Metal-CD-Review: DIONYSUS – Anima Mundi (2004)

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Alben-Titel: Anima Mundi
Künstler / Band: Dionysus (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 19. Januar 2004
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: AFM Records

Alben-Lineup:

Nobby Norberg – Bass
Johnny Öhlin – Guitars
Olaf Hayer – Vocals
Ronny Milianowicz – Drums
Kaspar Dahlqvist – Keyboards

Track-Liste:

1. Divine (04:10)
2. Bringer of War (05:06)
3. Anima Mundi (03:33)
4. My Heart Is Crying (05:01)
5. March for Freedom (06:05)
6. What (05:16)
7. Eyes of the World (05:38)
8. Forever More (04:53)
9. Paradise Land (04:50)
10. Closer to the Sun (03:17)
11. Holy War (05:28)

Auf zum zweiten großen Schlag.

Bereits ein gutes Jahr nach ihrem Debütalbum SIGN OF TRUTH legten die erstarkten schwedischen Power Metaller von DIONYSUS nach – und präsentierten ihr vielversprechendes zweites Studioalbum ANIMA MUNDI. Auch dieses Mal sollten die Zeichen auf Sturm stehen, respektive für einen frischen Windstoß sorgen – insbesondere was den Leadgesang betrifft. Denn wo ein gewisser Olaf Hayer bereits das Vorgängeralbum und das Soloprojekt LUCA TURILLI’s durch seine Mitarbeit gesanglich veredelte, legte er auch auf ANIMA MUNDI noch einmal ordentlich los. Und das so sehr, dass auch dieses Mal schnell feststand: DIONYSUS haben aus einem ganz bestimmten Grund ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit von Seiten der zahlreichen Genre-Kollegen und Fans verdient. Auch, oder gerade weil sich das Phänomen Hayer nur schwerlich in Worte fassen lässt.

Zwar sollte man das restliche musikalische Schaffen der Band ebenfalls nicht in den Schatten stellen – doch Fakt ist, dass die instrumentalen Kompositionen bei weitem nicht das Level erreichen, dass ein Sänger wie Olaf Hayer problemlos ausfüllen könnte. Ein sehr gutes Beispiel dafür war und ist das legendäre PROPHET OF THE LAST ECLIPSE-Album von LUCA TURILLI (Review), auf dem sich dank des Fingerspitzengefühls des ehemaligen RHAPSODY OF FIRE-Komponisten die instrumentalen Faktoren und die Leadgesangsperformance problemlos das Wasser halten konnten. Und nun kommt eine Band wie DIONYSUS daher – die verständlicherweise nur hinter dem pompösen Eindruck der entsprechenden Vorarbeit zurückbleiben kann. Die einzige Möglichkeit, dem Ganzen dennoch eine Chance geben besteht darin das Ganze als neues, eigenständiges Projekt zu betrachten – und die entsprechende Vorgeschichte dezent auszublenden. Doch selbst dann kann sich einstweilen Ernüchterung einstellen, zumindest was ANIMA MUNDI betrifft. Denn wo der Vorgänger tatsächlich noch für den ein oder anderen Überraschungseffekt sorgen konnte, scheint man sich hier leicht dem gefühlten musikalischen Alltag hingegeben zu haben.

Schließlich ist ANIMA MUNDI ein europäisches Power Metal-Album durch und durch – ein schnörkelloses, lebendiges, erheiterndes. Fans des Genre werden mit dem Material definitiv zufriedengestellt werden – auch die ganz großen Überraschungen ausbleiben und das Album hinsichtlich seiner Wirkungskraft hinter dem Vorgänger SIGN OF TRUTH anstehen muss. Und dennoch blitzt es hie und da durch, jenes Gefühl dass DIONYSUS mehr sind als eine x-beliebige Genreband, die keine großartigen Alleinstellungsmerkmale mitbringt – abgesehen vom wahrhaftig einzigartigen Olaf Hayer, versteht sich. Ein Anhaltspunkt dafür könnte auch sein, dass es DIONYSUS trotz massivem Keyboardeinsatz schaffen, ANIMA MUNDI nicht allzu weichgespült klingen zu lassen. Sicher, die düstereren Momente halten sich in Grenzen (BRINGER OF WAR wäre so ein Kandidat, leider sind die Hall-Effekte eher nervig), doch zählen diese ohnehin nicht zu den Stärken der Band. DIONYSUS scheinen sich noch immer am wohlsten zu fühlen, wenn sie gute Laune-verbreitende Genre-Hymnen wie DIVINE oder CLOSER TO THE SUN zum besten geben können. Diese sind dann zwar etwas einfacher gestrickt, machen aber schlicht einen Heidenspaß. Interessant wird es, wenn jene grundsätzlich; man nenne es partytauglichen Elemente noch mit einer zusätzlich Portion Melancholie gepaart werden – wie im Titeltrack ANIMA MUNDI, der trotz aller Synthie- und (dezenten) Pop-Elemente eine absolut unverkennbare, repräsentative Nummer geworden ist. Problematisch könnte nur sein, dass die Gitarren nicht immer derart im Vordergrund stehen, wie man es sich eventuell gewünscht hätte – nicht nur dass der allgemeine Fokus weniger auf ihnen liegt, auch die Abmischung fällt diesbezüglich nicht ganz so vorteilhaft aus.

ANIMA MUNDI ist somit nicht das beste DIONYSUS-Album – und dennoch haben die Schweden im Vergleich zu zahlreichen Genre-Kollegen noch immer die Nase vorn. Das liegt in erster Linie an Olaf Hayer und seiner denkwürdigen Leistung – aber auch an der ansehnlichen Anzahl von rundum gelungenen, zumeist schnörkellosen Power Metal-Nummern mit allerlei hochtrabenden Momenten. Auch wenn das Keyboard des öfteren eine tragende Rolle übernimmt und die Gitarren das eine ums andere Mal dezent verdrängt, klingt das auf ANIMA MUNDI angebotene Material noch immer eindeutig nach einem europäischen Power Metal – und nicht nach einem massentauglichen Chart-Pop, wie es von manchen gern gehässig angedeutet wird. Genre-Fans werden in jedem Fall gut bedient, und können sich neben den sofort ins Ohr gehenden Nummern auch noch auf eine balladeske Überraschung in Form des starken MARCH FOR FREEDOM freuen – die wie eine merkwürdige Kreuzung von MANOWAR und FREEDOM CALL klingt und Olaf Hayer einmal mehr in seiner wandelbarsten Form zeigt.

Absolute Anspieltipps: DIVINE, ANIMA MUNDI, MARCH FOR FREEDOM


80button

„Solider Nachfolger mit viel Melodie und starkem Leadgesang.“

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