Metal-CD-Review: DARK MOOR – The Hall Of Olden Dreams (2000)

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Alben-Titel: The Hall Of Olden Dreams
Künstler / Band: Dark Moor (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 01. Dezember 2000
Land: Spanien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Elisa C. Martín – Vocals
Roberto Peña de Camús – Keyboards
Jorge Sáez – Drums
Anan Kaddouri – Bass
Albert Maroto – Guitars
Enrik García – Guitars

Track-Liste:

1. The Ceremony (01:31)
2. Somewhere in Dreams (04:51)
3. Maid of Orleans (05:04)
4. Bells of Notre Dame (04:48)
5. Silver Lake (05:17)
6. Mortal Sin (05:38)
7. The Sound of the Blade (04:00)
8. Beyond the Fire (06:12)
9. Quest for the Eternal Fame (06:49)
10. Hand in Hand (04:38)

DARK MOOR öffnen ihre heiligen Hallen.

Nachdem die Mitglieder der Symphonic Power Metal-Combo DARK MOOR auf ihrem 1999’er Debütalbum SHADOWLAND (Review) erstmals ihr Können unter Beweis stellen konnten; ist das gerade einmal ein gutes Jahr später erschienene Zweitwerk THE HALL OF OLDEN DREAMS der nächste (und absolut folgerichtige) Schritt in der Diskografie der Spanier. Dort, wo der Vorgänger noch merklich hinsichtlich einer schwachbrüstigen Produktionsqualität und Abmischung schwächelte, wurden die Mittel nun entsprechend angehoben – und etwaige Wünsche jener interessierten verwirklicht, die schon dem Debütalbum ein großes Potential zusprachen. Das Ergebnis ist ein Genrealbum, welches noch immer über den typischen, unverkennbaren DARK MOOR-Touch verfügt – dieses Mal aber aus rein akustischen Gründen einen direkten, unvermittelten Einstieg erlaubt. Und so kann man sich nur allzu schnell und gerne den hier präsentierten 10 Titeln hingeben, die einwandfrei dem Genre des Symphonic Power Metals zuzuordnen sind – und dabei verdächtig stilsicher klingen.

Während das Intro THE CEREMONY noch zu vernachlässigen ist, kommt SOMEWHERE IN DREAMS wie der lang ersehnte Befreiungsschlag daher – hier klingen DARK MOOR erstmals so, wie es ihnen und ihren Kompositionen gebührt. Die Gitarren präsentieren sich wunderbar vordergründig, während das Keyboard unterstützend im Hintergrund werkelt; das Drumming wirkt organisch, die Chorgesänge sind dezent aber stimmig. Vor allem aber kann erstmals eine komplett stimmige Atmosphäre für Leadsängerin Elisa C. Martin geschaffen werden – die aufgrund ihrer schieren Einzigartigkeit schon auf dem Vorgänger brillierte; nun aber endlich von einer passenden Klangkulisse unterstützt wird. Das folgende MAID OF ORLEANS setzt dann sogar noch einen drauf, und präsentiert sich mit seinen neoklassischen Gitarrenarrangements und dem hymnischen Refrain von seiner besten Seite. Stichwort Gitarren: zweifelsohne ist diesbezüglich alles, was auf dem Album dargeboten wird; Material der allerersten Güteklasse. Dazu braucht es nicht erst die wahrhaft furiose Instrumentalpassage in MORTAL SIN (auch wenn die Exklusivrechte für eine Titelvergabe wie diese weiterhin bei LABYRINTH bleiben sollten) die als Paradebeispiel fungieren könnte – beinahe ein jeder Titel bekommt entsprechend ansprechende, absolut unverbraucht klingende Soli-Parts spendiert.

Doch während vor allem die einzelnen Titel aufgrund ihrer offensichtlichen Stärken – in Bezug auf die instrumentelle und gesangliche Ausführung – überzeugen, ergibt sich ein unerwartetes Problem. Dieses tritt am ehesten auf, wenn man das Album in seiner Gesamtheit betrachtet und verköstigt: THE HALL OF OLDEN DREAMS hat schlicht Schwierigkeiten, variabel und spannend mit den etablierten Stimmungen umzugehen. Anders gesagt: es zieht sich eine recht gleichförmige, wenn man so will lamentierende Atmosphäre durch das Album. Die passt zwar des öfteren zum eigentlichen Inhalt der Lyrics, doch ist es schade dass dem Hörer so kaum Überraschungen präsentiert werden. Ein oder zwei besonders hervorstechende, markante; schlicht komplett andersartige Titel hätten dem Album zweifelsohne gut getan – doch wirken die 10 Titel vielmehr wie aus einem (Stimmungs-)Topf. Die mitunter einzige Ausnahme bildet hier das balladesk angehauchte THE SOUND OF THE BLADE – was insofern ernüchternd ist, als dass es sich quasi um die musikalische Vollendung der in den anderen Titeln angedeuteten Stimmung handelt. Der Weg, den das etwas kitschig anmutende QUEST FOR ETERNAL FLAME (ausnahmsweise mal kein FREEDOM CALL-Titel) geht, ist dagegen schon interessanter.

Fazit: Bei einem Album wie diesem wird die persönliche Geschmacksfrage eine enorme Rolle spielen. Denn auch wenn es grundsätzlich sinnig und erfrischend erscheint, dass das Album aufgrund seiner… nennen wir es getragenen Erhabenheit aus der Masse hervorsticht; werden vor allem Freunde des Uptempos, des Bombasts (bei gleichbleibender Stilsicherheit a’la RHAPSODY OF FIRE) und explizit ausgeführter symphonischer Elemente auf der Strecke bleiben. Zweifelsohne aber ist THE HALL OF OLDEN DREAMS ein handwerklich perfektes, vielleicht auch einzigartiges Genrealbum; dass den direkten Vergleich mit den Werken der Konkurrenz alles andere als schauen muss. Für den Nachfolger bleibt nur ein Wunsch offen: bitte DARK MOOR, lasst das Ganze etwas abwechslungsreicher und stimmungstechnisch variabler ausfallen. Und auch wenn produktionstechnisch definitiv der richtige Weg eingeschlagen wurde – ein klein wenig Spielraum nach oben ist noch immer offen.

Absolute Anspieltipps: MAID OF ORLEANS, SILVER LAKE, QUEST FOR ETERNAL FLAME

Mögliche Skip-Kandidaten: BELLS OF NOTRE DAME, HAND IN HAND

Ähnliche / Alternative Bands: RHAPSODY OF FIRE | KAMELOT | FAIRYLAND | BLIND GUARDIAN

80button

„Konsequente Weiterentwicklung des auf dem Debütalbum präsentierten Materials“

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