Metal-CD-Review: DIONYSUS – Sign Of Truth (2002)

dionysus-sign-of-truth

Alben-Titel: Sign Of Truth
Künstler / Band: Dionysus (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 18. November 2002
Land: Schweden
Stil / Genre: Power Metal
Label: Painful Lust

Alben-Lineup:

Nobby – Bass
Kaspar – Keyboards
Ronny – Drums
Olaf – Vocals
Johnny – Guitars

Track-Liste:

1. Time Will Tell (05:04)
2. Sign of Truth (05:32)
3. Bringer of Salvation (04:33)
4. Pouring Rain (05:20)
5. Anthem (For the Children) (05:36)
6. Holy War (05:24)
7. Don’t Forget (06:03)
8. Walk on Fire (05:57)
9. Never Wait (05:47)
10. Loaded Gun (bonus track) (05:11)

Und da war es noch eine Band mehr…

SIGN OF TRUTH ist das erste offizielle Studioalbum der 1999 gegründeten schwedischen Bandcombo DIONYSUS – einer bis dato relativ unbekannten Formation. Die Betonung liegt hierbei allerdings eindeutig auf relativ – schließlich waren so gut wie alle Bandmitglieder bereits mit anderen Projekten unterwegs. Einer sticht dabei nochmal ganz besonders hervor: der aus Deutschland stammende Sänger Olaf Hayer. Der konnte sich vor allem mit seiner Mitarbeit an LUCA TURILLI’s Soloprojekt einen Namen machen, einen recht großen sogar – sodass es wohl auch kein Zufall ist, dass das mittlerweile legendäre PROPHET OF THE LAST ECLIPSE (Link zum Review) nur wenige Tage vor dem ersten DIONYSUS-Release veröffentlicht wurde. Und auch wenn sich die beiden Alben nicht wirklich in die selbe musikalische Schublade stecken lassen, so haben sie doch eines gemeinsam: eine von allen Beteiligten vorgelegte, hör- und spürbare Passion – die sich geradezu unvermittelt auf den Hörer überträgt und ihn erst einmal gehörig fesselt. Bei TURILLI ist es jener ganz spezielle, mehr als wuchtige Sci-Fi-Einschlag der einen mit auf eine Reise in ferne Gefilde nimmt – und bei DIONYSUS nun eher bodenständige Geschichten voller Sehnsucht und einer gleichermaß0en hochgehaltenen Emotionalität und Eingängigkeit.

So leben die Nummern in erster Linie von den gesanglichen Fähigkeiten Hayer’s – die sich abermals als zeitlos herausstellen und nicht nur eingefleischte Fans jenes stimmkräftigen Niedersachsen begeistern werden. Doch auch wenn ein Großteil der etablierten Wirkung allein durch seine Performance entstehen wird, ist es nicht allein an ihm das Projekt DIONYSUS zu stemmen. Auch sonst machen die Schweden eine gute Figur, und präsentieren einen absolut eingängigen melodischen Power Metal – der sich inhaltlich einmal wieder mehr am Leben selbst orientiert, erfrischenderweise. Zu den grundsätzlich ernsten, manchmal allerdings auch etwas zu simpel anmutenden Texten gesellen sich eine interessante, antreibende schwermetallische Komponente – und ein gewisser, sofort zündender Hymnen-Faktor. Der erinnert in den ersten Momenten an eine schnellere und härtere Version der frühen AXXIS-Werke; besonders zum Auftakt des Albums. Der fällt indes besonders markant und kräftig aus – gleich die ersten drei Nummern sind absolute Volltreffer, und bieten eine nette Ansicht auf das was DIONYSUS musikalisch alles in Petto haben. Neben grundsätzlich etwas weicheren, mit starken Refrains versehenen Stücken wie TIME WILL TELL oder SIGN OF TRUTH wissen auch die schon deutlich schroffen Töne aus dem mächtigen BRINGER OF SSALVATION zu überzeugen. Umso schöner respektive interessanter ist, dass man auch hier nicht auf einen eingängigen, dennoch schön schmackigen Refrain verzichtet hat.

Leichte Probleme finden sich lediglich im Bezug auf den etwas abflauenden späteren Albenverlauf, die Qualität der Produktion im gesamten sowie hie und da in Bezug auf die Soli und das Schlagzeug. Völlig außen vor, und das berechtigterweise sind der Gesang, die Hintergrundgesänge und -Chöre, der gesamte Einfluss des Keyboards, die Rhythmusgitarren und der Bass. Hier gibt es rein gar nichts zu mäkeln, im Gegenteil: DIONYSUS nähern sich in diesen Faktoren ganz stark der schieren musikalischen Perfektion an. Wäre das Album noch etwas kräftiger abgemischt, hätte hie und da noch etwas mehr Tiefgang und ausgefeiltere Soli – dann wäre eine noch höhere Wertung dringewesen. Aber auch so reicht es bei weitem für den oberen Durchschnitt und ein Album, welches man in jedem Fall in seiner Sammlung haben sollte, eine gewisse Vorliebe für die Spielart des europäischen Power Metals vorausgesetzt.

Fazit: Es scheint fast so, als müsste man für einen super-soliden Power Metal der weit über den gängigen Durchschnittseindruck hinausgeht nur zwei Zutaten verwenden: einen verantwortlichen Ideengeber respektive Songwriter, und Olaf Hayer. Alles was dann noch folgt sind quasi Zugaben; das Tüpfelchen auf dem guten alten i. Auch wenn man das Schaffen aller hier Beteiligten keinesfalls unter den Teppich kehren sollte, sind es eben jene zwei Faktoren die nachhaltig im Gedächtnis bleiben und die mitunter größte Wirkungskraft entfalten werden. DIONYSUS Debütalbum ist ein starkes Stück, das steht fest – nur ist es nicht so spektakulär wie die beinahe zeitgleich abgelieferten Werke von LUCA TURILLI. Es besteht also durchaus die Chance, dass ein Album wie dieses hier vergessen werden wird – was sicherlich schade ist, mit einer verdienten Wertung aber möglichst verhindert werden sollte.

Absolute Anspieltipps: TIME WILL TELL, SIGN OF TRUTH, BRINGER OF SALVATION


85button

„Starkes Debütalbum mit exzellentem Leadgesang.“


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