Filmkritik: „Green Hornet – Die Rückkehr Der Grünen Hornisse“ (1994)

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Originaltitel: Qing Feng Xia
Regie: Ching-Ying Lam
MitKar Lok Chin, Esther Kwan, Rongguang Yu u.a.
Land: China
Laufzeit: ca. 84 Minuten
FSK: ab 18 freigegeben
Genre: Action
Tags: Grüne Hornisse | Kato | Trash | Gerechtigkeit | Kampf | Kung Fu

Neue Helden braucht das Land.

Kurzinhalt: Wo immer er auftaucht, lehrt er den kriminellen Schergen das Fürchten. Die Grüne Hornisse hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Böse zu bekämpfen – und folgt damit einer Jahrhunderte währenden Tradition. Darauf wird auch eine junge Reporterin aufmerksam, die dem kampferprobten Maskenmann fortan nicht mehr von der Seite weicht – auch wenn der seine Identität lieber geheimhalten möchte. Doch bleibt ohnehin kaum Zeit, sich näher kennenzulernen – die beiden stoßen auf kriminelle Machenschaften, die sich mit dem Schmuggel von Menschen und Waffen über Wasser halten. Und auch wenn bisher niemand die Grüne Hornisse hat bezwingen können, so wäre es fatal unvorsichtig zu werden – ein besonders fähiger Kämpfer, der zudem eine Gruppe von zahlreichen Soldaten befehligt, will es mit dem friedliebenden Kämpfer für Gerechtigkeit aufnehmen.

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Kritik: Achtung, Spoiler ! Zum Franchise der sogenannten GRÜNEN HORNISSE gibt es mittlerweile einiges an Material. Der vorliegende, interessanterweise aus Hong Kong stammende Film – der den Namen der Titelfigur immerhin gleich zweimal im Titel trägt – hat jedoch nur bedingt mit den offiziellen, aus den USA stammenden Vorbildern zu tun. Ein wenig Titelklau hier, eine auffällige schwarze Maske dort – und fertig ist der Fernost-Abklatsch, der dabei auch noch so frech ist und so gut wie alle gängigen Filmregeln verneint. Eine aufgesetzte Story um Menschen- und Waffenschmuggel, platte und äußerst naiv agierende Charaktere, so gut wie keine brauchbaren Dialoge und eine plump erscheinende Szenengestaltung samt altbackener Gesamt-Optik lassen einen an ein schnell herunterproduziertes Schundwerk denken; dass durch die Titelvergabe zumindest einige verirrte Kunden zu einem Griff ins Regal animieren sollte.

Und auch wenn diese Befürchtungen im eigentlichen Filmverlauf und über die Gesamtspielzeit niemals widerlegt werden können; genießt das 1994 veröffentlichte Werk bei manchen eine Art Sonderstatus – nicht unbedingt als ernstzunehmende Actionkomödie, sondern als waschechte Trashperle. Was DIE RÜCKKEHR DER GRÜNEN HORNISSE auch zweifelsfrei ist – wie viel gewollte oder eher zufällige Ansätze zu einer Genre-Attribuierung wie dieser geführt haben, bleibt indes offen. Klar ist nur, dass der Film über weite Strecken gnadenlos gut unterhält; und zudem mit einigen aberwitzigen Actionszenen gespickt ist. Diese werden temporeich inszeniert, glänzen mit einer guten (aber eben herrlich übertriebenen) Choreografie; und veranschaulichen so manch mannigfaltige Fähigkeit des maskierten Superhelden – wie etwa das Fangen von Wurfmessern, dem Ausweichen von Kugeln oder der Handhabung eines ganz speziellen Bumerangs. Eine unter gängigen Maßstäben als reichlich misslungen zu bezeichnende deutsche Synchronisation sowie die stumpfen Soundeffekte komplettieren den makaberen Gesamteindruck – und machen diese frei interpretierte Version der GRÜNEN HORNISSE doch noch zu einem Schmankerl für einen geselligen Abend unter (Film-)Freunden.

Hierbei handelt es sich jedoch um ein potentielles Vorhaben oder auch Experiment, dass nur unter einer Bedingung funktioniert – nämlich dann, wenn man die ungeschnittene Fassung zu sehen bekommt. So kursiert analog zur eigentlichen FSK-18 Version auch eine geschnittene FSK 16-Fassung, die um sage und schreibe 17 Minuten gekürzt ist. Das ist kurios, da der Film (auch wenn es sich sicher angeboten hätte) keinerlei Splatterszenen enthält; nur einige ruppige Gewaltmomente die vornehmlich aus den zahlreichen – und größtenteils unblutigen – Kampfszenen entstehen. Waffen werden erst gegen Ende des Films benutzt; es scheint aber ohnehin als hätte die Schere vor allem in Bezug auf eine ganz spezielle Figur des Films zugeschlagen. Jenem Soldaten nämlich, dem die Macher ein Eisernes Kreuz umgehängt haben und der mit rassistischen Bemerkungen nur so um sich wirft. Es ist sinnlos, sich über das Für und Wider einer solch drastischen Zensierung auszulassen – Fakt ist nur, dass es in diesem Fall dazu führt dass der Film nicht mehr funktioniert; zumal gerade jener Charakter zu einem ernstzunehmenden Gegenspieler für die GRÜNE HORNISSE avanciert.

Fazit: Titel- und Ideenklau hin oder her – DIE RÜCKKEHR DER GRÜNEN HORNISSE geizt nicht mit herrlich makaberen Einfällen und versprüht trotz der reinen Platzhalter-Story und den lachhaften Chrakterporträts einen gewissen Charme. Den eines Trashfilms, das mag sein – und doch ist er immer noch um ein vielfaches sehenswerter als so manch pompös inszenierter Hollywood-Erguss zum Thema. Frechheiten werden nicht immer belohnt, doch in diesem Fall kann und sollte man getrost eine Ausnahme machen. Mit dieser GRÜNEN HORNISSE wird man jedenfalls reichlich Spaß haben – die ungeschnittene Fassung vorausgesetzt. Einige Längen im Mittelteil, sowie die einstweilen etwas nervige Figur der Reporterin (mit der die GRÜNE HORNISSE im weiteren Verlauf anbändelt) schmälern das durchtriebene Filmvergnügen nur dezent.

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„Unterhaltsames Trash-Feuerwerk mit herrlichen Actionszenen.“

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