TV-Kritik / Anime-Review: Shingeki No Kyojin / Attack On Titan

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Originaltitel: Shingeki No Kyojin
Relation: Adaption des Mangas
Typ: TV-Serie
Umfang / Laufzeit: 25 Folgen + 1 Bonus (je ca. 23 Minuten)
Land: Japan
Produktion: WIT Studio
Regie: Tetsurō Araki
Genre: Action / Horror / Fantasy / Drama
Tags: Titanen | Riesen | Giganten | Überleben | Apokalypse | Stadtmauern

Shingeki No Kyojin-Episodenliste (Deutsche Titel):

1 | An euch in 2000 Jahren – Der Niedergang von Shiganshina (Teil 1)
2 | Dieser Tag – Der Niedergang von Shiganshina (Teil 2)
3 | Ein trübes Licht in der Verzweiflung – Die Wiederherstellung der Menschheit (Teil 1)
4 | Die Nacht der Auflösung – Die Wiederherstellung der Menschheit (Teil 2)
5 | Erste Schlacht – Die Schlacht von Trost (Teil 1)
6 | Die Welt die Sie sah – Die Schlacht von Trost (Teil 2)
7 | Die kleine Klinge – Die Schlacht von Trost (Teil 3)
8 | Ich kann ein Herz schlagen hören – Die Schlacht von Trost (Teil 4)
9 | Wo ist der linke Arm ? – Die Schlacht von Trost (Teil 5)
10 | Antwort – Die Schlacht von Trost (Teil 6)
11 | Vorbild – Die Schlacht von Trost (Teil 7)
12 | Wunde – Die Schlacht von Trost (Teil 8)
13 | Grundbedürfnisse – Die Schlacht von Trost (Teil 9)
14 | Kann ihm nicht in die Augen blicken – Auftakt zum Gegenangriff (Teil 1)
15 | Das Sondereinsatzkommando – Auftakt zum Gegenangriff (Teil 2)
16 | Was werden wir nun tun ? – Auftakt zum Gegenangriff (Teil 3)
17 | Der weibliche Riese – 57. Expedition außerhalb der Mauern (Teil 1)
18 | Der Wald der gigantischen Bäume – 57. Expedition außerhalb der Mauern (Teil 2)
19 | Biss – 57. Expedition außerhalb der Mauern (Teil 3)
20 | Erwin Smith – 57. Expedition außerhalb der Mauern (Teil 4)
21 | Vernichtender Schlag – 57. Expedition außerhalb der Mauern (Teil 5)
22 | Die Besiegten – 57. Expedition außerhalb der Mauern (Teil 6)
23 | Lächeln – Angriff auf den Stohess Bezirk (Teil 1)
24 | Gnade – Angriff auf den Stohess Bezirk (Teil 2)
25 | Mauer – Angriff auf den Stohess Bezirk (Teil 3)

Selbst die dicksten und höchsten Mauern halten nicht ewig stand…

Inhalt: Vor Hunderten von Jahren stand die Menschheit so wie wir sie kennen am Rande ihrer Vernichtung. Verantwortlich dafür waren scheinbar aus dem Nichts erscheinende Giganten, die die Menschen fraßen und sie dazu zwangen, Schutz hinter riesigen Steinmauern zu suchen. Und so leben die wenigen Überlebenden heute innerhalb eines Systems mit 3 gewaltigen Mauern, getauft auf die Namen Sina, Rose und Maria – deren Radius sich nach außen hin bis auf etwa 3000 Kilometer Umfang vergrößert. Einer der Bewohner der somit geschaffenen sicheren Zone ist Eren Jaeger, der in einer Ausbuchtung der ersten Mauer lebt. Zusammen mit seiner Ziehschwester Mikasa wird er nach einem 100 Jahre andauernden Frieden Zeuge, wie die Titanen erneut zu einer Bedrohungen werden – offenbar einer noch größeren als je zuvor. Während sich die meisten Menschen im Schutze der Mauer noch in Sicherheit wiegen, erscheint eine Art Supertitan – der sogar die 50 Meter hohe Außenmauer überragt und ein riesiges Loch in diese schlägt. Was folgt sind unzählige kleinere Titanen, die in die Stadt einfallen und sich auf die Jagd nach Menschen machen. Eines der Opfer ist auch Eren’s Mutter, deren Tod der noch junge Teenager völlig hilflos gegenübersteht – sie wird bei lebendigem Leibe von einem furchteinflössenden weiblichen Riesen verschlungen. Eren schwört, eines Tages Rache für diese Schandtat zu nehmen und alle Riesen, die ihn dabei auf seinem Weg begegnen würden, abzuschlachten.

