Metal-CD-Review: EARENDEL – Earendel (2014)

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Alben-Titel: Earendel
Künstler / Band: Earendel (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 15. Juni 2014 (Digital only)
Land: Island
Stil / Genre: Power Metal
Label: Keins / Independent

Alben-Lineup:

Kristján – Bass
Einar – Drums
Þorsteinn – Guitars
Ómar – Guitars
Hlynur Már Árnason – Keyboards
Almar – Vocals

Track-Liste:

1. The Pioneers (05:15)
2. Fall of Gondolin (03:29)
3. Wonderlust Intro (00:55)
4. Wonderlust (03:28)
5. The Dragon (03:27)
6. World of Wonder (03:54)
7. Glory Is Our Name (04:11)
8. Riders of the Sacred Storm (05:51)
9. Sail Away (03:09)

Blosse Kopie oder episches Mammutwerk ?

Mit einem etwas merkwürdig anmutendem Bandnamen stellen sich dieser Tage EARENDEL vor – eine frisch gegründete Bandcombo aus einem Land, das bis dato eine noch recht übersichtliche Anzahl an Genrevertretern des Power Metals hervorgebracht hat: Island. Auch wenn der Name unfreiwillig an die Kombination der Worte ear (englisch für Ohr) und grendel (fantastische Gestalt und Gegenspieler von Beowulf) klingt, handelt es sich tatsächlich um einen Begriff der nordischen Mythologie – und bedeutet in etwa so viel wie Glanz oder Morgenstern. Ganz unabhängig davon ob EARENDEL damit, oder doch lieber mit einer Tolkien-Romanfigur namens Earandil assoziiert werden möchten, haben sie sich angeschickt ein grundsolides Debüt- respektive Konzeptalbum auf die Beine zu stellen. Dieses wird jedoch vorerst nur in einem digitalen Format veröffentlicht – ein Label hat die Band noch nicht gewinnen können. Aber haben EARENDEL tatsächlich das Zeug dazu, groß in der internationalen Szene durchzustarten ?

Daran ist zumindest dezent zu zweifeln, was mehrere Gründe hat. Zum einen ist es, und darauf lässt sich bereits schließen ohne den eigentlichen Inhalt besehen zu haben; die gesamte absolut klischeehafte und ideenlose Aufmachung des Projekts. Nicht nur, dass der Bandname irgendwie blöd klingt und den Jungs kein nennenswerter Albentitel eingefallen ist; das Artwork ist selbst für ein rein digitales Release auffallend unschön und laienhaft – sicher hätte hier jeder x-beliebige Künstler auf Deviantart etwas ansprechenderes kreieren können. Und auch bei der Auswahl der Song-Titel sieht es eher düster, beziehungsweise alles andere als erfrischend aus – natürlich, auch der längst obligatorische Drachen kommt vor. Doch es gilt, sich davon nicht beirren zu lassen – sondern im besten Fall in die auf dem Debütalbum präsentierte musikalische Welt einzusteigen.

Hier sieht es dann auch schon etwas interessanter aus. EARENDEL vorschnell abzustempeln; beispielsweise als weiterer RHAPSODY-Klon, ist wie sich zeigt ein Fehler. Denn nicht nur dass sich das Keyboard eher dezent im Hintergrund hält und reichlich Platz für die Gitarren lässt; EARENDEL haben es geschafft ihr Debütalbum alles andere als generisch erscheinen zu lassen. Vielmehr sorgen die dezent progressive Note und ein gewisser Retro-Charme dafür, dass das Album schnell ein Gesicht bekommt – kein unverwechselbares oder atemberaubend frisches, aber doch grundsolides. Bereits der irgendwo zwischen MANILLA ROAD (als alteingessene Genrevertreter) und HOLY GRAIL (als neue, aber ebenfalls Retro-orientierte Kollegen) angesiedelte Opener THE PIONEERS zeigt auf, dass EARENDEL ordentlich Dampf machen und eine angenehme Atmosphäre etablieren können.

Im weiteren Verlauf weiss die Qualität der einzelnen Titel wiederum stark zu schwanken, was mehrere Gründe hat. Zum einen findet sich (mit Ausnahme des Openers) einfach kein weiterer wirklicher Brecher, eine alles sprengende Hymne – und zum anderen gibt es auch hisncithlich der handwerklichen Aspekte dezente Probleme. Nicht zuletzt der Leadgesang löst dabei enorm gemischte Geühel aus: einerseits als bodenständig und angenehm zu beschreiben, sorgen die teils gewöhnungsbedürftige Aussprache und die merkwürdigen Betonung für Zweifel. Auch scheint es hier manchmal einfach nur an einer zusätzlichen Portion Kraft und Ausdrucksstärke zu fehlen – was sich besonders bei einer auch sonst recht einfach gestrickten Ballade wie WORLD OF WONDER bemerkbar macht.

Als recht nett erweist sich dagegen die gesamte Arbeit an und mit den Gitarren, das heißt sowohl im Rhtymus- als auch Solibereich. Diese wird indes – zumindest teilweise – von der noch mehr als ausbaufähigen Aufnahme- und Produktiosnqualität wieder in ihrer Wirkungskraft gemindert. Für Überraqschungen sorgen indes die hie und da eingestreuten härteren Momente, die beispielsweise das auch sonst recht mächtige RIDERS OF THE SACRED STORM mit Growls ausschmücken.

Fazit: EARENDEL zeigen mit ihrem Debütalbum auf dass sie da sind; beziehungsweise in Zukunft mit einer weiteren Genre-Band aus Island zu rechnen ist. Einen Meilenstein haben sie nicht abgeliefert, aber doch ein mehr als annehmbares Genrealbum für alle, die es gerne etwas bodenständiger haben wollen und auf eine Extraportion Tempo verzichten können. Sowohl vom Innovationsfaktor als auch den handwerklich-technischen Belangen und der Gesamtleistung des Leadsängers gibt es aber noch reichlich Luft nach oben – die vielleicht mit dem nächsten Album gefüllt werden wird.

Absolute Anspieltipps: THE PIONEERS, GLOR IS OUR NAME

Mögliche Skip-Kandidaten: WORLD OF WONDER

Ähnliche / Alternative Bands: HOLY GRAIL | MANILLA ROAD | JUDAS PRIEST | ASTRONOMIKON

70button

„Es könnte sich lohnen, EARENDEL im Auge zu behalten.“

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