Produkt-Review | Rezension | Testbericht: „Milford Waldmeister Tee“

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Bild von http://www.milford.de, Direktlink
Produkt-Bezeichnung: Milford Waldmeister Tee
Hersteller / Vertrieb: Ostfriesische Tee Gesellschaft Laurens Spethmann GmbH & Co. KG
Hersteller-Webseite: http://www.milford.de
Produktart: Tee im Aufgussbeutel
Inhalt / Dosierung: 1 Packung mit 28 Beuteln á 2 Gramm
Inhaltsstoffe: Rooibos, Fenchel, Krauseminze, Äpfel, grüner Rooibos, Aroma (Waldmeister), süße Brombeerblätter, Zimt, Zitronengras, Säuerungsmittel: Citronensäure, Steviablätter, Waldmeisterkraut

„Sommer für die Zunge“ (Quelle Milford.de, Link)

Vorwort: Die Teemarke MILFORD dürfte vielen Tee-Genießern ein Begriff sein. Sind die verschiedenen Sorten bisher vor allem durch ihre teils großen Beutelpackungen aufgefallen, setzt die Ostfriesische Tee Gesellschaft Laurens Spethmann GmbH & Co. KG (der Name hinter der Marke MILFORD) in diesem Jahr auf ein neues Konzept. Nicht nur, dass einige Tees bezüglich ihrer Rezeptur verfeinert wurden, auch optisch und markentingtechnisch gibt man sich nun vermehrt modern. Man wagt einen Schritt nach vorne, nicht zuletzt um wettbewerbsfähig zu bleiben – ein mutiger, aber doch durch und durch nachvollziehbarer Schritt für eine Traditionsmarke.

Ersteindruck: Grundsätzlich punktet der Waldmeister-Tee schon, bevor er sich überhaupt geschmacklich messen muss. Denn wie viele Tees mit einer ähnlichen Geschmacksvariation wird man in den gut sortierten Regalen der üblichen Supermarktketten schon vorfinden ? Exakt. Nicht einmal größere aryuvedische Teehersteller wie YOGI TEE verfügen über eine vergleichbare Sorte – sodass man zweifelsohne von einer Art Marktlücke auf dem Teemarkt sprechen muss. Aber: ist dem wirklich so, oder gibt es vielleicht einen Grund weshalb sich andere Hersteller noch nicht an eine Waldmeister-Variante gewagt haben ? Schließlich verrät bereits die Zutatenliste dass es wohl doch nicht so einfach ist, einen Waldmeister-Tee herzustellen der auch nach Waldmeister schmeckt. Dafür sorgt in diesem Falle offenbar nur das Waldmeister-Aroma – hauptsächlich aber eine ganze Menge anderer Zutaten, die in vielen gängigen Teesorten stecken.

Aroma / Geschmack: Der MILFORD Waldmeister-Tee riecht schon bei der Zubereitung interessant – wenn auch nicht wirklich nach dem, was man sich allgemein unter einem Waldmeister-Aroma vorstellen würde. Dezente Noten sind zweifelsohne erkennbar, doch grundsätzlich überwiegt ein süßliches Aroma, welches entfernt an einen Bienenhonig und einen Hauch von Limette / einer citrusartigen Frische erinnert. Geschmacklich verhält es sich dann ganz ähnlich: man bekommt letztendlich weniger Waldmeister geboten, als man sich eventuell erhofft hat. Das bedeutet noch nicht automatisch, dass es sich um einen minderwertigen Tee handelt, im Gegenteil – doch könnten einige Konsumenten ob des doch etwas unbeherzten, harmlos-süffigen Geschmacks enttäuscht werden. Der resultiert letztendlich aus der üppigen Zutatenliste, die auf einen Kompromiss schließen lässt: man wollte weder einen zu exotischen, noch einen zu gewöhnlichen Tee kreieren. Das Ergebnis ist somit auch weder etwas halbes, noch etwas Ganzes: die feine, diffuse Waldmeisternote täuscht kaum darüber hinweg, dass man letztendlich doch nur einen gewöhnlichen Misch-Tee aus typischen Zutaten konsumiert. Das wäre vielleicht noch nicht so wild, könnte der Tee zumindest mit etwas Pepp punkten – doch fehlt es ihm auch dahingehend an Biss. Ein wenig Kardamom oder vielleicht sogar eine Priese Süßholzwurzel – dann hätte der Tee sicher einen nachhaltigeren Charakter an den Tag gelegt. Zumindest interessant aber erscheint der Ansatz, dem Ganzen durch Stevia eine zusätzliche Süße zu verleihen – was recht gut klappt und geschmacklich nicht stört.