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Kritik: Die Chance, schon einmal von SHINGEKI NO KYOJIN gehört zu haben, ist vergleichsweise groß. Schließlich hat die 2013 im japanischen Fernsehen ausgestrahlte Endzeit-Actionserie (sofern man sich auf nur ein oder zwei Genres beschränken möchte) für so manche Furore gesorgt – und dabei auch die Aufmerksamkeit jener auf sich gezogen, die sonst eigentlich eher weniger mit Animes am Hut haben. Auch war und ist ein gewisser Hype um die Serie zu erkennen, die auf einer gleichnamigen Manga-Vorlage von Hajime Isayama basiert – gut also, dass man auch hierzulande mit einer deutsche Lizenzierung über Kazé Anime an an den großen internationalen Erfolg anknüpfen möchte und die Serie auch auf dem deutschen Markt offerieren wird. Viele werden die Serie indes bereits in ihrer Originalfassung gesehen haben, und sich am ehesten zu denen gesellen die sehnlichst auf eine zweite Staffel warten – die, obwohl es momentan noch in Sternen steht, in Anbetracht des relativ offenen Endes der Serie vermutlich kommen wird. Was aber ist wirklich dran und drin in SHINGEKI NO KYOJIN, lohnen sich die 25 Episoden wirklich – oder handelt es sich um eine jener gehypten Serien, die eher zu Unrecht in aller Munde sind ?

Zweifelsohne handelt es sich um eine schwierige, nicht vorschnell abzuschmetternde Frage – deren Beantwortung zumindest in Anbetracht der inhaltlichen Prämisse in eine positive Richtung tendiert. Es ist den Machern schlicht gelungen, eine von Grund auf faszinierende Welt zu erschaffen – in der man sich aufgrund gewisser Wiedererkennungswerte sofort heimisch fühlt. So heimisch, dass man der mysteriösen Bedrohung durch die Titanen (oder Riesen, je nachdem wie man es übersetzt) ebenso argwöhnisch und furchtvoll gegenübersteht wie die Bewohner der Stadt und entsprechend mitfiebert. Was hat es mit den seltsamen Wesen auf sich, wo kommen sie her, was wollen sie wirklich ? Und, entsprechend der vorherrschenden Situation: wie könnte man weitere Angriffe verhindern, die Stadt respektive deren Mauern noch sicherer machen ? Wieviele Bürger werden beim nächsten Angriff ihr Leben lassen müssen, wer wird sich den Riesen entgegenstellen ? Mit solchen oder ähnlichen Fragen empfängt SHINGEKI NO KYJIN seine Zuschauer – und offenbart dabei großes Potential, jeden auch nur ansatzweise an der Geschichte interessierten auf Anhieb zu fesseln. Da die entsprechenden Antworten wenn überhaupt nur sehr spärlich und im weiteren Verlauf der Serie gegeben werden, entsteht ein enormer Spannungsbogen – hat man die Serie einmal begonnen, so wird man sie vermutlich auch erst nach den kompletten 25 Episoden beenden; in Erwartung auf möglichst baldige Enthüllungen oder weitere spannende Twists.

