Metal-CD-Review: MANOWAR – Kings Of Metal MMXIV (2014)

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Alben-Titel: Kings Of Metal MMXIV
Künstler / Band: Manowar (mehr)
Land: USA
Stil / Genre: Heavy Metal
Label: Magic Circle Music

Alben-Lineup:

Joey DeMaio – Bass, Keyboards
Karl Logan – Guitars, Keyboards
Donnie Hamzik – Drums, Percussion, Vocals
Eric Adams – Vocals

Track-Liste:

1. Hail and Kill MMXIV
2. Kings of Metal MMXIV
3. The Heart of Steel MMXIV (Acoustic Intro Version)
4. A Warrior’s Prayer MMXIV
5. The Blood of the Kings MMXIV
6. Thy Kingdom Come MMXIV
7. The Sting of the Bumblebee MMXIV
8. Thy Crown and Thy Ring MMXIV (Orchestral Version)
9. On Wheels of Fire MMXIV
10. Thy Crown and Thy Ring MMXIV (Metal Version)
11. The Heart of Steel MMXIV (Guitar Instrumental)

Manchmal sollte man altbewährtes ruhen lassen.

Warum gibt es eigentlich Re-Releases ? Als langjähriger Konsument von grundsätzlich allen Medienformaten wird man sich früher oder später mit dieser Frage konfrontiert sehen. Natürlich müssen sich die jeweiligen Verantwortlichen dieser erst Recht stellen, doch entgegen einer allgemein verbreiteten Befürchtung hinsichtlich einer besonders perfiden Art der Geldmacherei haben Re-Releases oftmals gute, nachvollziehbare Gründe. Nicht selten geht es dabei um gewisse Jubiläen oder Sondereditionen, die speziell im Bereich der Musik besonders prägnante Vorteile mit sich bringen. Denn wer sagt schon nein zu einem Re-Release eines Klassikers (zum Beispiel zum langjährigen Bestehen einer Band), welches mit üppigem Bonusmaterial ausgestattet ist ? Oder aber zu einer Veröffentlichung, die in in technischer Hinsicht derart aufpoliert wurde, dass sie gänzlich neue (und vielleicht vom jeweils Erschaffendem von vorne herein beabsichtige) Einblicke zulässt ? Oder, und das wäre wohl einer der ehrenvolleren Gründe; zu einem Re-Release eines in Vergessenheit geratenen Albums, welches lange Zeit über vergriffen war und nun einer breiteren Masse zugänglich gemacht werden soll ?

Wie so oft gibt es aber auch eine Kehrseite der Medaille. Die bereits erwähnte, perfide Art der Galdmacherei kann hier eine Rolle spielen – oder aber, und das wäre einer der ärgsten und peinlichsten Gründe: den Künstlern fällt schlicht nichts neues mehr ein. So kann ein Re-Release eine potentiell zu lange Wartezeit auf ein neues Album überbrücken, und einer Band mehr Zeit verschaffen sich kreativ zu verausgaben. Welcher der eben genannten Punkte nun genau auf MANOWAR’s KINGS OF METAL MMXIV zutrifft, lässt sich nicht wirklich akkurat herausarbeiten – am ehesten handelt es sich um eine Kombination aus allen Aspekten, das heißt sowohl den positiven als auch negativen Absichten.

Gerade bei einer Band wie MANOWAR bietet es sich an, etwas kritischer an die Sache heranzugehen – hat sich die Band in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, und bereits kurz zuvor ein ganz ähnliches Album veröffentlicht. BATTLE HYMNS MMXI war die verdächtig belanglos erscheinende Neuauflage ihres Alben-Klassikers von 1982, die 2010 erschien. Offenbar verwirrte diese nicht gänzlich nachvollziehbare Maßnahme Kritiker, Fans und sogar die Bandmitglieder gleichermaßen; dass selbst das echte Nachfolgealbum LORD OF STEEL kaum noch für Furore sorgen konnte – sondern ebenfalls relativ kritisch beäugt wurde, sicher auch zu Recht. Das war 2012 – nach nunmehr weiteren 2 Jahren hätten MANOWAR also definitiv die Chance gehabt, alle Zweifelnden erneut eines besseren zu belehren. Vielleicht auch, indem sie zu ihren alten Stärken  zurückgekehrt wären, was sie auch gewissermaßen taten – aber auf eine eher unliebsame Art und Weise.

