Metal-CD-Review: FREEDOM CALL – Crystal Empire (2001)

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Alben-Titel: Stairway To Fairyland
Künstler / Band: Freedom Call (mehr)
Land: Deutschland
Stil / Genre: Power Metal
Label: Steamhammer

Alben-Lineup:

Dan Zimmermann – Drums, Vocals (choirs)
Sascha Gerstner – Guitars, Vocals (choirs)
Ilker Ersin – Bass, Vocals (choirs)
Chris Bay – Vocals, Guitars, Keyboards, Vocals (choirs)

Track-Liste:

1. The King of the Crystal Empire 00:32
2. Freedom Call 05:32
3. Rise Up 04:05
4. Farewell 04:06
5. Pharao 04:42
6. Call of Fame 04:14
7. Heart of the Rainbow 04:35
8. The Quest 07:34
9. Ocean 05:09
10. Palace of Fantasy 04:47
11. The Wanderer 03:45

Vow to the Kings of the Crystal Empire.

Es war noch gar nicht allzu lange her, dass FREEDOM CALL so manchen alteingesessenen Power Metaller überraschten – gesetzt dem Fall, man hat sich das Debütalbum der Nürnberger, STAIRWAY TO FAIRYLAND (Review) gesichert. Dieses war nicht nur ganz nüchtern betrachtet ein fulminantes Power Metal-Album, sondern wusste speziell durch einen gewissen Unterton überzeugen. Zweifelsohne vollbrachten es FREEDOM CALL, jene positiven Vibrationen auf den Hörer zu übertragen – und im Wechselspiel mit epischen Klangkulissen ein akustisch vollmundiges Gesamtwerk abzuliefern. Wie aber würde es um den Nachfolger CRYSTAL EMPIRE stehen, der knappe 2 Jahre später erschien ? Auf den ersten Blick lassen sich jedoch noch keine aufschlussreichen Differenzen herausarbeiten: das Cover kommt erneut in einem farbenfrohen Fantasy-Look daher, das Lineup ist (glücklicherweise) unverändert; ja sogar die Titelanzahl ist gleich geblieben. Zumindest sofern man das kurze Intro gedanklich abzieht – was nicht allzu schwerfällt, fällt es mit seinen 30 Sekunden und einer etwas plumpen, dämonischen Erzählstimme ohnehin nicht besonders spektakulär aus.

Somit lohnt es sich schon eher, seinen Blick auf die verbleibenden 10 ‚echten‘ Titel zu richten. Diese bewegen sich alle im Rahmen einer Spieldauer von knappen 4 bis 5 Minuten – mit Ausnahme des etwas epischer aufgemachten THE QUEST und seinen 7 Minuten. Wie zuvor setzen FREEDOM CALL auch auf CRYSTAL EMPIRE insbesondere auf einen Faktor: den der Zugänglichkeit. Es braucht wahrlich keine Vorbereitung oder eine längere Eingewöhnungszeit, um in den Genuss des Albums zu kommen – mit seinem hymnischen Anspruch zündet es sofort, und verweilt daraufhin erst einmal in den Gehörgängen. Meistens jedenfalls. Sicher, ein wenig süß und klebrig ist das hier dargebotene Material durchaus – vielleicht sogar noch ein wenig mehr als auf dem Vorgängeralbum. Aber dennoch nimmt man den Nürnbergern ab, was sie hier machen; und lässt sich nur allzu gerne von ihrer Interpretation des Power Metals berauschen. Handwerklich ist das Ganze nach wie vor über jeden Zweifel erhaben, wenn es schon nicht die überschwänglich positiven Emotionen sind die sich auf den Hörer übertragen, dann doch zumindest die ausufernde Spielfreude bei entsprechend hoher handwerklicher und technischer Qualität.

Etwas schade ist nur, dass einige der Titel dieses Mal etwas zu simpel gestrickt scheinen – und genauso schnell wieder aus dem Gehörgang verschwinden, wie sie hereingekommen sind. Besonders das kitschige FAREWELL schneidet hier eher schlecht ab, auch wenn die Backgroundgesänge erst nett wirken – doch sind sie eben nicht besonders variabel. Ebenfalls etwas halbgar wirkt eine Nummer wie PHARAO – nicht nur wegen der Spielzeit von gerade einmal 2 Minuten. FREEDOM CALL und RISE UP sind jedoch zwei starke Power Metal-Nummern respektive -Hymnen die es zu genießen gilt – bis das Album mit CALL OF FAME seinen ersten Höhepunkt erreicht. Einem Refrain wie diesem kann sich schlicht kein Power Metal-Fan entziehen – da überhört man doch gerne mal den ein oder anderen kitschigen Genre-Begriff. Im hinteren Teil wird das Album dann auch noch etwas abwechslungsreicher, was ihm sehr gut bekommt – das wandelbare HEART OF THE RAINBOW oder das epische THE QUEST geben noch einmal ordentlich Zunder, und dass auch ohne sich im Uptempo zu bewegen. Der Ausklang ist dann wieder etwas weniger spektakulär, doch immerhin findet sich mit THE WANDERER eine weitere Über-Hymne der besonderen Art. Schlicht, da FREEDOM CALL hier nicht mehr nur wie FREEDOM CALL klingen – sondern quasi Genre-Grenzen sprengen und eine besonders kultverdächtige Nummer mit schmackigem Touch abliefern.

Fazit: Nein, auch mit CRYSTAL EMPIRE geben sich die nürnberg’schen Frohnaturen von FREEDOM CALL nicht die Blöße. Ganz im Gegenteil, das auf dem Debütalbum begonnene Konzept wird grundsätzlich sinnig weitergeführt. Jedoch, und diese Lanze sollte man brechen; stellt sich im direkten Vergleich ein nicht ganz so befriedigendes Gefühl ein. Das mag unterschiedliche Gründe haben, in erster Linie aber scheint es als hätten FREEDOM CALL eher Elemente weggelassen als neue hinzugefügt. Anders gesagt: sie haben sich gefühlt nicht weiterentwickelt, sondern sind eher einen Schritt zurückgegangen. Das bedeutet in Bezug auf die Musik, dass sie noch deutlich simpler und eingängiger ausgefallen ist als auf dem Debüt, was noch nicht unbedingt ein Negativkriterium ist – aber wirkliche Highlights bleiben eher aus, das Album erscheint nicht mehr ganz so innovativ und knackig wie das Debüt. Zweifelsohne handelt es sich noch immer um eine angenehme Interpretation des europäischen Power Metals, doch im Gegensatz zum Vorgänger muss man ein Album wie dieses nicht zwingend im gut sortierten Metal-Regal stehen haben.

Anspieltipps: CALL OF FAME, HEART OF THE RAINBOW, THE QUEST, THE WANDERER

Vergleichsbands: GAMMA RAY | DREAMTALE | STRATOVARIUS | POWER QUEST


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„Etwas abflauender, aber immer noch guter Nachfolger.“

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