Metal-CD-Review: ANCIENT BARDS – A New Dawn Ending (2014)

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Alben-Titel: A New Dawn Ending
Künstler / Band: Ancient Bards (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 25. April 2014
Land: Italien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Limb Music GmbH

Alben-Lineup:

Martino Garattoni – Bass
Daniele Mazza – Keyboards
Claudio Pietronik – Guitars
Sara Squadrani – Vocals
Federico Gatti – Drums

Track-Liste:

01 – Before the Storm (1:39)
02 – A Greater Purpose (7:55)
03 – Flaming Heart (6:52)
04 – Across This Life (4:31)
05 – In My Arms (5:25)
06 – The Last Resort (6:06)
07 – Showdown (12:48)
08 – In the End (5:11)
09 – Spiriti Liberi (4:49)
10 – A New Dawn Ending (16:37)

Morgenstund hat Gold im Mund.

Die ANCIENT BARDS sind zweifelsohne eine der interessanteren aktuell tätigen Bandcombos, die sich der Spielart des Symphonic Power Metals verschrieben haben. Und eine der hoffnungsvollsten. Bereits mit dem Debütalbum ALLIANCE OF KINGS (2010) konnten die Italiener um die stimmgewaltige Frontfrau Sara Squadrani einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehen und zeigen was in ihnen steckt – bevor sie mit dem Nachfolger SOULLESS CHILD (2011, Review) zum vorerst letzten großartigen Schlag ausholten und beinahe alles in den Schatten stellten, was bis zu diesem Zeitpunkt an Material von Female-Fronted Metalbands erschienen war. Beide Alben waren indes Teile der eigens erdachten Black Crystal Sword-Saga – die nun mit dem mittlerweile dritten Studioalbum der Band, A NEW DAWN ENDING fortgeführt wird. Dieses beinhaltet 10 beziehungsweise 9 Titel (Abzüglich des Intros), für die man abermals auf einen schier unerschöpflichen Inspirationsfundus zurückgriff. Denn: auch wenn ein über mehrere Alben laufendes Konzept des öfteren dazu verdammt ist, markante Höhe- aber auch Tiefpunkte zu offerieren; so ist man bei den ANCIENT BARDS offenbar vollständig vor derlei Entwicklungen gefeit.

Bereits das Debütalbum war mehr als nur solide und legte einen wichtigen Grundstein – während SOULLESS CHILD eines der besten Genre-Alben des Jahres 2011 war, gleich neben DRAGONLAND’s UNDER THE GREY BANNER. Und nun kommt nach einer knapp 3-jährigen Wartezeit A NEW DAWN ENDING daher – ein Album, von dem man sicher einiges hätte erwarten können. Nur nicht, dass es den Vorgänger noch einmal zu toppen vermag – und somit nicht nur das Wertungssystem von Oliverdsw.Wordpress dezent auf den Kopf stellt. Schließlich wurde bereits 2011 eine Höchstwertung für ein ANCIENT BARDS-Ablum vergeben – sodass es schwierig ist, mit weiteren (und seien es nur gefühlte) Steigerungen umzugehen. Doch eines ist klar: sie sind da, deutlich spür- und hörbar; in allen musikalischen Facetten.

Am deutlichsten wird das vor allem in Bezug auf das Songwriting, der dargebotenen Abwechslung und die eigentlichen Kompositionen. Die sind zwar immer noch markant symphonisch und relativ hochtrabend; doch scheint sich dieses Mal noch ein zusätzlicher Grad an musikalischer Raffinesse hinzuzugesellen. Die Strukturen fallen schlicht noch ein wenig variabler, stilsicherer und letztendlich spannender aus – eine Tatsache, die man besonders gut an einem vergleichsweise einfach gestrickten Titel wie IN THE END ausmachen kann. Der ist quasi eine Erweiterung der Nummer VALIANT RIDE vom Vorgänger, an den er stark erinnert – nur, dass die Wirkungskraft um ein vielfaches gesteigert werden konnte. Die Chorelemente klingen so druckvoll wie nie zuvor, es gibt reichlich Abwechslung in Form von düsteren Instrumentalpassagen oder wahnwitziger Soli, die symphonische Komponente wirkt nun wesentlich reichhaltiger und nicht mehr nur auf einzelne Samples beschränkt.

