Metal-CD-Review: GALLOGLASS – Legends From Now And Nevermore (2003)

galloglass-legends_500

Alben-Titel: Legends From Now And Nevermore
Künstler / Band: Galloglass (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 17. Feburuar 2003
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Limb Music GmbH

Alben-Lineup:

Carsten Frank – Vocals
Kai Mühlenbruch – Guitars, Vocals (backing)
Norbert Geiseler – Guitars, Vocals (backing)
Dirk Zelmer – Bass
Arnd Lorenz – Drums

Track-Liste:

1. Dragons Revenge (05:32)
2. Ancient Times (04:46)
3. A Wintertale (05:33)
4. Remember the Fire (05:35)
5. Legends from Now and Nevermore (04:33)
6. The Conjuring (04:47)
7. Eye to Eye (04:20)
8. Crusade of the Damned (05:35)
9. The Quest (04:25)
10. The Last Stand (05:26)

Auf dass ein Album wie dieses niemals vergessen werden wird.

GALLOGLASS sind eine deutsche Power Metal-Combo aus dem Herzen Deutschlands, genauer gesagt dem niedersächsischen Hannover. Als ehemaliges Zugpferd der allseits bekannten (und in letzter Zeit wieder aufstrebenden) Limb Music GmbH könnte man bereits von ihnen gehört haben – wenn nicht, wird sich das wohl auch nicht mehr großartig ändern. Schließlich scheint sich die Band bereits vor einigen Jahren aufgelöst zu haben, ob es jemals ein Comeback geben wird steht in den Sternen. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das bisherige Schaffen der Hannoveraner, die nach einer offiziellen Demo aus dem Jahre 2000 immerhin zwei Studioalben herausgebracht haben. Das erste war das heute behandelte LEGENDS FROM NOW AND NEVERMORE, zwei Jahre später folgte dann das letztaktuelle Werk HEAVENSEEKER. Was aber ist es, was die Band einst auszeichnete und sie so gesehen auch heute noch zu einem echten Geheimtipp macht ?

Jenes etwas ist im Falle von GALLOGLASS gar nicht so leicht zu beschreiben. Und doch ist sie da, eindeutig und unverkennbar – eine ganz spezielle, wenn man so will einzigartige Atmosphäre; die sich durch die gesamten 10 Titel (Interludien gibt es nicht) zieht. Vielleicht liegt sie auch darin begründet, dass man GALLOGLASS nicht vorschnell in eine vorgefertigte Schublade stecken kann – mit Ausnahme des Obergenres, versteht sich. Dieses ist zwar einwandfrei als Power Metal zu identifizieren; doch ergeben sich zahlreiche herausragende Alleinstellungsmerkmale, die die Band so gesehen von der Masse abheben. Es beginnt damit, dass das Album allein aufgrund des Titels recht Fantasy-lastig und somit eher Genre-typisch anmutet – ein Eindruck, der sich jedoch nur bedingt bestätigt. Denn im Vergleich mit anderen Genrekollegen wirken und klingen GALLOGLASS einfach wesentlich bodenständiger, geerdeter. Die Überraschung folgt sogleich: dort wo man am ehesten diverse genretypische; das heißt beispielsweise etwaige kitschige und hochtrabende Elemente erwarten würde, kommen sie nicht wirklich zum Einsatz.

Der Sound von und auf LEGEND FROM NOW AND NEVERMORE ist schließlich ein recht ungekünstelter – die angenehm schroff und melodisch klingenden Gitarren dominieren hier eindeutig das Klangbild. Das besondere ist, dass komplett auf das Keyboard verzichtet wurde – stattdessen sind allerlei klassische Instrumente (wie Geige, Flöte, Cello) zu hören – eine sehr gute Entscheidung. Während die handwerklichen Aspekte wahrlich keine Wünsche offen lassen, ist es vor allem auch die Stimme des Leadsängers Carsten Frank die schnell markant aufzufallen weiß. Hier handelt es sich um eine angenehme, einerseits unspektakuläre aber doch enorm mitreißende Stimme; der man nur allzu gerne lauscht. Potentielle Vergleiche sind schwierig, was die Einzigartigkeit der Band nur noch untermauert – in jedem Fall kann man davon ausgehen, dass sich GALLOGLASS auch aufgrund des Gesangs von der Masse abheben. Hinzu kommt eine Produktionsqualität, die sich gewaschen hat – dafür, dass man vorher so gut wie nichts von der Band gehört hat und es sich um ein Debütalbum handelt; klingt es verdammt beeindruckend. Gut also, dass man offenbar die richtigen Leute kannte – wie etwa Olaf Reitmeier und Sascha Paeth, die sich des öfteren für absolut hochwertige Produktionen verantwortlich zeichnen.

