem Grund: es ist die offerierte Qualität, die eine ganz und gar außergewöhnliche ist. Mit jedweden sphärischen Elementen wird die Musik von LOST HORIZON nicht veredelt; ganz im Gegenteil – zumal das Keyboard ohnehin nur selten und wenn dann reichlich verhalten zum Einsatz kommt. Die Devise lautet in diesem Fall schlicht: Riffs, Riffs und nochmal Riffs.

Das Ergebnis ist ein Power Metal-Album welches als eines von vergleichsweise wenigen wirklich ‚Eier‘ hat; wenn man sich denn einmal diesen vereinfachten Ausdrucksweisen hingeben möchte. So wunderbar kraftvoll, schmackig und dabei immer noch angenehm melodiös sind nur wenige Alben; die sich derart intensiven Frickeleien hingeben – dem transzendentalen Protagonisten (oder tatsächlich: Wojtek Lisicki, ein gebürtiger Pole) sei Dank. Der zeichnet sich nämlich nicht nur für die gelungene Gitarrenarbeit verantwortlich, sondern auch für den Einsatz des Keyboards und die Kompositionen – die stets einen Schwerpunkt auf die schwermetallische Seite des Projekts legen und nur selten von der konsequenten Marschrichtung abweichen. So finden sich auch keine expliziten Balladen auf dem Album – mit Ausnahme des etwas andächtigeren PERFECT WARRIOR. Doch auch dieser Nummer kommt eine gewisse Härte nicht abhanden – was nicht zuletzt am Einsatz des Leadsängers liegt. Der nennt sich hier Ethereal Magnanimus, heißt in Wahrheit aber Daniel Heiman – und weiß so einiges mit seiner Stimme anzufangen.

So ist es vor allem seine stimmliche Bandbreite, die Laune macht – von der eher untypischen, da etwas tieferen und raueren Grundintonation bis hin zu immer wieder gesetzten Ausbrüchen in Form von geradezu majestätischen Screams deckt er das volle Repertoire ab. Hinzu kommt eine gewisse Grundhaltung der Band, die sich auch auf die Musik auswirkt – LOST HORIZON scheinen das was sie da machen wirklich ernst zu nehmen. Ob ein Augenzwinkern hie und da nicht doch noch vorgesehen ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle – sodass teilweise Erinnerungen an Bands wie MANOWAR wach werden; die das Genre ebenfalls in vielfältiger Weise zelebrieren. Parallelen ergeben sich dabei aber nicht wirklich in musikalischer Hinsicht, aber doch in Bezug auf die Ambition des Leadgesangs, die sich dem Hörer bereits im Intro und dem wuchtigen Opener HEART OF STORM präsentiert. Jene, man nenne es Kriegsschreie lösen hier mitunter ein wohliges Gefühl der Gänsehaut aus – im Zusammenspiel mit den schmackigen Männerchören und der wenig experimentellen, von fetten Riff-Bögen dominierten Instrumentalkulisse wird schnell klar, dass LOST HORIZON der Bezeichnung des True Metals recht nahe kommen.

Fazit: AWAKENING THE WORLD ist ein absolutes Must-Have – nicht nur für all jene, die sich für die Geschichte des Power Metals interessieren; sondern auch für Liebhaber einer vergleichsweise kraftvollen und ungekünstelten Spielart. Das Album muss schon damals eine enorme Wirkung hinterlassen haben – betrachtet man es aus heutiger Sicht, eröffnen sich zusätzliche Gedankenspiele. Beispielsweise ist interessant, wie nah der Sound der polnischen Band PATHFINDER an das Schaffen von LOST HORIZON herankommt – wenn man die symphonische Komponente einmal ausblendet und das Ganze rückwirkend betrachtet. Ein 1-A Leadgesang mit hohem Kultfaktor, eine grandiose Gitarrenarbeit, ungekünstelte aber dennoch schmwermetallisch-melodiöse Kompositionen mit reichlich Wumms – LOST HORIZON haben hier ein echtes Meisterstück abgeliefert.

Absolute Anspieltipps: HEART OF STORM, SWORN IN THE METAL WIND, DENIAL OF FATE, WELCOME BACK


85button

„Dem Titel und Cover-Artwork durchaus gerechtwerdend.“

Advertisements

Über Kommentare Freut Sich Jeder.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s