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Ob diese tatsächlich auch erfolgen, steht auf einem anderen Blatt; beziehungsweise im weiteren Verlauf der Rezension – doch auch sonst hat SHINGEKI NO KYOJIN vergleichsweise gute Karten. Die Zeichnungen wirken geradezu malerisch, die Animationen sind geschmeidig, die Charaktere detailliert; es ergeben sich einige besonders markante Alleinstellungsmerkmale. Zum einen sorgen Optik und Akustik desöfteren für so manch besonders apokalyptisch anmutenden Eindruck (im Stile einer Art repetitiven Götterdämmerung); zum anderen sind es natürlich die Riesen selbst die für Aufsehen sorgen. Diese erinnern wohl nicht von ungefähr stark an vergrößerte und etwas unförmige Menschen – und lösen somit eine merkwürdige Art der Faszination aus. Beim Zuschauer, aber wohl auch bei den Charakteren; die oftmals nicht so recht wissen ob sie – in Anbetracht der ständigen Gefahr – nun mehr über die Riesen herausfinden möchten oder sie – sofern möglich – gleich vollständig vernichten sollten. Ein interessanter Aspekt der Serie sind sicherlich auch die Kampfszenen, die sich entgegen möglicher Vermutungen eher nicht im großen abspielen (auch wenn hie und da mal Kanonen zum Einsatz kommen) – sondern eher im kleinen. Die Serie stellt hier den Kampf mit den sogenannten 3D-Manöver-Apparaten in den Vordergrund, welche sich als einziges effektives Mittel gegen die Riesen bewährt haben – eine Ausrüstung, die es den Menschen erlaubt sich mithilfe von Gebäuden oder Bäumen extrem flink zu bewegen und sich an langen Drahtseilen hin- und herzuschwingen. Immer mit der dabei ist eine Art Antriebsgas welches für den nötigen Schub sorgt, sowie ein Set aus Schwertern und austauschbaren Klingen – das vornehmlich gegen eine bereits bekannte Schwachstelle der Riesen eingesetzt wird.

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Zweifelsohne ist das eine interessante Herangehensweise – da die Kämpfe so an Dynamik gewinnen und so gut wie niemals vorhersehbar erscheinen. Allerdings handelt es sich auch um eine nicht immer glaubwürdige – nicht zuletzt, da ein direkter Zweikampf im Falle einer Gegenüberstellung wie dieser (Mensch gegen Riese, oder auch: David gegen Goliath) eher weniger zweckdienlich und leicht verzweifelt wirkt. Warum genau man es nicht mit anderen Waffen (mit Ausnahme der eher altbackenen Kanonen) oder Methoden versucht hat; das erwähnt man in der Serie nicht – das Konzept der 3D-Manöver-Apparate ist schlicht als solches hinzunehmen, eher nicht zu hinterfragen – und schon gar nicht physikalisch. Ein kleiner Wermutstropfen: die Szenen, in denen die Protagonisten so über allerlei Dächer huschen oder sich elegant zwischen Bäumen bewegen, sind zumeist atemberaubend inszeniert und machen schlicht einen Heidenspaß. Wie auch die Tatsache, dass die Serie nicht nur in den Kämpfen äußerst wenig vorhersehbar daherkommt; auch wenn Spaß in diesem Fall das falsche Wort ist. Schließlich weiß man nie so genau, welcher der bereits vorgestellten Charaktere die ein oder andere Episode überstehen würde – auch wichtige Charaktere lassen immer wieder überraschend ihr Leben. Das ist ungewöhnlich und sensibilisiert den Zuschauer nur noch mehr für die akute Bedrohung der Riesen – die folgerichtig vor niemandem halt macht. Denn auch die eigentlichen Hauptcharaktere werden des öfteren in so manch auswegslose Situation gebracht, deren Ausgang man kaum erahnen kann. Klar ist nur: SHINGEKI NO KYOJIN geht vergleichsweise schonungslos vor, und präsentiert dem Zuschauer dabei auch so manche  im Sinne einer Gewaltdarstellung explizite Szene.

Doch so mannigfaltig die Serie zunächst erscheint, so mannigfaltig sind auch ihre Schwächen. Das es sich dabei größtenteils um eher vermeidbare Schwächen handelt ist schade, ändert aber nichts an der potentiell enorm störenden Auswirkungen auf den Gesamtkontext der Serie. Zum einen, und das offenbart sich recht schnell; bedient man sich in SHINGEKI NO KYOJIN des öfteren einer willkürlich erscheinenden Erzählweise – nicht unbedingt vom Inhalt, aber doch von der zeitlichen Abfolge her. Bereits in den ersten Episoden finden merkwürdig anmutende Orts- und Zeitsprünge statt, die den Zuschauer teilweise ratlos zurücklassen – wie etwa nachdem einer der besonders mächtigen Riesen das Tor zu einem weiteren Abschnitt der Stadt zerstört hat. Kurz darauf folgt auch schon die Ausbildung der Hauptcharaktere im Ausbildungs-Armeekorps (welches offenbar flexibel mit Faktoren wie dem Eintrittsalter umgeht) – die ebenso schnell absolviert ist wie sie begonnen hat; was in Anbetracht der investierten Zeit (2 Jahre) und der Ausblendung der dabei möglicherweise stattgefunden Ereignisse etwas merkwürdig erscheint. Noch merkwürdiger oder zufälliger ist dann, dass die Riesen offenbar exakt in dem Moment erneut angreifen, als Eren und seine Mitstreiter mit der Ausbildung fertig sind – und sie nun auch das offizielle Recht und die Fähigkeiten haben, einzugreifen.

