Metal-CD-Review: DARK MOOR – The Gates Of Oblivion (2002)

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Alben-Titel: The Gates Of Oblivion
Künstler / Band: Dark Moor (mehr)
Veröffentlichungsdatum: 11. März 2002
Land: Spanien
Stil / Genre: Symphonic Power Metal
Label: Arise Records

Alben-Lineup:

Roberto Peña de Camús – Keyboards
Jorge Sáez – Drums
Anan Kaddouri – Bass
Albert Maroto – Guitars
Enrik García – Guitars
Elisa C. Martín – Vocals

Track-Liste:

1. In The Heart of Stone (04:39)
2. A New World (05:57)
3. The Gates of Oblivion (01:40)
4. Nevermore (04:49)
5. Starsmaker (Elbereth) (05:46)
6. Mist in the Twilight (00:52)
7. By the Strange Path of Destiny (05:51)
8. The Night of the Age (04:40)
9. Your Symphony (04:34 )
10. The Citadel of the Light (01:13)
11. A Truth for Me (05:09)
12. Dies Irae (Amadeus) (11:17)

Auf dass das Album nicht vergessen wird .

Im hart umkämpften Genre des Symphonic Power Metals gibt es so manch klassisches Album, welches sich entweder auf Anhieb oder im Nachhinein einen waschechten Kultstatus gesichert hat. Dabei ist nicht nur spannend zu sehen von wem das jeweilige Werk kommt – sondern auch, welche Position es innerhalb der entsprechenden Diskografie einnimmt. Bei RHAPSODY OF FIRE, den gerne erwähnten Vorreitern des Gernes ging es relativ unvermittelt los – bereits ihr Debütalbum LEGENDARY TALES wurde sehr gut aufgenommen. Spätestens aber mit dem Nachfolger SYMPHONY OF ENCHANTED LANDS gelang den Italienern der absolute Durchbruch – handelt es sich um ein Album, welches auch heute noch zu Referenzzwecken angegeben wird.

Im Falle der spanischen Bandcombo DARK MOOR sollte es allerdings etwas länger dauern. Das Debütalbum SHADOWLAND (Review) litt an einer enorm schwachbrüstigen Produktion, der Nachfolger THE HALL OF OLDEN DREAMS (Review) war schon deutlich aufwendiger produziert und folglich um einiges stilsicherer – doch konnte keine besonders markante Bandbreite an Stimmungen abgedeckt werden, sodass die letztendlich erzielte Wirkung keine derart einschlägige war. Nun aber kommt das dritte Album THE GATES OF OBLIVION daher – und stellt alles bisher dagewesene in den Schatten. Dass die gesamte bisherige DARK MOOR-Diskografie endlich von einem komplett stimmigen Genrealbum garniert werden würde; war mit etwas Fantasie vielleicht noch abzusehen, respektive wurde es von vielen erhofft – dass die Band nun aber auch eine ernsthafte Konkurrenzposition in Bezug auf das Genre an sich einnehmen würde, nicht unbedingt.

Und so ist die Überraschung beim Hören von THE GATES OF OBLIVION in jedem Fall groß – ob man die Vorgängeralben der Band ebenfalls kennt oder nicht. Schließlich ist es geradezu bezeichnend, mit was für einer geballten Kraft DARK MOOR hier ans Werk gehen. Bereits der Opener IN THE HEART OF STOME macht hier keine Kompromisse, und präsentiert sich als einer der DARK MOOR-Titel schlechthin – indem die Spanier erstmals ein Level der Perfektion erreichen, welches man sich bisher nur hat ausmalen können. Die Produktion lässt nun keine Wünsche mehr offen, der Sound wirkt um ein vielfaches reichhaltiger, bombastischer und variabler als noch auf den Vorgängern. Doch nicht nur das: auch das Songwriting und die Ambition, DARK MOOR einen ganz eigenen, unverkennbaren Sound zu spendieren; erhalten einen weiteren Schub. Die klassischen Elemente harmonieren perfekt mit den neoklassischen Gitarrenarrangements, die Chorgesänge sind wie immer eher hintergründig aber nun deutlich atmosphärischer. Besonders auffallend aber ist eine ganz spezielle Rhythmik, die einen jeden einzelnen Titel zu etwas ganz besonderem macht.

