Metal-CD-Review: KAMIJO – Symphony Of The Vampire (EP, 2014)

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Alben-Titel: Symphony Of The Vampire
Künstler / Band: Kamijo (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 5. März 2014
Land: Japan
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Warner Music Japan

Alben-Lineup:

Kamijo – Vocals
Tetsushi Hasegawa – Guitars
JU-KEN – Bass
Kei Yamazaki – Drums

Track-Liste:

1. 第一楽章「Presto」 (03:28)
2. 第二楽章「Sacrifice of Allegro」 (04:12)
3. 第三楽章「Royal Tercet」 (02:11)
4. 第四楽章「Dying-Table」 (04:06)
5. 第五楽章「Sonata」 (04:22)
6. 第六楽章「満月のアダージョ」 (03:12)
7. 第七楽章「Throne」 (06:26)

Wer wandelt denn da auf Solo-Pfaden ?

Es macht immer wieder Spaß, die japanische Power Metal-Szene für sich zu entdecken – oder eher gesagt, einen dahingehenden Versuch zu unternehmen. Schließlich verhält es sich mit den international bereitgestellten Informationen und Verfügbarkeiten nur in den seltensten Fällen vorteilhaft. Fakt ist: selbst wenn man einige Labels kennt und versucht, eine Übersicht über die erfolgten Releases zu erhalten; werden dem geneigten Hörer noch immer eine Vielzahl von potentiell interessanten Veröffentlichungen entgehen. Wenn es aber um etwas größere, bereits international bekannte Bands geht, ergeben sich manchmal Chancen – wie nun auch im Falle von KAMIJO und seiner Debüt-EP SYMPHONY OF THE VAMPIRE. Zweifelsohne wäre auch dies ein Release gewesen, auf dass man als internationaler Genre-Fan nur schwerlich gestoßen wäre – wäre das Talent hinter dem Künstlernamen KAMIJO nicht ein ehemaliges Mitglieder der Band VERSAILLES. Die haben sich im Jahre 2012 halbwegs (aber offenbar noch nicht endgültig) aufgelöst, was zu zwei neuen Projekten führte: dem heute behandelten, aber auch der bereits mit dem guten Debütalbum CLASSICAL ELEMENT (Review) durchgestarteten Metal-Band JUPITER.

Auf SYMPHONY OF THE VAMPIRE kann sich KAMIJO nun also entsprechend austoben – und das machen, was er möglicherweise schon immer wollte. Interessant sind dabei mindestens zweierlei Aspekte: zum einen bewegt sich der angepeilte Stil etwas weg vom ehemaligen neoklassischen Soundgewand hin zu einem symphonischen Power Metal – und zum anderen fungiert besagter Kamijo als einziges festes Bandmitglied. Alle anderen, die sich für das Spiel der Instrumente verantwortlich zeichnen; sind geladene Gäste – sodass man am ehesten von einem Ein-Mann-Projekt sprechen muss. In Anbetracht dessen klingt es recht vielversprechend: rein handwerklich und produktionstechnisch bewegt sich SYMPHONY OF THE VAMPIRE auf einem sehr hohen Niveau. Aber auch einem, welches mit dem Output der ehemaligen VERSAILLES-Mitglieder – die sich nun mit JUPITER neu inszenieren – konkurrieren kann ?

Hierbei handelt es sich um eine Frage, die schon wesentlich schwieriger zu beantworten ist – und das nicht nur, da KAMJIO bei eventuellen Auftritten ebenfalls auf Gast- bzw. Livemusiker zurückgreifen muss. Vielmehr ist es das eigentliche musikalische Konzept und die Ausführung, die die EP etwas gewöhnungsbedürftig machen. Auch wenn man sich beileibe darüber streiten kann, was heutzutage noch als neu oder innovativ bezeichnet werden kann – die Ergüsse auf dieser EP sind es eher nicht. Es handelt sich um relativ Genre-typisches Material – sofern man sich desöfteren im Genre, und speziell in fernöstlichen Musik-Gefilden bewegt. Ein Problem ist, dass die EP trotz des offensichtlich angestrebten klassischen Einflusses nur marginal klassisch klingt – der wenig spannende Leadgesang in einer vergleichsweise tiefen, manchmal monotonen Lage; das alles abdeckende Doubebass-Gewitter und die einstweilen etwas aufgesetzt klingenden symphonischen Komponente lassen einen gewissen filigranen Anspruch vermissen. Überhaupt erscheint es fragwürdig, bei einer derartigen Prämisse einen modern-moschenden Metal-Titel wie DYING-TABLE auf die EP zu verfrachten – elektronische Einflüsse und Growls inklusive.

Und dennoch macht die EP Spaß – sofern man die allgemein an das Genre gestellten Ansprüche ein klein wenig zurückstellen kann. Das stets freudig-flotte Tempo, die netten Riffs und Soli, eine kleine Portion Kitsch auf der einen; sowie das Flair einer düsteren symphonischen Oper mit einem markanten Frontmann als Galionsfigur auf der anderen Seite gestalten die fleischgewordene Symphonie des Vampirs zumindest äußerst unterhaltsam. Auch explizite Höhepunkte gibt es – wie etwa das vergleichsweise kurze ROYAL TERCET mit seinen festlich-erhabenen symphonischen Elementen, oder das große Finale in Form des mächtigen, vielschichtigen THRONE.

Fazit: Mit der SYMPHONY OF THE VAMPIRE-EP werden vor allem jene warm werden, die es auf einen typischen Power Metal made in Japan abgesehen haben – mit direkten Vergleichsmöglichkeiten zu Bands wie VERSAILLES oder auch MATENROU OPERA. Unverkennbar ist in diesem Zusammenhang der eher festliche Gesamteindruck mitsamt der reichhaltigen und zumeist angenehm stilsicheren Instrumentalkulisse, sowie natürlich der bodenständige Leadgesang. Doch um sich wirklich zu profilieren und von der Masse abzuheben reicht es möglicherweise (noch) nicht – dafür klingen die Titel der EP noch etwas zu austauschbar. Was nicht heisst, dass es sich um eine schlechte EP handelt; im Gegenteil. Dennoch, für ein potentielles Studioalbum wären unter anderem noch mehr gesangliche Variationen wünschenswert. Die Chancen stehen in Anbetracht der bereits mehr als zufriedenstellenden EP aber gut – KAMIJO wird in Zukunft sicherlich noch einiges reißen und sich gegen die nunmehr etablierte Konkurrenz von JUPITER behaupten können.

Absolute Anspieltipps: PRESTO, ROYAL TERCET, THRONE

Mögliche Skip-Kandidaten: /

Ähnliche / Alternative Bands: VERSAILLES | JUPITER | ODIN | MATENROU OPERA

80wertungsvergabe

„Für Fans von VERSAILLES und JUPITER empfehlenswert – und auch sonst ein Geheimtipp.“

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