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Doch es geht weiter. Während viele Serien einer Machart, die einen verstärkten Wert auf Charakterporträts und Selbstreflexionen legen den ein oder anderen nachdenklichen Moment inszenieren; übertreibt man es in SHINGEKI NO KYOJIN eindeutig. Hier verfallen allerlei Charaktere selbst in den brenzligsten Situationen in eine Art Stase und denken über sich, ihre Kameraden und noch vieles mehr nach. Sicher handelt es sich hier um eine Darstellung im Zeitraffer, das heißt dass jene Gedankenabläufe nicht wirklich so lange andauern wie auf dem Bildschirm – aber dennoch kommen diese etwas zu häufig vor und wirken nicht selten deplatziert. Ebenfalls nicht vollständig zufriedenstellend ist in diesem Zusammenhang die Darstellung der Emotionen und Gefühlswelten der Charaktere – die ebenso übertrieben dargeboten werden. Dieser Aspekt greift dann auch auf  den handwerklich-technischen Part über, schließlich wird die Darstellung der Gesichter an etwaige Stimmungslagen angepasst – und das zumeist so übertrieben und überdeutlich, dass man eher an eine Komödie denn an ein glaubwürdiges Actiondrama denken würde. Sicher hätte man etwaige Anflüge der Verzweiflung auch etwas dezenter darstellen können – ebenso wie so manch heroische Rede, die dann auch noch mit übertriebenen Gesten und Effekten (Kamerafahrten, Soundtrack) zugekleistert werden. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen – man hätte sich auch so in die entsprechenden Situationen einfühlen können, wenn nicht noch etwas mehr.

Ebenfalls auffällig sind vereinzelte Momente, in denen man offenbar Kosten eingespart hat, einsparen musste – oftmals fungieren reine, mit kleinen Effekten verzierte  Standbilder als Aufhänger für ganze Szenen. Darüber kann man noch hinwegsehen, fügt sich das recht gut in die Atmosphäre der Serie ein – bei den Charakteren sieht es aber schon etwas düsterer aus. Obwohl die Riege der Protagonisten bunt ausfällt und so gut wie niemand eine Überlebensgarantie hat, fällt es schwer entsprechende Sympathien aufzubauen – nicht einmal nennenswerte Antipathien entwickeln sich, so oberflächlich sind die Porträts. Selbst bei den Hauptcharakteren ist das der Fall – was schade ist, da man sich so vornehmlich mit der Situation identifizieren kann, nicht aber mit den einzelnen Beteiligten. Ein wenig makaber, aber Geschmackssache ist die Tatsache, dass man des öfteren auf die deutsche Sprache Bezug nimmt – und so mancher Charakter interessant anmutende Namen hat. Hier fügen sich natürlich auch die beiden Intros nahtlos ein, die mit einigen deutschsprachigen Passagen dahingeschmettert werden – nicht unbedingt grammatikalisch korrekt, aber irgendwie doch wirksam. Überhaupt fährt SHINGEKI NO KYOJIN mit auffällig starken Intros und Outros auf, die noch lange im Gedächtnis nachhallen werden – und die Serie äußerst ansprechend einleiten und abschließen.

