Metal-CD-Review: DIONYSUS – Fairytales & Reality (2006)

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Alben-Titel: Fairtales And Reality
Künstler / Band: Dionysus (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 23. August 2006
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Nobby Norberg – Bass
Johnny Öhlin – Guitars
Olaf Hayer – Vocals
Ronny Milianowicz – Drums
Kaspar Dahlqvist – Keyboards

Track-Liste:

1. Illusion of Life (05:00)
2. The Orb (05:00)
3. Blinded (04:41)
4. The World (03:19)
5. Spirit (05:32)
6. Queen of Madness (03:42)
7. The Game (06:04)
8. True at Heart (04:47)
9. Tides Will Turn (05:21)
10. Dreamchaser (04:45)
11. The End (07:56)

Auf zur dritten und (vorerst ?) letzten Runde.

FAIRYTALES & REALITY ist das dritte – und für einiges sicher leider – das letzte Studioalbum der schwedischen Power Metaller von DIONYSUS, die sich vor allem mit ihrem gesangsstarken Frontmann Olaf Hayer einen Namen machen konnten. Nachdem das Debütalbum der Band, SIGN OF TRUTH für einen gehörigen Überraschungseffekt sorgen konnte, schwächelte der Nachfolger ANIMA MUNDI leicht – und FAIRYTALES & REALITY ? Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass das Album weder ein das erste locker übertreffendes Meisterwerk, noch eine das zweite unterbietende Enttäuschung geworden ist – man bewegt sich irgendwo im Mittelfeld. Und genau das ist ein Ausdruck, den die Mitglieder von DIONYSUS sicher selbst des öfteren hörten – denn bis auf Olaf Hayer und seine erbrachten Leistungen schien die Band einer harten Konkurrenzsituation ausgesetzt; der stark Keyboard-orientierte Sound sollte nicht jedermanns Geschmack treffen.

Das heißt nicht, dass DIONYSUS eine zu vernachlässigende Band der Metal-Geschichte sind, im Gegenteil – zumal die Auftritte von Olaf Hayer immer ein Highlight sind. Doch bis auf das sehr gute, wenn auch nicht grandiose Debütalbum scheint die Band hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben zu sein – wofür auch FAIRYTALES & REALITY ein guter Anhaltspunkt ist. Wieder enthält das Album viele eher beschwingte, rockige Nummern mit einem dezenten Retro-Touch (ILLUSION OF LIFE, BLINDED) und einer gehörigen Portion Melodie – was gut klingt, aber irgendwie das Gefühl zurücklässt als wäre mehr dringewesen. Zufriedenstellender sind da schon die eher gradlinigen Uptempo-Nummern mit ihren zusätzlichen schwermetallischen Komponenten – die sich direkt an eingefleischte Genre-Fans richten. Stellvertretend dafür steht eine stark vorantreibende Nummer wie THE ORB mit seinem kongenialen Refrain oder auch das schön Riff-lastige THE WORLD, mit einem ebenfalls enorm eingängigen Refrain und grandiosem Soli-Part. Hier ist sie dann wieder da, jene fulminante Energie die sich im besten Fall auch direkt auf den Hörer überträgt.

Dank Olaf Hayer können aber auch die eher ruhigen Nummern zünden – zünden, aber nicht so richtig durchstarten. Viele der enthaltenen Songs bewegen sich ohnehin im Midtempo, und beinhalten sowohl dezent weiche als auch härtere Elemente. Seien es Nummern wie SPIRIT, QUEEN OF MADNESS, THE GAME – die Marschrichtung scheint klar, man ist geneigt im Tankt mitzuwippen – aber irgendetwas fehlt; der ganz große Coup ist DIONYSUS mit diesen Nummern nicht gelungen. Auch im späteren Alben-Verlauf finden sich keine Offenbarungen mehr – nur grundsolide Melodic-Metal-Kost die sofort ins Ohr geht, aber dort schlicht nicht nachhaltig wirken kann.

Fazit: Das dritte und letzte DIONYSUS-Album schafft es, mit dem insgesamt noch guten Eindruck des Vorgängers mithalten zu können – an das noch ein Stückchen bessere Debütalbum kommt aber auch FAIRYTALES AND REALITY nicht ganz heran. Es bleibt bei einem Album, welches man vor allem Freunden eines soliden Melodic Power Metals empfehlen kann – auf allzu temporeiche oder kraftvolle Arrangements wurden hier vermehrt verzichtet, stattdessen finden sich viele stampfende Midtempo-Nummern mit einem dezenten Retro-Touch. Die großartigen handwerklichen Leistungen und der gewisse Charme der Band sorgen somit für eine Wertung im oberen Mittelfeld – für mehr hat es in diesem Fall nicht gereicht. Dennoch sollte man DIONYSUS in Erinnerung behalten – und nicht zuletzt deren einzelne Mitglieder weiter beobachten.

Absolute Anspieltipps: THE ORB, BLINDED, THE WORLD, TURE AT HEART, DREAMCHASER


75button

„Melodischer Power Metal der nicht mehr ganz so mitreißenden, aber immer noch super-soliden Sorte.“


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