Die Nährwert-Tabelle ist entsprechend eines handelsüblichen Tees ohne außergewöhnliche Zusatzstoffe entsprechend als geringfügig bedeutend einzustufen:

Daten: 1 Portion (200 ml) enthält:
Brennwert kJ/kcal 7/2
Fett 0
davon gesättigte Fettsäuren 0
Kohlenhydrate 0,4
davon Zucker <0,1g
Eiweiß 0
Salz 0

Preis / Leistung: Die MILFORD-Tees gehören allgemein zu den (vergleichsweise) günstigen Teemarken, die so gut wie überall erhältlich sind. Allerdings sollte man beachten, dass in diesem Falle auch den Markennamen mitbezahlt – wie bei so vielen bekannteren, etablierten Brands. Ob das immer gerechtfertigt ist, steht in den Sternen – in diesem Fall aber erscheint das Preis-Leistungs-Verhältnis grundsätzlich fair. Tee-Puristen könnte lediglich stören, dass die Teebeutel nicht einzeln verpackt sind, sondern in der großen Packung leicht durcheinanderkommen können.

Fazit: Der Milford Waldmeister-Tee ist kein wirklicher Waldmeister-Tee im allgemein verständlichen Sinne – sondern vielmehr ein Mischprodukt aus verschiedenen Inhaltsstoffen, dem mit einer Priese Waldmeisteraroma ein Schubser in die richtige Richtung gegeben werden sollte. Das Problem ist nur, dass er weder Freunde exotischer Geschmackserlebnisse ansprechen sollte – die bereits nach einer Packung verspüren werden, dass die vermeintlich Magie der Sorte nur allzu schnell verfliegt – noch Fans von altbewährten Sorten, die lieber zu den jeweils puren Varianten greifen werden. Somit fällt das Gesamturteil entsprechend ernüchternd aus. Marketing-technisch ist das Ganze sicher wirksam – doch das dahinterstehende Endprodukt enttäuscht letztendlich, wenn auch auf hohem Niveau.


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2 Gedanken zu “Produkt-Review | Rezension | Testbericht: „Milford Waldmeister Tee“

  1. Es hat einen Grund warum es kaum Waldmeister-Tees am Markt gibt. Das in der Pflanze enthaltene Cumarin, dem Waldmeister sein typisches Aroma verdankt, ist als Zusatz in Lebensmitteln seit vielen Jahren beschränkt bzw. für Kinder sogar verboten. Das künstliche Ersatzaroma kann mit dem Original natürlich geschmacklich nicht mithalten. Mir schmeckt aber mitunter auch das künstl. Aroma, z.b. Waldmeister-Eis im Sommer bei der Eisdiele um die Ecke ist lecker, aber trotzdem ist’s was anderes. Den echten Waldmeister-Geschmack kennen die meisten gar nicht mehr. Erdbeerjogurt schmeckt ja auch nur bedingt nach echten Erdbeeren 😉

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    1. Ich hatte ähnliches schon geahnt, mich aber nicht mehr näher mit dem (auf diesem Blog eher untergeordnetem) Thema befasst. Langsam sollte ich wahrlich eine handvoll Personen für die verschiedenen Unterkategorien einstellen… 😉
      Der Waldmeister-Tee war nach diesem geschmacklichen Erlebnis ohnehin für mich gestorben, nun also noch mit einem nachhaltigeren Argument.
      Vielen Dank für die fundierte Ergänzung !

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