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Fazit: SHINGEKI NO KYOJIN hinterlässt den Zuschauer mit einem mehr als nur zwiespältigen Gefühl. Die Tatsache, dass noch viele Fragen offen bleiben macht es nicht wirklich besser – Hintergrundinformationen zur Geschichte der Riesen, zum ‚woher‘ und zum ‚warum‘ werden nicht geliefert, stattdessen muss man sich mit einigen markanten Charakterentwicklungen und -Offenbarungen zufriedengeben. So gesehen wurde der Spannungsbogen also doch ein wenig überspannt, spätestens mit den letzten Folgen – in denen einige Antworten schon in greifbare Nähe rückten, dann aber doch nicht ausgeführt wurden. Es verhält sich also schwierig mit der letztendlichen Bewertung der Story und den dahintersteckenden Ideen – die erste Staffel macht keine Anstalten etwas expliziter zu werden und vertröstet eher als dass ein inhaltliches Highlight das nächste jagt. Dass wäre eventuell gar nicht so schlimm, hätte man nicht ständig das Gefühl dass es hie oder da einfach mal an der Zeit wäre dem Zuschauer etwas mehr in die Hand zu geben. SHINGEKI NO KYOJIN scheinen zumindest einige höchst interessante Ideen innezuwohnen – wie viele und in welchen Ausmaß ist momentan noch nicht ersichtlich, vorerst bleibt es bei der spannenden Prämisse und einer dezenten Ansicht darauf, was die beiden sich gegenüberstehenden Seiten (Menschen und Riesen) ausmacht. Sollte in Zukunft noch eine zweite Staffel folgen, so stünden die Chancen gut dass sich das Blatt zum Guten wendet. Mehr Informationen zu den Riesen, deren Entstehung und Motivation; sowie sicherlich auch den Macht- und Organisationsstrukturen inenrhalb der Stadt wären hier ein absolutes Muss. Andererseits, und auch das muss man in Betracht ziehen: wenn es keine zweite Staffel geben sollte, wäre dies definitiv auch das Todesurteil für die somit mehr als unvollständig wirkende erste Staffel.

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„Das Potential ist riesig, aber: wenn keine zweite Staffel kommt wird SHINGEKI NO KYOJIN ganz schnell Geschichte.“

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4 Gedanken zu “TV-Kritik / Anime-Review: Shingeki No Kyojin / Attack On Titan

  1. Ohne die Serie bisher je zu Gesicht bekommen zu haben, aber WAS genau wird denn in 25 Episoden erzählt wenn A) absolut nix erklärt wird und B) die Charaktäre oberflächlich ausfallen?

    Ansonsten hab ich halt die Vermutung das es ein Eva-Klon ist, nur eben in anderer Aufmachung?

    Dennoch kann ich eine gewissen Neugierde auf die Serie nicht verleugnen, daher interessiert mich deine Einschätzung hin zu Eva 🙂

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    1. Sehr gute Frage ! 🙂

      Fakt ist wohl nur, DASS eine Menge auf dem Bildschirm passiert… doch gelangt man einmal an das Ende der Staffel und soll über das Gesehene reflektieren, so wird es schwierig. Allzu viel bleibt tatsächlich nicht hängen; u.a. deshalb auch die vergleichsweise niedrige Wertung (während die Serie anderswo recht hohe Ratings einfährt) – sie wirkte auf mich am ehesten wie ein überlanger TEASER. Ein Teaser, der Lust macht auf das, was da noch alles kommen mag… wie z.B. eine zweite Staffel, was ich doch sehr hoffe.

      Aber natürlich ‚passiert‘ auch etwas, wenn auch eher im kleinen. Hauptsächlich beschäftigt sich die Serie mit der Ausbildung der jungen Kämpfer, und zeigt, wie sie sich in den ersten Kämpfen gegen die Riesen schlagen – unter anderem auch im Zusammenspiel mit den älteren und ‚erfahreneren‘ Recken, was zu einigen furiosen Momenten führt.

      Ein großes Augenmerk gilt auch Eren, der (Achtung, kleiner SPOILER) sich als scheinbar einziger Mensch ebenfalls in einen Riesen verwandeln kann. Die Folgen sind entsprechend zwiespältig: einerseits verfügt man so (theoretisch) um genügend Kampfkraft um gegen die Riesen vorzugehen, andererseits befürchtet man, Eren könnte die Kontrolle verlieren und sich möglicherweise auf die falsche Seite stellen…

