Metal-CD-Review: HAMMERFALL – (r)Evolution (2014)

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Alben-Titel: (r)Evolution
Künstler / Band: Hammerfall (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. September 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Nuclear Blast

Alben-Lineup:

Oscar Dronjak – Guitars, Keyboards
Pontus Norgren – Guitars, Keyboards
Anders Johansson – Drums
Joacim Cans – Vocals
Fredrik Larsson – Bass

Track-Liste:

1. Hector’s Hymn (05:54)
2. (r)Evolution (04:25)
3. Bushido (04:41)
4. Live Life Loud (03:32)
5. Ex Inferis (04:41)
6. We Won’t Back Down (04:19)
7. Winter Is Coming (03:49)
8. Origins (04:58)
9. Tainted Metal (04:37)
10. Evil Incarnate (04:36)
11. Wildfire (04:04)
12. Demonized (03:36)

Wenn der letzte Hammer fällt…

Im Genre des Power Metal gibt es nicht gerade wenige Alben, die man als typisch bezeichnen könnte. Typisch, das hieße in diesem und vielen anderen Fällen typisch europäisch und somit eindeutig der Spielart des europäischen Power Metals zuzuordnen – einer Spielart, die sich spätestens seit den frühen 90er Jahren einer großen Beliebtheit erfreut. Und so gibt es auch entsprechend viele Vorreiter und Galionsfiguren; Bands, die mit Hingabe für ihr musikalisches Schaffen einstehen und von denen man das Gefühl hat, als wären sie schon immer dagewesen. Eine solche Band ist auch HAMMERFALL – deren Stärken aber schon lange nicht mehr in einer Funktion als Wegbereiter zu suchen sind. Vielmehr fokussieren sich HAMMERFALL auf ihren typischen, unverkennbaren Sound; der vergleichsweise schnell in die Gehörgänge geht und nicht selten einen enormen Hymnen-Faktor etablieren kann.

Und so ist auch das mittlerweile neunte Studioalbum der Schweden keine wirkliche Überraschung – im Gegenteil, das hier dargebotene Material hätte genauso gut von einem ihrer früheren Werke stammen können. Das ist keinesfalls schlecht, zeigt es noch einmal überdeutlich auf, wie konsequent HAMMERFALL ihren Weg verfolgen ohne sich jemals zu verbiegen – nur einen frischen Wind, absolut neuartige Eindrücke; die wird man auf (R)EVOLUTION vergebens suchen.

Es bleibt also bei den alten Stärken, aber auch Schwächen – denn auch (R)EVOLUTION hat wie einige HAMMERFALL-Alben zuvor ein Problem mit einer gewissen Gleichförmigkeit. Wo das Album anfängt oder aufhört, in welcher Reihenfolge man den Nummern lauscht; ob man das Album heute oder in 10 Jahren hören wird – es spielt grundsätzlich keine Rolle. Alle 11 Titel sind zeitlos, gehen sofort ins Ohr und verbleiben dort, und genau das ist das Problem; eventuell gar nicht mal so lange. Sei es der hymnische Opener HECTOR’S HYMN, der Titeltrack REVOLUTION, das stampfende LIVE LIFE LOUD oder das spätere TAINTED METAL – das Songwriting fällt auch dieses Mal extrem simpel und schnörkellos aus. Wirklich nachhaltige oder gar kultverdächtige Momente entstehen kaum – mit Ausnahmen, wie in Bezug auf das wahrlich gelungene und an frühere Glanzzeiten der Band erinnernde HECTOR’S HYMN oder das schön Riff-lastige EX INFERIS.

Und das, obwohl so gut wie alle Voraussetzungen gegeben sind. Die Band hat ein gehöriges Maß an Erfahrung, alle Mitglieder beherrschen ihre Rollen perfekt, rein soundtechnisch gibt es nicht zu mäkeln. Doch aus irgendeinem Grund wollen viele der hier vertretenden Songs nicht richtig zünden – sie fühlen sich verhalten an (was sich besonders negativ auf die eingeworfenen Männer-Chöre auswirkt), klingen unspektakulär und fatalerweise nach einer Art musikalischem Einheitsbrei. Es bleiben hie und da die technisch-handwerklichen Frickeleien und netten Arrangements, die immer wieder aus der Masse an eher unspektakulären Songs hervorblitzen – als Highlights und Merkmale der Fähigkeiten der Band, die sich in diesem Fall aber leider nicht zu einem stimmigen Ganzen zusammensetzen.

Fazit: Mit (r)EVOLUTION werden HAMMERFALL vor allem eingefleischte Fans zufriedenstellen können, die sich nach den letzten beiden Alben wieder eines gewünscht haben; welches noch deutlicher an die früheren Glanzzeiten der Band anknüpft. Doch um im Jahr 2014 und der wahnwitzigen Masse an Konkurrenzbands mitzuhalten, reicht es nicht mehr – zu simpel und vorhersehbar ist das hier dargebotene Material, zu verhalten klingen selbst die auf bombastisch getrimmten Hymnen wie WE WON’T BACK DOWN. (r)Evolution ist ein durch und durch harmloses, etwas langatmiges Album geworden, dass sich insgesamt und retrospektiv betrachtet keinen höheren Platz in der Rangfolge der bisherigen HAMMERFALL-Diskografie sichern kann.

Absolute Anspieltipps: HECTOR’S HYMN, EX INFERIS, ORIGINS, WILDFIRE


70button

„Für Fans von HAMMERFALL – aber auch die werden nicht vom Hocker gerissen werden.“

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