Metal-CD-Review: FALCONER – Black Moon Rising (2014)

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Alben-Titel: Black Moon Rising
Künstler / Band: Falconer (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 06. Juni 2014
Land: Schweden
Stil / Genre: Folk- / Power Metal
Label: Metal Blade Records

Alben-Lineup:

Stefan Weinerhall – Guitars
Karsten Larsson – Drums
Mathias Blad – Vocals
Magnus Linhardt – Bass
Jimmy Hedlund – Guitars

Track-Liste:

1. Locust Swarm (05:36)
2. Halls and Chambers (05:01)
3. Black Moon Rising (05:10)
4. Scoundrel and the Squire (03:00)
5. Wasteland (05:12)
6. In Ruins (05:25)
7. At the Jester’s Ball (04:20)
8. There’s a Crow on the Barrow (04:05)
9. Dawning of a Sombre Age (03:39)
10. Age of Runes (05:32)
11. The Priory (03:59)

Da ist aber jemand angriffslustig…

Neben der Rückkehr von EQUILIBRIUM hält das Metal-Jahr 2014 noch eine weitere potentielle Offenbarung für Fans und Freunde des Folk Metal bereit. In diesem Fall aber wird das Ganze nicht mit einer zusätzlichen Priese Viking Metal garniert – FALCONER sind vielmehr das fleischgewordene Aushängeschild der Fusion aus Folk- und Power Metal. Seit jeher interessant war auch die Stellung der Schwedischen Band – die man gleichermaßen als wohl bekannte und erfolgreiche Combo kannte, doch die auch immer wieder als waschechter Genre-Geheimtipp genannt wurde. Im Gegensatz zu EQUILIBRIUM liegen zwischen BLACK MOON RISING und dem letzten FALCONER-Album ARMOD zwar nur 3 Jahre, doch war es in diesem Fall ohnehin ein anderer Faktor, der die Spannung in die Höhe trieb. Schließlich war ARMOD eine Art Konzeptalbum, welches erstmals in der Bandgeschichte komplett in der Landessprache der Schweden eingesungen wurde. Nun, und mit dem heiß erwarteten Nachfolger BLACK MOON RISING wollen FALCONER wieder zu ihren Ursprüngen zurückkehren – was viele Fans der Band freuen sollte. Wird BLACK MOON RISING tatsächlich einen ähnlich einschlagenden Eindruck hinterlassen können wie einst das Debütalbum FALCONER (mit einer Mega-Nummer wie MINDTRAVELLER) oder dessen Nachfolger CHAPTERS FROM A VALE FORLORN ? Oder aber, denn auch dieses Album sollte man nennen; NORTHWIND ? Denn auch jenes überragende FALCONER-Album wird gerne zu Vergleichszwecken genannt, wenn es um das neueste Werk der Schweden geht.

Zumindest im direkten Vergleich zu ARMOD wird eines recht schnell klar: FALCONER haben nicht nur so daher geredet als sie verlauten ließen, sich mit diesem Album wieder ihren Ursprüngen zu nähern. Das Album ist nicht nur deutlich temporeicher und druckvoller als der Vorgänger; es finden sich viele Parallelen auf die früheren, meist ausnahmslos guten Werke der Band. So ist nicht nur ein ordentlich stampfender, oftmals den Ton angebender Doublebass des öfteren mit von der Partie, auch die Gitarren spielen wieder eine übergeordnete Rolle, Elemente des Folk sind präsent – aber oftmals nur dezent und hintergründig. Und so ist BLACK MOON RISING vor allem eines geworden: vergleichsweise hart und einwandfrei schwermetallisch. Sicher finden sich noch immer allerlei melodische Raffinessen, und nicht zuletzt der charmant-weiche Leadgesang von Mathias Blad sorgt für eine angenehme Auflockerung – doch die eigentliche Hauptrollen des Albums werden den Gitarren und dem Schlagzeug zuteil. Interessanterweise – schließlich waren FALCONER in der Vergangenheit nicht abgeneigt, auch mal ihre eher softe Seite in Form von Balladen oder eben traditionellen schwedischen Stücken zu inszenieren.

Solche Stücke sucht man auf BLACK MOON RISING vergebens – zumeist wird da Tempo durchgehend gehalten, die Gitarren räumen niemals das Feld um beispielsweise dem Keyboard mehr Spielraum zu geben. Lediglich SCOUNDREL AND THE SQUIRE sticht mit seiner Gangart im Midtempo und dem folkloristischen Ansatz etwas aus dem Alben-Kontext hervor; während alle anderen 10 Titel nur so vor Kraft und Tempo strotzen – und neben eindrucksvollen Gitarren-Intermezzi auch den ein oder anderen gelungenen Refrain vorzuweisen haben. Vermutlich ist eben jene Herangehensweise auch das, was FALCONER mit einer Rückkehr zu alten Stärken meinen. Das Konzept scheint aufzugehen, die Reduzierung des FALCONER-Sounds auf die Basis-Elemente, die schon zu Zeiten des Debütalbums ausreichten um ein nachhaltiges Hörerlebnis zu garantieren; geht im Falle von BLACK MOON RISING vollends auf. Herausgekommen sind viele klar überdurchschnittliche, sowie einige besonders gelungene Nummern – wie etwa das extrem voranpreschende, hie und da fast schon trashig anmutende WASTELAND.

Einige kleinere Faktoren führen dann aber doch dazu, dass BLACK MOON RISING nicht als unanfechtbares Ausnahme-Album fungieren kann. Zum einen scheint der allgemein sehr stilsichere und unverkennbare Leadsänger Mathias Blad nicht immer in Bestform gewesen zu sein – was besonders beim Refrain des Titeltracks oder aber in AT THE JESTER’S BALL zur Geltung kommt. Und zum anderen scheint einigen Nummern – neben der stets gelungenen Grund-Instrumentierungen inklusive der sagenhaften und variablen Riffs – das gewisse Etwas zu fehlen. Ein etwas schmackigerer Refrain hier, ein Drosseln des Tempos dort, ein stimmigerer Einstieg und Ausklang (es ist eine Geschmacksfrage, aber man kann in diesem Falle nicht wirklich von einem Intro und Outro sprechen)  – und das Album wäre insgesamt vielleicht etwas runder ausgefallen.

Die Rückkehr zu alten Glanzzeiten, die FALCONER mit BLACK MOON RISING zweifelsohne vollzogen haben; hat damit eindeutige Vorteile – aber auch einen dezenten Nachteil. Schließlich weiß man insbesondere als alteingesessener FALCONER-Fan recht genau, was einen hier erwarten wird oder könnte – einen Innovationspreis verdient das Album beileibe nicht. Andererseits, und hier handelt es sich klar um die überwiegenden Faktoren; klingen FALCONER so energetisch, kräftig und ausdrucksstark wie schon lange nicht mehr. Fans der Band werden also doch in gewisser Weise überrascht – haben es die Schweden geschafft, sich ihrem ursprünglichen Sound zu nähern ohne sich dabei allzu deutlich zu wiederholen. Wer die Band schon immer schätzte, es aber verschmerzen kann wenn die Elemente des Folk zugunsten eines allgemein präsenten höheren Tempos und einem wahnsinnigen Schlagabtausch zwischen dem Schlagzeug und den Gitarren zurückgefahren werden; wird mit BLACK MOON RISING seine wahre Freude haben.

Absolute Anspieltipps: HALL AND CHAMBERS, WASTELAND


75button

„Nicht mehr so gut wie früher, aber noch immer FALCONER.“

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