      Das war es dann auch allerdings schon – erst gegen Ende der Staffel wird es noch einmal deutlich spannender, nämlich als ein weiterer Riese auftaucht in dem ein Mensch zu stecken scheint… hier möchte ich wahrlich nicht allzu viel Spoilern (sonst bleibt nicht mehr viel übrig), man sollte nur wissen dass es in der Serie ’normale‘ Riesen (die eher hirnlosen, Menschen-fressenden) und einige wenige seltsame (größere, mächtigere, intelligente, strategisch vorgehende) gibt – das große, dahinterstehende Rätsel wird indes nicht gelüftet, die Hinweise sind noch zu dürftig… nur ein kleines SPOILER-Beispiel: in einer kurzen Rückblende sieht man, wie Eren von seinem Vater ein seltsames Mittel gespritzt bekommt, was u.a. seine Erinnerungen manipuliert / schwächt… ob das mit seiner Riesen-Kraft zusammenhängt und was der Vater damit bezwecken wollte, weiß man (noch) nicht.

      Von daher ist es wohl auch schwierig, etwaige Parallelen zu anderen Serien zu ziehen… EVA fiele mir da nicht wirklich ein, mit zwei dezenten Ausnahmen die aber in vielen Serien vertreten sind: 1) der Hauptcharakter ist im typischen Alter (d.h. ca. 14) und wird wohl eine entscheidende Rolle spielen, und 2) unbekannte Wesen greifen einen ganz bestimmten Ort an. Hier gibt es dann aber wieder Einschränkungen: schließlich handelt es sich um einen Ort, an dem sich nunmal alle verbleibenden Menschen aufhalten. Wo sollten die Riesen also sonst hin ?^^ Ob da NOCH etwas in der Stadt ist was die Riesen anlockt (DAS wäre nun wahrlich eine EVA-Parallele), ist noch offen. Das Setting jedenfalls wirkt recht frisch, und die Kampfszenen sind es auch.

      Joar, ich würde die Serie schon empfehlen… wenn Du mit ihr fertig bist, können wir gerne weiter diskutieren, da ich gerade erst mit ihr fertig bin fällt mir das diesmal auch leichter 😉

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      1. Danke schonmal für die ausfürliche Antwort, ich bin allerdings immer noch unentschlossen.

        Hauptgrund für meine Zweifeln ist die Kritik von Forger, den ich dank dir entdeckt habe, danke noch an dieser Stelle 🙂

        Anscheinend hat er diese wieder gelöscht, es war auch keine „richtige“ Kritik, denn er hat die Serie nach der 5ten Folge abgebrochen, anscheinend wegen des gewaltigen Cliffhangers mit dem großen (ersten) Riesenkampf 😛
        Ich hab schon oft gelesen das die Serie erst ab dort in Fahrt kommt, also wirds wohl besser ab da, aber bis dahin scheints wohl sehr bedürftig abzulaufen 😉

        Die größten Kritikpunkte spielten sich um das dermaßen gewaltige Übertreiben, sodass jede Szene wie die Götterdämmerung himself sich anfühlen soll, obwohl oft völlig belangloses passiert, immer wieder die selben Thematiken, die wieder und wieder wiederholt werden (ja so beabsichtigt formuliert :P) die unfreiwillig-komische Wirkung der Riesen, und eben wie erwähnt diese Parallelen zu Eva:
        eine einzige Stadt die die Wiege der Menschheit darstellt, riesenhafte Kreaturen die aus unbekannten Gründen und Herkunft attackieren, Hintergründe die zwar angedeutet werden aber in keinsterweise erklärt werden, Kinder als Hauptfiguren und die einzigen die selbst vergleichbare Ungetümer steuern können (ok, hier können sie halt nicht Mechs steuern, sondern „werden“ eben zu solchen 🙂

        Was ich bei Eva immer so faszinierend fand war die Intensität der Kämpfe… die Angst… die Bedrohung und vorallem: die Schmerzen! Nie hab ich das in einem Anime so gesehen… oder auch in Filmen… sodass Eva wirklich so die erste Serie war, wo ich mir dachte: verdammt, mit dem Protagonisten möcht ich ums verrecken nicht tauschen 🙂
        Das scheint auch bei AoT völlig zu fehlen, denn entweder ist Eren als Mensch unterwegs und darf sich so garnicht erst treffen lassen, oder, wenn er selbst zu einem wird, empfindet er angeblich garkeine Schmerzen… was für mich, aus gerade beschriebenen Gründen, eine Katastrophe ist.

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