Metal-CD-Review: FREEDOM CALL – Eternity (2002)

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Alben-Titel: Eternity
Künstler / Band: Freedom Call (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Dan Zimmermann – Drums
Cédric „Cede“ Dupont – Guitars
Ilker Ersin – Bass
Chris Bay – Vocals, Guitars, Keyboards

Track-Liste:

1. Metal Invasion 06:48
2. Flying High 04:09
3. Ages of Power 04:41
4. The Spell 00:54
5. Bleeding Heart 04:58
6. Warriors 04:20
7. The Eyes of the World 03:55
8. Flame in the Night 04:57
9. Land of Light 03:54
10. Island of Dreams 04:16
11. Turn Back Time 05:04

Zurück zu alten Stärken.

Wahrlich, die Nürnberger Power Metaller von FREEDOM CALL waren vor allem um die Jahrtausendwende herum überaus aktiv. Nach dem sensationellen Debüt von 1999 (STAIRWAY TO FAIRYLAND, Review) und dem Nachfolger CRYSTAL EMPIRE (Review) folgte ein gutes Jahr später schon das dritte Studioalbum – ETERNITY. Allerdings hatte die Band zwischenzeitlich einen Lineup-Wechsel zu verzeichnen: für Sascha Gerstner an der Gitarre kam der Schweizer Cédric „Cede“ Dupont, der bis dato vor allem durch seine Mitarbeit bei SYMPHORCE bekannt geworden war. Grundsätzlich aber galt auch für ETERNITY: das typische, auf den ersten beiden FREEDOM CALL-Alben etablierte Konzept sollte auch hier fortgesetzt werden.

Mit dem Unterschied, dass es dieses Mal wieder deutlich spektakulärer zugehen sollte – und ETERNITY somit direkt an den Eindruck des Debütalbums anschließt, indem es gleichzeitig den etwas schwächeren Nachfolger CRYSTAL EMPIRE in Grund und Boden stampft. Das ist nur gut und erlaubt, schließlich stammen alle Alben von ein und derselben Band – ein Fortschritt, eine Weiterentwicklung ist zweifelsohne spürbar. Vor allem, wenn man sich CRYSTAL EMPIRE und ETERNITY in einem (Atem-)Zug anhört – die Unterschiede sind beträchtlich. Zwar nicht unbedingt auf die vermittelten Emotionen und behandelten Inhalte bezogen, aber doch auf die musikalische Qualität und Vielfalt an sich.

Sicher ist auch auf ETERNITY nicht alles Gold was glänzt – etwa die gewöhnungsbedürftige Liebes-Ballade BLEEDING HEART oder das zu vernachlässigende Interludium THE SPELL – doch grundsätzlich ist die Anzahl der hochkarätigen Nummern noch immer Grund genug, das Album zu erstehen. Vor allem in Bezug auf die zweite Alben-Hälfte, die nach dem temporeichen Auftakt noch einmal verschiedene Stimmungen und Eindrücke heraufbeschwört. Besonders markant sind in diesem Zusammenhang das fantastisch-hymnische THE EYES OF THE WORLD und das epische FLAME IN THE NIGHT als Mischung aus quasi-Ballade und Über-Refrain. Selbst die abschließende Ballade TURN BACK TIME kann dann überzeugen, vor allem durch die offensichtliche Wandelbarkeit.

Wie immer mit von der Partie sind natürlich auch alle typischen FREEDOM CALL-Elemente. Wer sich also an einem zu überschwänglichen Keyboardeinsatz, üppigen Synth-Passagen oder explizit kitschigen Inhalten und Themen stört, der sollte eher nicht zugreifen. Freunde des etwas verspielteren, zugänglicheren europäischen Power Metals aber werden mit einem feucht-fröhlichen Album wie ETERNITY gnadenlos gut bedient – nicht zuletzt, da sowohl handwerklich als auch technisch alles stimmt. Selbst der Keyboardeinsatz fällt insgesamt betrachtet eher nüchtern (für FREEDOM CALL-Verhältnisse) aus; der eigentliche Reiz entsteht ohnehin aus den eher bodenständigen Passagen, in den neben Frontmann Chris Bay auch die perfekt abgemischten Hintergrundchöre zu hören sind. Denn gerade die machen FREEDOM CALL zu dem, was sie sind.

Fazit: Auch wenn es für Fans ein Sakrileg wäre, auf das zweite Album (CRYSTAL EMPIRE) zu verzichten beziehungsweise es zu vernachlässigen – ist eben dies zumindest jenen nahegelegt, die die wahre Essenz der bisherigen Diskografie von FREEDOM CALL für sich entdecken wollen. ETERNITY schlägt seinen Vorgänger um Längen, und bildet so zusammen mit dem Debütalbum eine äußerst starke Einheit. Auch wenn das Debüt in Sachen Überraschungseffekt, Ausdrucksstärke und Innovation noch immer die Nase vorn hat.

Anspieltipps: WARRIORS, THE EYES OF THE WORLD, FLAME IN THE NIGHT

Vergleichsbands: GAMMA RAY | DREAMTALE | STRATOVARIUS | POWER QUEST


85oo10

„Im zweiten Anlauf eher schwach, im dritten wieder vollständig rehabilitiert.“

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