Metal-CD-Review: LINKED HORIZON – Jiyuu No Shingeki (EP, 2013)

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Alben-Titel: Jiyuu No Shingeki
Künstler / Band: Linked Horizon (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 10. Juli 2013
Land: Japan
Stil / Genre: J-Rock, Symphonic / Power Metal, Soundtrack
Label: Pony Canyon

Alben-Lineup:

Revo – Vocals, Lyrics, Composition
Mami Yanagi – Vocals (Track 3)
Sascha Böckle – Narration
YUKI – Guitar
Atsushi Hasegawa – Bass
Koji Igarashi – Keyboard
Jun-ji – Drums
Mataro Misawa – Percussion
Tomoyuki Asakawa – Harp
Gen Ittetsu – Strings
Hideo Takakuwa – Woodwind Ensemble
Masanori Suzuki – Brass Section
Choir Kyo (Ritsuyukai) and Ensemble Otonoha – Chorus
Yoshinori Koba – Choir Conductor

Track-Liste:

1. Guren no Yumiya (05:16)
2. Jiyuu no Tsubasa (05:28)
3. Moshimo Kono Kabe no Naka ga Ikken no Ie Dato Shitara (04:12)

Wohlan, Freunde…

Nanu, was haben wir denn hier ? Eine japanische EP mit gerade einmal drei Titeln, von einer hierzulande recht unbekannten Band ? In der Tat hätte man wohl kaum etwas von JIYUU NO SHINGEKI gehört, wäre die EP nicht eng mit einer ganz bestimmten Anime-Serie verbunden. Diese horcht auf den Namen SHINGEKI NO KYOJIN, und ist nunmehr recht berühmt und berüchtigt – wie es auch hier nachzulesen ist. Ein markanter Aspekt der Serie waren mitunter auch die beiden Titelmelodien, an die man sich nur allzu schnell gewöhnte – und die perfekt zur Atmosphäre der Serie zu passen schienen. Dabei sind jene, die diese beiden Stücke beisteuerten, keinesfalls musikalische Neueinsteiger: hinter LINKED HORIZON steckt REVO, ein japanischer Sänger und Texter; der eigentlich in einem ganz ähnlich benannten Projekt tätig ist – SOUND HORIZON. Um sich jedoch stärker auf Soundtracks zu Videospielen und anderen Medien zu fokussieren, wurde LINKED HORIZON im Jahre 2011 ins Leben gerufen. Eine interessante Entscheidung, das steht fest – man darf gespannt sein, was in Zukunft noch aus jener Musik-Schmiede kommen wird. Bis dahin kann man sich anhand des SHINGEKI NO KYOJIN-Soundtracks einen ungefähren Eindruck von der Band und den zahlreichen geladenen Gastmusikern machen – so weit, wie es die gerade einmal 3 Titel mit einer Gesamtspielzeit von ca. 15 Minuten erlauben; versteht sich.

Auffällig ist die EP in jedem Fall – auch wenn man sich bisher noch nicht mit der dahinterstehenden Serie auseinandergesetzt hat. Denn spätestens in Anbetracht des expliziten Bezuges auf die deutsche Sprache wird man überrascht aufhorchen – für einige Chorpassagen, aber auch Textstellen wechselt man vom japanischen ins deutsche; mit einem entsprechend kuriosem Ergebnis. Ein Ergebnis, welches sich irgendwo zwischen einer gefühlten Lächerlichkeit und Erhabenheit bewegt – schließlich wird der Klang und Ausdruck der deutschen Sprache in Japan sehr geschätzt, und findet so nicht von ungefähr Verwendung in zahlreichen Musikprojekten oder eben auch Anime-Serien (nicht zuletzt in EVANGELION, wo alle wichtigen Organisationen deutsche Namen tragen). Ein gewisser Anteil jener Begeisterung vermag es auch, auf den (internationalen) Hörer überzuschwappen – auch wenn man sich ein breites Grinsen niemals völlig verkneifen kann. Nicht zuletzt die Grammatik wird in diesem Falle leicht zurechtgebogen, nicht alles ergibt Sinn – aber es macht Spaß und klingt gut.

Doch natürlich sollte man auch die anderen Aspekte des hier offerierten Liedguts betrachten. Die zugrundeliegenden Instrumentals hinter den Openings bewegen sich – ganz grob – im Genre des Power Metals, mit jeweils gleichen Anteilen aus dem J-Pop (hauptsächlich der Gesang und dessen Struktur) und dem symphonischen Segment (die Chöre und Bombast-Elemente). Heraus kommt eine interessante Mischung, die sowohl die Lockerheit eines Popsongs, aber auch die Härte und Schlagkraft einer Metal-Hymne transportieren kann – die wohl perfekte Rezeptur in Anbetracht des Sinn und Zwecks der Titel (Stichwort Anime-Openings). Überaus interessant ist dann auch der dritte Titel im Bunde, der ganz anders gehalten ist als die beiden Openings – hier werden Erinnerungen an eine eher traditionelle japanische Musik mit balladesken Einfluss wach. Doch auch dieser Titel mausert sich – nach einer ruhigen Eingewöhnungszeit wird es in der Mitte zunehmend epischer und emotionaler, was sich auch im sehr stimmigen weiblichen Gesang niederschlägt. Eine eher minimalistische Nummer mit einem kurzen, bombastischen Mittelteil – die Lust auf mehr macht – nur leider ist die EP bereits an dieser Stelle vorüber.

Fazit: JIYUU NO SHINGEKI ist eine EP, die in erster Linie für Fans des dazugehörigen Animes SHINGEKI NO KYOJIN gemacht und gedacht ist. Schließlich ist es nur schön und richtig, die beiden vergleichsweise grandiosen Openings nun auch auf einem entsprechenden Silberling mit einer schönen Umverpackung (allein das Artwork) verpackt zu wissen. Aber auch Metal-Fans, die gerne mal einen Blick nach Fernost werfen und sich mit Bands wie JUPITER oder MATENROU OPERA beschäftigen, sollten hier zuschlagen – auch wenn der Umfang der EP recht knapp bemessen ist, was auch im mitunter einzigen Kritikpunkt mündet. Doch wer weiß, vielleicht widmen sich LINKED HORIZON auch in Zukunft ganz ähnlichen Projekten – am interessantesten wäre natürlich eine Art Fantasy-Konzeptalbum, ob mit oder ohne dazugehöriger Anime-Serie.

Absolute Anspieltipps: /


70button

„Solide, aber wenig umfangreiche Soundtrack-EP für Fans.“


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