Immer schön ist, wenn der positive Ersteindruck eines Albums auch im weiteren Verlauf gehalten werden kann – was bei THE GATES OF OBLIVION definitiv der Fall ist. Tatsächlich schaffen es die Spanier sogar, sich mit den folgetiteln stets selbst zu überbieten – im Falle des schon sehr gelungenen Openers beispielsweise mit dem Folgetitel A NEW WORLD. Was dann folgt, hätte man besser nicht inszenieren können. Nicht nur, dass man dem eigentlichen Genre Tribut zollt und einmal mehr aufzeigt, wie gut es eigentlich klingen kann – auch die musikalische Vielfalt ist bemerkenswert. Es gibt drei instrumentale Interludes, die mit ihren klassischen Kompositionen eine markante Soundtrack-Atmosphäre heraufbeschwören, es gibt Balladen (leicht kitschig, aber herausragend: MY SYMPHONY) , stampfende Midtempo-Nummern und – was besonders gut funktioniert – allerlei Uptempo-Brecher. Mit DIES IRAE wandelt man dann auch noch einmal auf explizit klassischen Pfaden – was der Band dank der genialen Gitarrenarbeit ebenfalls sehr gut zu Gesicht steht. Immer mit von der Partie ist ein enormes Engagement seitens der einzelnen Mitglieder, die allesamt glaubhaft agieren und dem Album den jeweils nötigen Feinschliff verpassen. Den größten Anteil hieran hat nach wie vor Leadsängerin Elisa C. Martin – die nun noch kräftiger und bestimmter agiert als auf dem Vorgänger. Es ist schon der Wahnsinn, was für eine Stimmgewalt hier an den Tag gelegt wird – und wie unverwechselbar das Ganze ist.

Fazit: THE GATES OF OBLIVION ist nicht nur das bisher beste Album der spanischen Bandcombo DARK MOOR, sondern auch das erste welches ganz locker mit den musikalischen Outputs anderer Genregrößen mithalten kann. Wie bezeichnend ist es da, dass RHAPSODY OF FIRE ihre Blütezeit offenbar bereist hinter sich gebracht haben – und nun einer Band wie DARK MOOR das Feld überlassen. Dass man jene beiden Bands in einem Atemzug nennen kann, kommt dabei nicht von ungefähr: auch DARK MOOR setzen verstärkt auf die Integration von klassisch angehauchten Klängen, Chorgesang und wunderbar trickreichen Gitarrenintermezzi. Von einer bloßen Kopie zu sprechen, wäre indes reichlich frech: allein der einzigartig-markante weibliche Leadgesang macht hier einen enormen Unterschied – Leadsängerin Elisa C. Martin liefert eine schier unvergessliche Performance ab. Aber auch hinsichtlich der Melodien, der Strukturen und den etablierten Stimmungen ergeben sich zahlreiche Unterschiede, die beide Bands zu dem machen was sie sind. 2002 – das ist das Jahr von DARK MOOR, die mit GATES OB OBLIVION ein verdammt starkes Genrealbum abliefern, welches nicht nur alle Fans von RHAPSODY OF FIRE begeistern wird.

Absolute Anspieltipps: A NEW WORLD, THE NIGHT OF AGE, YOUR SYMPHONY, DIES IRAE

Mögliche Skip-Kandidaten: /

Ähnliche / Alternative Bands: RHAPSODY OF FIRE | KAMELOT | FAIRYLAND | BLIND GUARDIAN

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„DARK MOOR’s aussagekräftigstes Werk, und auch sonst ein Hammer“

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