All das wäre jedoch nur halb so schön, hätten es nicht auch die hier präsentierten 10 Titel in sich. Und das haben sie: das Album ist trotz der vergleichsweise geringen Spieldauer enorm abwechslungs- und facettenreich. Sicher auch, da die jeweiligen Titel eine völlig differente Wirkung erzeugen – alles unter dem Banner einer allgemein etwas düstereren Stimmung. Der Opener DRAGON’S REVENGE wirkt mit seinem enormen Tempo, den mächtigen Chören noch am ehesten wie ein typischer Power- oder auch Symphonic Metal-Brecher – doch danach geht es erst so richtig los. ANCIENT TIMES ist eine äußerst atmosphärische Hymne, die dank des markanten Violinen-Einsatzes eine ganz eigene Note bekommt; und gerade durch den eher fröhlichen Refrain ein reichhaltiges Klangbild entstehen lässt. Der erste Höhepunkt wird dann aber mit A WINTERTALE erreicht – derart poetisch, melancholisch und über alle Maßen inspirierend klang schon lange kein Power Metal-Titel mehr. REMEMBER THE FIRE bietet einen weiteren höchst interessanten Ansatz, als dass hier lediglich der Refrain nach einer gefühlvollen Power-Ballade klingt – die Strophen aber ordentlich druckvoll aus den Boxen röhren. In den verbleibenden Titeln gibt man sich ebenfalls keine Blöße – Ausfälle gibt es keine, nur weitere Höhepunkte.

Fazit: Mit LEGENDS FROM NOW AND NEVERMORE ist GALLOGLASS etwas gelungen, was nur wenige Genrebands schaffen. Sie haben ein Debüt-Album kreiert, welches gleichermaßen überrascht wie begeistert; und dabei so gut wie keine wünsche offen lässt. Die harschen, enorm antreibenden Power Metal-Elemente verschmelzen wunderbar mit den klassischen Komponenten und erzeugen eine fast schon hypnotische Wirkung – eine, die noch von der enorm charismatischen Stimme des Leadsängers verstärkt wird. Weghören ist hier zu keinem Zeitpunkt erlaubt; beziehungsweise wird einem dies ob der durchweg grandiosen musikalischen Qualität kaum einfallen – ein jeder Titel hat eine Daseinsberechtigung. Der Clou des Albums ist jedoch dass es insgesamt eher düster ausgefallen ist, und man sich – obwohl es sich anbieten würde – nicht in allzu progressiven Strukturen verstrickt hat. Stattdessen wird das Tempo beinahe kontinuierlich gehalten und eine Hymne nach der anderen präsentiert. Wohlklingend schroffe Gitarren, ein starker Leadgesang, gut platzierte klassische Elemente und ein grandioses Songwriting – mehr kann man sich wahrlich nicht von einem Album wünschen.

Absolute Anspieltipps: ANCIENT TIMES, A WINTERTALE, CRUSADE OF THE DAMNED, THE LAST STAND

Mögliche Skip-Kandidaten: /

Ähnliche / Alternative Bands: ICED EARTH | BLACK MAJESTY | AXENSTAR | STORMWARRIOR

100button

„Ein Album, dass in die Metal-Annalen eingehen MUSS.“

Advertisements

Die Kommentarfunktion wird noch zu selten genutzt... ändere dies !

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s