Richtig bombastisch ist A NEW DAWN ENDING aber schon in seinen ersten Momenten – und dass, obwohl das eigentliche Intro BEFORE THE STORM noch nicht wirklich etwas reißen kann. Die weibliche Erzählstimme beispielsweise kann der von Bandkollegen wie DRAGONLAND kaum das Wasser reichen, und die darauf folgende instrumentale Komposition ist zwar gut, doch lässt sie noch einiges an Spielraum nach oben offen. In genau diese Bresche springt dann der Opener A GREATER PURPOSE, der sich in etwa so anfühlt wie es der Titel verspricht. Wer schon bisher etwas für das Genre des Symphonic Power Metals übrig hatte, dem werden bei einem Titel wie diesem die Tränen kommen – so perfekt hat sich schon lange keine Genreband mehr inszeniert; nicht einmal die ebenfalls hochkarätige Konkurrenz a’la DRAGONLAND oder LUCA TURILLI. Selbst die bisherige Band-Hymne TO THE MASTER OF DARKNESS wird so noch einmal überboten. Genau dies mag auch das Stichwort für eine potentielle Kritik sein, denn es ist Fakt dass man sich mit A NEW DAWN ENDING nicht allzu weit von den Vorgängeralben entfernt und so gesehen eigentlich relativ wenig neues bietet. Eine Frage, die man sich gut überlegen sollte ist jedoch: will man das wirklich, und schon jetzt (das heißt, nach gerade einmal 2 Alben) ? Viel naheliegender ist es, dass die ANCIENT BARDS genau das richtige getan; und sich auf ihre bisherigen Stärken konzentriert haben. Zeit für Veränderungen oder stilistische Neuausrichtungen gibt es für eine derart junge Band wie diese schließlich noch genug.

Und so reiht sich eine Genre-Hymne an die nächste – wobei auch die ruhigeren Titel verdammt gut abschneiden. Schlicht, da sie zwar nicht tempo-technisch aber doch emotional in Flammen stehen – mit einer Nummer wie FLAMING HEART als Paradebeispiel. Dabei fällt besonders auf, dass Leadsängerin Sara Squadrani sowohl in den Uptempo-Nummern als auch den Balladen stets die richtigen Töne trifft – was keine Selbstverständlichkeit ist; speziell bei einigen männlichen Kollegen. Vielmehr ist es so, dass manche ihre wahrhaft glänzenden Momente nur in speziell auf die zugeschnittenen Songs haben – nicht jedoch Sara Squadrani, die kontinuierlich begeistert und fesselt. Gelang man dann an eine Ballade wie IN MY ARMS (die auch als Video-Single ausgekoppelt wurde), so wird man diesbezüglich schnell bestätigt – es ist schlicht herausragend, was hier abgeliefert wird. Einen derart intensiven Titel mit einem derart emotionalen Refrain muss man heutzutage lange suchen – besonders, da das Ganze durch den unverbrauchten bombastischen Aufbau niemals lächerlich oder allzu klischeehaft wirkt; sondern eher zeitlos und nachhaltig wirkend. Man stelle einmal IN MY ARMS und SONATA ARCTICA’S LOVE, sowie vielleicht noch KAMELOT’s SACRIMONY gegenüber (weil sie thematisch nah beieinander liegen) – die Unterschiede sind bezeichnend; und auch wenn man sich nicht wirklich im selben (Sub-)Genre des Power Metals bewegt wird schnell klar, wer heutzutage das Szepter in der Hand hält.

Da erscheint es so gesehen auch gar nicht wirklich ’nötig‘, dass Fabio Lione für eine Gastgesangseinlage verpflichtet wurde. Zumindest nicht in diesem Fall, denn da wo der bekannte RHAPSODY-Frontmann mancherorts für einen Publicity-Schub sorgen konnte (wie bei KALEDON), verfügen die ANCIENT BARDS über ausreichend eigene Kräfte. Dennoch ist es schön zu sehen, wie die italienische Power Metal-Szene zusammenhält und man sich gegenseitig unter die Arme greift. Das Ergebnis ist in diesem Fall ein balladesk angehauchter Symphonic Metal-Brecher, der selbst das Duett von Fabio Lione und THEODASIA in den Schatten stellt. Als weiteres Highlight fungieren dann die beiden Überlangen-Nummern SHOWDOWN und der Titeltrack A NEW DAWN ENDING; beide mit einer Laufzeit von über 10 Minuten. Entsprechend groß geschrieben wird hier nicht nur der Begriff des Symphonic Power Metal – sondern auch des epischen.

Fazit: Irgendwie haben es die ANCIENT BARDS geschafft, ihren bereits verdammt guten Vorgänger SOULLESS CHILD noch zu toppen. Das stimmt nicht nur sehr zufrieden, sondern bekräftigt einmal mehr die Annahme; dass es sich um eine der hoffnungsvollsten Bands der heutigen Zeit handelt. Diese Italiener, die erst im Jahre 2006 ihre Bandgründung feierten; werden sicher noch einen langen und bewegten Weg vor sich haben. Wie erfolgreich der sein wird, wird sich zeigen. In Anbetracht des aktuellen Materials aber sind keinerlei Zweifel angebracht.

Absolute Anspieltipps: A GREATER PURPOSE, IN MY ARMS, IN THE END, SPIRITI LIBERI, A NEW DAWN ENDING

Mögliche Skip-Kandidaten: /

Ähnliche / Alternative Bands: RHAPSODY OF FIRE | DRAGONLAND | FAIRYLAND | DARK MOOR

95button

„Was für ein O(h)rgamsus !“

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