Denn trotz des sicher verdienten 25-jährigen Jubiläums des MANOWAR-Kultalbums KINGS OF METAL ist das erneute Release eines alten Klassikers wie diesem alles andere als eine Glanzleistung. Zumindest nicht in dieser Form – denn es handelt sich um weit mehr als eine typische Jubiläums-Veröffentlichung mit zusätzlichem Bonusmaterial und einem technisch aufpolierten Sound. Wie schon bei BATTLE HYMNS MMXI sind die Jungs von MANOWAR tatsächlich erneut ins Studio gegangen, und haben ihren Klassiker komplett neu eingespielt – mit einem Ergebnis, welches weder gelungen noch explizit misslungen erscheint; sondern schlicht und einfach verstörend.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Das Re-Release ist nicht schlecht, da das auf KINGS OF METAL dargebotene Material bereits im Original so gut und wegweisend war, dass selbst eine wie auch immer geartete Aufpeppung oder Modernisierung nicht viel daran ändern würde. Das Re-Release ist aber schlecht und komplett unsinnig, weil die damaligen Eindrücke nicht einmal von MANOWAR selbst übertroffen können, und sich aus zwei damit zusammenhängenden Faktoren weitere Probleme ergeben. Gemeint ist hier vor allem das Alter der Mitglieder, welche nun einmal nicht mehr so kraftvoll und energetisch agieren; sowie die Qualität der Produktion. Die ist zwar grundsätzlich perfekter und fulminanter, doch mündet dies gerade hier nicht unbedingt in einem Vorteil. Sicher schrammelt es nirgendwo mehr ungewollt, der Sound ist überaus klar und druckvoll – doch ist das spezielle Flair des Originals nun einmal unantastbar, und kann kaum bei einer Jahrzehnte später stattfindenden Neuaufnahme  eingefangen werden. Davon abgesehen fehlt es einem Re-Release wie diesem vor allem an einem: Glaubwürdigkeit. Was damals noch als rebellischer schwermetallische Kampfansage an alle Genrekollegen und Neider verstanden werden konnte, ist heutzutage und in der Neuauflage nicht viel mehr als eine merkwürdige Form der Parodie. Immerhin: auf der zweiten CD finden sich einige Instrumentalversionen, für die es auch die unten vermerkten (Rest-)Punkte gibt. Hätte man diese zu einer unveränderten Neuauflage des Originals gepackt und eine schöne Jubiläumsbox gesteckt, wäre alles in bester Ordnung gewesen.

Fazit: Es erübrigt sich vollständig, auf die einzelnen Titel von MANOWAR’s KINGS OF METAL MMXIV einzugehen. Wer das Original besitzt, kennt sie – und wird sie hier keiner verbesserten, sondern lediglich veränderten Form vorfinden. Verändert deshalb, da nicht nur die Produktionsqualität einen anderen (aber nicht unbedingt wirksameren) Zugang ermöglicht, und kleinere Details in den Titeln selbst leicht abgeändert wurden. Andererseits aber sind die Veränderung derart marginal, dass sich; und das ist das paradoxe – das Release erst recht nicht für Fans der Band eignet. Diese brauchen alles andere als ein KINGS OF METAL im neuen Gewand, welches den Geist und Flair des Originals völlig ad absurdum führt und als lahmer Neuaufguss eine mögliche Wartezeit auf ein neues Album überbrücken soll. All dies wäre vielleicht nicht so schlimm, hätten MANOWAR denselben Fehler nicht schon einmal gemacht (und zwar mit der Neuauflage von BATTLE HYMNS) und daraufhin ein bestenfalls mittelprächtiges neues Album abgeliefert. Es ist jener sich wiederholende Prozess, der nun langsam aber sich das endgültige Ende der Band zu besiegeln scheint. Denn was wird aller Vermutung nach noch als nächstes folgen ? Wieder ein mittelmäßiges Studioalbum, und daraufhin eine Neueinspielung von THE TRIUMPH OF STEEL ? Darauf können dann nicht nur Fans der Band gerne verzichten, sondern auch alle anderen – die sich lieber mit der eigentlichen MANOWAR-Diskografie befassen sollten, die bis in das Jahr 2007 reicht. Alles, was danach kam; ist zu vernachlässigen; jetzt erst Recht.

Anspieltipps: /

Vergleichsbands: VIRGIN STEELE | MAJESTY | ROSS THE BOSS | WARLORD


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„Das Material ist alles andere als schlecht – die Art der Vermakrtung und der Werdegang der Band aber treiben einem Tränen in die Augen.“

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