Metal-CD-Review: MUNARHEIM – Nacht Und Stürme Werden Licht (2014)

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Alben-Titel: Nacht Und Stürme Werden Licht
Künstler / Band: Munarheim (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 22. Februar 2014
Land: Deutschland
Stil / Genre: Symphonic Folk Metal
Label: RecordJet

Alben-Lineup:

Wolfgang Mehringer – Drums
Ramona Trebes – Flute
Helge Pohl – Guitars
Theresa Trebes – Guitars (acoustic)
Sebastian Braun – Guitars, Vocals (clean)
Pascal Pfannenschmidt – Vocals, Bass

Track-Liste:

1. Intro (02:24)
2. Liberté (04:07)
3. Terra Enigma (03:31)
4. Was weiland war (03:43)
5. Mein Geist am Bächlein ruht (02:00)
6. Urkraft (03:57)
7. Waldgeflüster (06:20)
8. Lichtung (01:51)
9. Zenit (04:13)
10. Sternenwanderer (04:12)
11. Träumerei (01:43)
12. The Last Unicorn (America Cover) (03:37)
13. Nachtmelodie (06:38)

Es ist an der Zeit für etwas neues.

Heutzutage ist es bekanntlich nicht mehr leicht, irgendetwas auch nur ansatzweise innovatives, frisches, noch die dagewesenes auf die Beine zu stellen – erst recht nicht, wenn man sich in den zumeist etwas festgefahrenen Pfaden eines einzelnen Subgenres des Metals bewegt. Das wissen auch viele Bands, die dafür umso mehr auf eine gewisse Ausdrucksstärke oder andere den Hörer (er)greifende Elemente setzen. Andererseits gibt es sie tatsächlich noch – Bands, die das scheinbar unmögliche wagen und verschiedene Stile und Einflüsse kombinieren – mit einem mal mehr, mal weniger erfolgreichen Ergebnis. Auch die bereits seit 2007 aktiven Kieler Schwermetaller von MUNARHEIM sind eine solche Band, der man eine gewisse Experimentierfreude unterstellen könnte – zumal es in Anbetracht des kürzlich erschienen Debütalbums NACHT UND STÜRME WERDEN LICHT nicht leicht erscheint, sie in eine einzelne Genre-Schublade zu stecken. Gespielt wird eine interessante Symbiose aus Elementen des Symphonic-, Power- und Folk-Metals; doch nicht nur das. Zusätzlich wird das Ganze garniert mit dem bombastischen Flair einer druckvollen Filmmusik, mit zahlreichen akustischen Elementen und einem Hang zu klassischen Strukturen.

Das schöne oder auch bemerkenswerte dabei ist, dass MUNARHEIM es nicht nur Schaffen den Hörer so gesehen mit einem vergleichsweise frischen Klangeindruck zu überraschen – denn nach den ersten markanten Aha-Momenten stellen sich schnell andere, mindestens ebenso intensive Gefühle ein. Denn: sollte der Überraschungseffekt tatsächlich irgendwann einmal verpufft sein und sich eine Art Gewöhnung einstellen, so bietet das Album noch immer ein mannigfaltiges Potential, den Hörer auch für die nächsten Zehn, Zwanzig; oder vielleicht auch Hundert Durchläufe zu begeistern. Zweifelsohne liegt das an der enorm stilsicheren Inszenierung, die die verschiedenen Stimmungen und Stilrichtungen zu einem überraschend harmonischem Ganzen verwebt. Trotz des reichhaltigen, abwechslungsreichen und manchmal ganz und gar verspielten Gesamteindrucks spielen sich die verschiedenen Elemente niemals gegeneinander aus – vielmehr bilden sie eine feste Einheit, die sowohl aus einer gewissen schwermetallischen Urwüchsigkeit Kraft schöpft, als auch aus einer etwas filigraneren Herangehensweise.

So kommt es, dass sich auf NACHT UND STÜRME WERDEN LICHT atmosphärische Erzählmomente, nachdenkliche Lagerfeuerstimmungen, bombastische Epen und zum Schunkeln anregende Zwischenspiele die Klinke in die Hand geben – und das Album letztendlich zu einem fleischgewordenen Abenteuer machen. Ein Abenteuer, welches exakt so lange anhält wie die Spieldauer des Albums – denn Ausfälle gibt es keine, ein jeder Titel erfüllt seinen Zweck und wurde gefühlt richtig platziert. Alle einzelnen Mitglieder machen ihre Sache mehr als gut – angefangen beim glasklaren, aggressiven und dennoch dezent virtuosem Gesang von Pascal Pfannenschmidt über das variable Drumming von Wolfgang Mehringer bis hin zu den Gitarrenintermezzi von Sebastian Braun wird überall geklotzt, und nicht gekleckert. Als Dreingabe gibt es sehr gut integrierte Akustikgitarren, Flötenklänge, wuchtig-epische Klar- und Chorgesangspassagen auf der einen… und einen wunschlos glücklichen Hörer auf der anderen Seite.

Fazit: MUNARHEIM’s NACHT UND STÜRME WERDEN LICHT ist eine waschechte Ausnahme im positivsten aller Sinne, und so gesehen auch ein Lichtblick im manchmal etwas unübersichtlichem Metal-Dikicht. Die Kieler belassen es schließlich nicht dabei, für einen möglichst frischen und innovativen Klangeindruck zu sorgen – sie zelebrieren einen jeden einzelnen Moment mit einer Hingabe, dass es eine wahre Freude ist. Überhaupt erscheint es merkwürdig, dass es sich um ein Debütalbum handelt – denn davon wird man als Hörer nichts bemerken, mehr noch: viel Luft nach oben lassen MUNARHEIM wahrlich nicht. Selbst die Produktionsqualität als potentielles Manko noch nicht ganz so etablierter Bands oder speziell in Bezug auf Debütalben lässt keine Wünsche offen – das Album ist perfekt abgemischt und rauscht äußerst druckvoll und sauber durch die Boxen. Was, ja was soll man noch großartig zu einem Werk wie diesem sagen ? Fans von Bands wie WINTERSUN, ENSIFERUM aber vielleicht auch etwas unkonventionelleren Projekten wie FJOERGYN, EQUILIBRIUM oder HAGGARD sollten sich umschauen – es gibt einen neuen Stern am Metal-Himmel.

Absolute Anspieltipps: alle


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„Dies könnte der Beginn einer neuen Ära sein.“


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2 Gedanken zu “Metal-CD-Review: MUNARHEIM – Nacht Und Stürme Werden Licht (2014)

  1. Dem kann man kaum noch was hinzufügen, du hast Geschmack. Eines der besten Symphonic-Folk-Black-Schießmichtot-Metal Alben seit längerem. Kann ich jedem uneingeschränkt empfehlen. Klingen noch unverbraucht. Kann dir auch deren EPs und Demo Album empfehlen. Die Demo klingt (und ist) zwar recht billig produziert aber dennoch geil, irgendwie einzigartig.
    Eindeutig eine verdiente 10/10 Wertung!

    PS: Munarheim bedankt sich bei dir auf Ihrer Facebook-Seite für deinen Review 🙂 Scheint also ein paar Leser zu geben…

    Hoffe Munarheim bleiben sich treu und setzten Ihren Stil konsequent fort – bitte ohne sich zu sehr anzupassen.

    Ach ja: Obscura Religio ist auch hörenswert, ist so ne Rumpel-Kombo, in der viele Munarheimer mitwirken. Live eine Mordsgaudi, hope to see them again 😉

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